Wenn die Wahl zur Qual wird!

Ich hab heute diesen Artikel gelesen: Generation Maybe hat sich im Entweder-oder verrannt

Ein guter Artikel, wie ich finde, der das ausdrückt was ich auch schon seit einiger Zeit wahrnehme und teilweise feststelle in meinem Umfeld.

Ich würde das auch nicht nur auf die Altersgruppe der 20-30 jährigen beschränken, sondern meines Erachtens fängt das Problem ja schon viel früher bei Jugendlichen an, die teilweise bei der Fülle von Möglichkeiten garnicht mehr richtig entscheiden können welchen Weg sie gehen können und wollen!

Noch nie schien es so schwierig zu sein, sich von äußeren Einflüssen frei zu machen und seinen eigenen, selbstbestimmten Weg der Zufriedenheit zu finden und zu gehen.

Andererseits wurde es auch noch nie so leicht gemacht mit geringem Aufwand etwas zu schaffen, was von der „normalen“ Lebensstruktur in die scheinbare Besonderheit führt.

Da sind natürlich die Selbstdarstellungsmediem wie YouTube, oder Facebook stellvertretend zu nennen. Das Internet an sich stellt alle Werkzeuge zur Verfügung, aus allem etwas Besonderes zu machen…eine Aufmerksamkeit zu erreichen, die auf traditionellem Weg sonst nie möglich wäre. Dem trägt natürlich auch das Fernsehen mit seinen zahllosen Casting-Formaten Rechnung. Jeder kann zeigen was er kann. Jeder kann besonders sein.

Und ich glaube darin liegt auch ein Stück weit das Problem: In vielem steckt oftmals wenig Substanz. Es wird aus scheinbarem Talent unreflektiert alles zur Schau gestellt in der Hoffnung, dass irgendjemand darin das Besondere erkennt. Gemäß dem „warholschen Gesetz“: „…in the future everbody will be famous for 15 minutes…“.

Was passiert aber wenn es wirklich nur 15 Minuten Ruhm sind? Beispiele gibt es ja genug, dass es nur wenige schaffen sich selbst zu sagen, die 15 Minuten waren toll, aber wichtig ist die Zeit danach! Viele klammern sich an diesen Moment der Aufmerksamkeit und schaffen sich eine Lebensgrundlage der Beliebigkeit. Nach dem Motto „Es ist egal was ich tu, hauptsache es verschafft mir die Beachtung und Aufmerksamkeit und ich muss meiner normalen, „gewöhlichen“ Realität entkommen!“

Ich erinnere mich da auch immer weider an das Gauck-Zitat der „coolen Feigheit“. In dem er von seinem viel zitierten Begriff der Freiheit und der freiheitlichen Selbstbestimmung erzählte und gleichzeitig genau diejenigen ansprach, die darin einen Lebensentwurf verstanden haben, der genau auf die oben beschriebenen (Schein-)Möglichkeiten verweist!

Genau das meinte Gauck aber ausdrücklich NICHT! Im Gegenteil meinte er diejenigen, die unter dem Begriff der Freiheit einen Lebensenturf verstehen, der ihnen zwar viele Möglichkeiten zur Wahl stellt, aber die sich dann für einen Weg entscheiden der eben nicht in den Hedonismus führt, nicht in die verantwortungsfreie Selbstbespaßungs-Menatlität führt.

Sondern vielmehr einen Weg aufzeigen soll, wie man mit sich und seinem Leben verantwortungsvoll umgeht. Wie man sich dem LEBEN mit all seinen Herausforderungen stellt und versucht aus sich selbst heraus diese zu meistern…Zufriedenheit aus sich selbst heraus und seinem verntwortungsbewussten Handeln zu finden.

Natürlich fragt man sich auch immer, wenn man eine Madonna sieht, die mit über 50 immer noch einem fragwürdigen Jugend-Stil verkörpern und immer noch „hip“ sein will, wenn man die Lady Gaga´s dieser Welt sieht, wenn man sieht wie Casting Shows und YouTube immer wieder Künstler hervorbringen, die mediale Aufmerksamkeit bekommen und als nichts Geringeres als Ikonen dargestellt werden; wenn die es mit bescheiden Mitteln geschafft haben, warum dann nicht eigentlich Ich? Schließlich heißt es ja „DU könntest der nächste Justin Bieber sein°!

