Wichtige News! Mein Blog zieht um!

Hallo ihr Mit-Blogger,

in den letzten Monaten habe ich das Bloggen etwas schleifen lassen, da ich einerseits nicht die Zeit und Muße hatte, mich intensiv mit dem Bloggen zu beschäftigen andererseits hab ich aber weiter bei Twitter gezwitschert, oder kurze Facebook Meldungen gepostet.

Dann habe ich aber vor kurzer Zeit gemerkt, dass mir das Bloggen hier bei WordPress doch etwas fehlt und wieder angefangen mich damit zu beschäftigen.

Da ich aber ein Fan der Vereinheitlichung bin, wollte ich meine Social Media Profile unter einem Namen laufen lassen: Kennzeichen E! Doch WordPress lässt das Ändern der originären Blog Adresse (in meinem Fall: https://eddiblog.wordpress.com ) nicht zu.

Lange Rede kurzer Sinn:

Ich bin umgezogen; bzw. habe einfach meine sieben Sachen gepackt und einen neuen Blog im (fast) alten Gewand angelegt!

Ab sofort bin ich unter der neuen Blog-Adresse:

http:/kennzeichene.wordpress.com

zu erreichen und werde dort meine Blogger Ergüsse posten!

Ich würde mich also freuen, wenn ihr mir dorthin folgt und wir uns dort weiterhin lesen!

Also bis demnächst
Eddi
e.

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GEMA

Ein weiteres „Kampf-“ Thema ist die neue #GEMA Tarif Reform.

Ein Überblick über die neuen Strukturen und Tarife gibt die GEMA selbst, aber die Ansichten der betroffenen Unterhaltungs Unternehmen:

GEMA:

https://www.gema.de/musiknutzer/10-fragen-10-antworten.html

Bund der GEMA Zahler:

http://www.gemazahler.de/gema-musiknutzer/gema-tarifaenderung-2013.html

Tonspion (DJ Abgabe):

http://www.tonspion.de/neues/neueste/3442223

Veröffentlich mit WordPress für Kennzeichen E

LeistungsSchutzRecht

Hier mal eine Sicht auf das ReizThema #LSR und die Auswirkungen für u.a. Blogger durch die Brille der Medien (#Taz)und der Blogger Welt und NetzAktivisten (Stefan#Niggemeier).

Taz:

http://m.taz.de/Blogger-und-Leistungsschutzrecht/!112245;m/

Stefan Niggemeier:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/luegen-fuers-leistungsschutzrecht-6/

Veröffentlich mit WordPress für Kennzeichen E

Syria

Schönes und beklemmendes Zitat aus einem Text eines Künstlers der aus einem Flüchtlingscamp zurück nach Syrien fährt…

„…came home – back to Syria,
Came home to the killing.
See the places of hysteria
We‘ re here to die but I’m not willing…!

e.

Zitat des Tages

Urlaub ist dann am schönsten, wenn er vorbei ist 🙂

 

(Aber ein bisschen hab ich ja noch)

Video des Tages

Kneipe, Alkohol, Billard, Frauen, Prügeleien! Also alles was einen guten Mann ausmacht!

Ok, ich gebe es zu, ist ein bisschen fragwürdig diese These und sicherlich auch nur mit bitterer Ironie gemeint, wenn The Heavy in ihrem neuen Video eine Handlung inszenieren, in dem der Protagonist, von einem Streit in das nächste Problem stolpert, bis es zur Eskalation kommt!

Immer etwas riskant, aber ich finde es mutig, wenn Künstler mal darauf verzichten, klassische Videos zu produzieren, wo die Band an absurden Orten den Song performen, oder gar keine Handlungsbotschaft erkennbar ist, die den Song visuell unterstützt.

Genau das Gegenteil findet hier statt, die Band ist überhaupt nicht zu sehen, nur der kraftvolle soulig-rockige Indie Song im Retro Sound ist zu hören.

Ist das nicht ein gutes Beispiel für What Makes A Good Man?

e.

Kennzeichen E @ Tonmagnet.de

Es gibt Neuigkeiten zu berichten in eigener Sache:

Ich werde von nun an für das Musik-Portal Tonmagnet.de auf die Suche nach neuer und interessanter Musik gehen und dort meine Reviews (Rezensionen) der Alben veröffentlichen.

Tonmagnet steht für Netaudio, also Netzmusik, die von Künstlern auf entsprechenden Netlabels veröffentlicht und vertrieben wird und unter einer entsprechenden Creative Commons-Lizenz stehen!

Ziel dabei ist es, dass sich die Künstler zeigen und präsentieren und dafür ihre Musik, oder Teile davon der Allgemeinheit frei zur Verfügung stellen können. Sei es durch den Download, oder das verwenden der Musik, ohne dass dafür erst die Nutzungsrechte kostenpflichtig bei Plattenfirmen eingeholt werden müssen.

Nichts desto trotz sind es professionelle und künstlerisch anspruchsvolle Produktionen, die es wert sind einem größeren Publikum präsentiert zu werden, auch wenn sie nicht durch große Labels und Platten-Vertriebe vermarktet werden!

Ich werde mir daher regelmäßig Alben heraussuchen, die mir besonders aufgefallen sind, die mir gefallen und dann bei Tonmagnet darüber berichten und rezensieren!

Mein erster Review dort ist bereits fertig und kann gelesen werden und bei Gefallen kann man auf die Künstler Seite, oder die des entsprechenden Netlabels und sich die Musik anhören und runterladen!

Ich werde die Reviews natürlich auch hier posten und auf Neuigkeiten hinweisen.

Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt…

e.

Zitat des Tages

Es hängt von Dir selbst ab, ob Du den neuen Tag als Bremse oder als Motor benutzen willst

Tiki Taka (Vol. 3)

Hat Spanien gestern echt mit 4:0 gegen Italien im Finale der Fußball Europameisterschaft 2012 gewonnen ? Ich hatte auf ein knappes 2:1 getippt, aber dass es so (über-)deutlich ausgeht, hätte ich nicht gedacht.

Spanien hat nicht nur glücklich gewonnen, sondern unglücklicherweise für Italien, völlig überzeugend und auch in der Höhe verdient!

Und es ist auch bezeichnennd, wie die öffentlichen Abgesänge im Vorfeld waren: „Hört auf mit Tiki-Taka Kurzpass-Spiel“ „langweilig“ und Spaniens Dominanz wäre zu Ende, kaum überzeugende Spiele etc.

Richtig, die Spiele von Spanien waren sicherlich nicht so von Dominanz geprägt wie vorher, aber ihr Trainer Vicente del Bosque musste auch 3 wichtige Elemente in ihrem Spiel kompensieren: Carles Puyol, der unerschrockene Kopf der Abwehr fehlte, Sergio Ramos musste dafür von seiner angestammten Position als Weltklasse rechter Außenverteidiger in die Innenverteidigung UND ihr wichtigster Spieler im Sturm, David Villa, der eine entscheidende Funktion im Offensivverbund einnahm, fehlte auch!

Diese Bausteine haben sicher dazu beigetragen, dass das Spiel der Spanier an Attraktivität und Durchschlagskraft vermissen ließ!

Was hingegen entscheidend ist, sie haben sich trotz nicht immer überzeugender Leistung und teilweise mit ner Prise Glück, durchgebissen und im Finale ihr bestes Spiel gemacht und ganz Europa begeistert.

Niemand hat nach dem Spiel gesagt, dass Spanien nicht verdient gewonnen hätte.

Es gab ja sogar auch nicht wenige Menschen, die den Italienern, nach ihrem überraschend starken und selbstbewussten Auftreten gegen die deutsche Mannschaft im Halbfinale, nicht sogar auch den EM Titel zugetraut hätten. Alle sprachen nur noch von Mario Balotelli, dem Wunderknaben, „Tor-minator“ etc. Aber auch er hat im Finale so gut wie gar nicht statt gefunden.