Schlimmer sogar empfinde ich sogar noch die Model Casting Formate, die unbedarften und teilweise naiven jungen Menschen vorgaukeln, dass es reicht einem von anderen Menschen vordefinierten optischen Raster zu entsprechen und schon kann man sich aus der breiten Masse abheben und Teil des Besonderen werden…mit wenig Mitteln ein Maximum an Aufmerksamkeit und Wohlstand zu erlangen.

Also ein fehlgedeutetes ökonomisches Prinzip? Oder ist es vielleicht eine Zeit der falschen Vorbilder und Ideale?

e.

Heilige Madonna – Wenn aus Mehr weniger wird

So, nun ist es ein bald da, das neue Album von Madonna. MDNA soll es heißen..nun ja, was genau es mit der Verknappung auf Konsonanten in dem Titel auf sich hat, weiß Frau Madonna sicher selbst am besten. Dass es sich bei dem Namenskürzel –rein zufällig natürlich– obendrein um eine Anlehnung an den korrekten Namen der Party Droge Ecstasy handelt, wird dem ganzen Werbetrommel Ballyhoo nicht abträglich sein.

Denn was ihre Aktivitäten für das Jahr 2012 angeht, kann man ihr jedenfalls alles andere als Verknappung vorwerfen..ja Madonna ist fleißig:

Nun wo ihr Deal mit einem neuen Plattenlabel unter Dach und Fach ist, kann sie sich getrost der Promotion für ihr neues Album, das im März erscheint, annehmen. Nachdem sie eben noch einen Spanier hat verhaften lassen, der im November 2011 Demoversionen ihres aktuellen Single Hits Gimme all your luvin´ illegal erworben und unter falschem Titel vertrieben hatte, tauchte sie kürzlich mal eben ganz spektakulär in der Halbzeitpause des American Fooball Endspiels, dem sog. Super Bowl auf, um von dort aus die weltweite Vermarktungsmaschine in Gang zu setzen.

Denn Madonna liegt das kleckern nicht, sie klotzt. Zahlreiche weltweite Tourdaten stehen bereits fest, die Vorbestellungen für das Album lassen den nächsten Millionenseller erahnen und die Single kommt nach trägem Start auch langsam auf hohe Charts-Touren…es läuft also alles..so weit so gut.

Wäre da nur nicht ein kleines, mal wieder hyperkritisch anmutendes Detail: die Musik an sich!

Allein das etwas überdrehte, Hubba-Hubba-Pop lastige „Gimme all your Luvin´“ lässt wenig Hoffnung, dass Madonna nach ihren nun hinlänglich durchexerzierten Dance-Pop Eskapaden, die 2008 unter Mithilfe Amerikas Hip Hop Producer Elite zum wenig schmeichelhaften Ergebnis HARD CANDY führte und in den USA nicht mal die 1 Millionen Marke in den Verkaufszahlen knackte (In den Sphären einer Madonna also ein veritabler kommerzieller Fehlschlag), nun wieder auf einen Pfad der Rückbesinnung kommt.

Nein, Madonna scheint sich bei allem inflationär gebrauchten Neuerfindungs-Gestus treu zu bleiben! Denn auch mit bald 54 Lenzen scheint sie sich selber immer noch im juvenilen Gefieder wohl zu fühlen. Ein Indiz mag dabei sein, dass sie sich im besagten Song auch standesgemäß als „Girl“ besingt und scheint dabei zu vergessen, dass sie den Wettlauf mit der Zeit nur verzögern, keinesfalls aber gewinnen kann. Und dass sie nach wie vor ungefährdet auf dem Pop-Olymp residiert und so schnell auch keine Lady Gagas, Beyoncés oder Rihannas zu fürchten braucht, lässt sich nach wie vor in jeglicher Statistik ablesen.

Warum sie aber nach wie vor so verkrampft versucht sich dem Dancefloor anzubiedern, scheint allein sie selber zu wissen. Nötig hätte sie es nicht mehr!

Eine legale Hörprobe der finalen Version könnte auch so klingen:

http://soundcloud.com/ze4president/gimme-all-your-luvin-crazy

Matter of Taste…

e.