Und was nach dem 1:1 im Gruppenspiel noch so aussah als könne Italien den Spaniern Paroli bieten, sah dann im Finale völlig anders aus. Ok, den Spaniern ist sicherlich der Umstand zugute gekommen, dass sie ihre erste große Torchance genutzt haben, ähnlich wie Italien das gegen Deutschland gelungen ist. Das hat sicherlich die Weichen gestellt, weil Italien dann unter Druck geraten ist und ihr Konter-Spiel aufgeben mussten.

Italien hat eine, trotz denkbar schlechtem Start (Wettskandal, Staatsanwaltschaft im Mannschaftsquartier, Festnahme eines EM-Spielers), großartige Euro 2012 gespielt und aus einem Außenseiter einen Titelaspiranten entstehen lassen!

Aber:

Die Spanier hatten einen Plan, waren vorbereitet, wollten den Sieg, wussten was sie tun müssen um gegen Italien zu gewinnen,  wollten den Titel und als erste Mannschaft überhaupt mit 3 großen Titeln in Folge (EM 2008, WM 2010, Em 2012) zu holen Geschichte schreiben…kurzum:

Die Spanier haben einfach zugepackt!

e.

Zitat des Tages

Wie kann ich lernen, wenn ich nicht verstehe was ich sehe?

Gut gebrüllt, Löw!

Artikel-Bild© Christopher Lee/Getty Images

Nun könnte ich so „altklug“ sagen: „Ich hab es doch gleich gewusst“, aber es ist tatsächlich so, dass ich gestern tagsüber noch twitterte „Ich hab da so´n Gefühl…“ und meinte damit, dass Italien möglicherweise ein echter Stolperstein werden könnte! So ist es dann auch gekommen. Schade eigentlich!

Aber andererseits kam dieses Gefühl dann auch nicht ganz aus dem Nichts. Noch einen Tag vorher, auf der obligatorischen Presse-Konferenz sagten Jogi Löw und Bastian Schweinsteiger unisono: „Wir sind soweit den nächsten Schritt zu gehen und wir sind in der Lage jeden Gegner auf der Welt zu schlagen!“

Bei aller Euphorie, über die deutsche Nationalmannschaft, die zurecht seit 2006 und dem Beckenbauer iniziierten Sommermärchen begann und als positiver Kulturexport Deutschlands gefeiert wird, es sind jetzt 5 große, internationale Turniere (Confed Cup, 2x WM, 2x EM) gespielt worden, wo Jogi Löw und seine Mannschaft n tollen Eindruck und nationale Begeisterung hinterlassen haben, aber in den entscheidenden Spielen gestrauchelt sind!

Natürlich 4x Halbfinale, 1 EM Finale zu erreichen ist großartig und zeigt, dass die Nationalmannschaft konstant auf hohem Niveau spielen kann und zurecht zu den 4 besten Nationen der Welt gehört! Und natürlich gehört der jungen, entwicklungsfähigen deutschen Mannschaft die Zukunft und es sind noch einige weitere hoffnungsvolle Talente, die nachrücken! All das spricht für Jogi und seine Löwen!

Aber:

Vielleicht haben manche Beobachter nicht ganz unrecht damit, dass der Mannschaft vielleicht (noch) etwas fehlt,was andere Manschaften (schon) haben: eine Art Sieger-Gen!? Bis zu einem gewissen Punkt sieht alles toll aus, aber im entscheidenden Moment, so wie gestern gegen Italien, war niemand da, der auf dem Platz das Heft in die Hand genommen hat. Auch habe ich jemanden vermisst, der mal mit seiner Kraft und Körpersprache den Willen vermittelt hat, das Match zu drehen. Es wirkte zuweilen etwas „hilflos“, besonders in der 1. Halbzeit.

Jogi Löw hat sein Konzept und Spieleraufstellung ausgegeben und die Mannschaft war im Vertrauen darauf, dass alles so klappt. Hat es dann aber nicht! Das ist schade…aber letztlich ist es Sport und Niederlagen gehören dazu!

Ich will auch nicht alles schlecht reden oder in Frage stellen, nur mit jedem Turnier ist das Selbstvertrauen gewachsen und gleichermaßen auch das Selbstverständnis, dass man bereit für den Titel sei! Und da hab ich das Gefühl, Anspruch und Wirklichkeit klaffen da etwas auseinander.

Oder anders gesagt: Wer so vollmundig der Weltpresse verkündet, dass man jede Mannschaft schlagen kann und bereit sei für den nächsten Schritt, der muss es dann letztlich auch mal tun!!!!

Im Sport ist es leider so, dass der 2. eben der 1. Verlierer ist, das haben die Bayern-Spieler diese Saison 3 Mal schmerzhaft erfahren müssen und so auch die Nationalmannschaft!

Klar, als Botschafter eines neuen multikulturellen, weltoffenen, symphatischen Deutschlands ist die Nationalmannschaft sicher ein Musterbeispiel, aber reicht das?

Fehlt der Mannschaft einfach in „Winner“ Typ, an dem man sich reiben aber auch aufrichten kann? Genauso eine Art Spieler, wie er in anderen Mannschaften da ist, aber Jogi Löw ihn nicht haben möchte (siehe Frings, oder Ballack), im Sinne von Harmonie und flachen Hierachien?

Ich sehe viele Spieler, die intelligent, reflektiert, selbstkritisch, modern, aber auch angepasst und irgendwie „ferngesteuert“ sind, keiner möchte der Buhmann sein, oder auch mal positiv „anecken“. So wie Gestern die Spieler traurig und enttäuscht, aber man bei niemanden das Gefühl hatte dass er richtig sauer und frustig ist und das auch mal zeigt…alles war so „aufgeräumt“.

Ist diese National-Mannschaft einfach zu „brav“ ?

e.

Zitat des Tages

To finish First, you have to finish first!

Ballverlust

Artikelbild © Vox 2012

Früher lief Lothar ja bekanntermaßen verloren gegangen Bällen hinterher; heute hingegen versucht er das Gleiche mit seiner Würde und Haltung. Man kann aber jetzt schon sehen, dass er das mit den Bällen eindeutig besser hin bekommen  hatte!

Ich hab ja gerade Urlaub, und es regnet unentwegt und so hab ich natürlich gerade mal die erste Folge von Lothars Doku Soap auf VOX „Immer am Ball“ angeguckt und verstehe ein bisschen, warum das groß angekündigte TV-Highlight als laues Lüftchen ins Spätprogramm verschoben wurde.

Es ist ja an Selbst-Demontage nicht mehr zu überbieten, wenn Lothar

  • Joghurts im Kühlschrank in Reih und Glied ordnet,
  • Cola zum Frühstück einschenkt
  • Spiegeleier brät die dann wie Erbrochenes aussehen
  • seinem Ordnungs- und Kontrollzwang öffentlich zur Schau stellt
  • sein als Lebensgefährtin getarntes Unterwäsche Model pausenlos belehrt und vorführt
  • und gar nicht merkt wie peinlich genau er ein Bild von sich vermittelt, was weder seinen sportlichen Erfolgen, noch seinen Ambitionen als ernsthaften Fußball Lehrer gerecht wird.

Es wirkt ja schon bemitleidenswert, wenn er versucht, schablonenhaft die Erkenntnisse seines Fußballerdaseins in sein heutiges Leben zu übertragen. Er redet wirr von Linien und Kreisen des Fußball Spielfeldes und welche Symbolik sich daraus ableiten lässt…zumindest theoretisch. Es ist halt alles noch so in seinem Kopf gespeichert, wie er sagt…

Er hätte auch über Kornkreise in Nordengland reden…oder einfach sagen können: „Was die Leute über mich denken ist mir egal, hauptsache sie nehmen mich wahr!“

Dass sie ihn auch ernst nehmen sollen, hat er freilich schon aufgegeben, denn es ist ja sonst auch garnicht anders zu erklären warum er seit Jahren bemängelt dass er in Deutschland nicht als Trainer gefragt ist und lediglich in der süd-osteuropäischen Provinz, in Israel, oder in Brasilien kurze Trainer Gastspiele geben muss. Sein Manager hingegen zu Protokoll gab, dass Lothar ja schon längst ganz konkret in Deutschlands 1., 2., oder 3. Liga hätte tätig sein können. Aha, und warum hat er das dann nicht einfach getan, stellt sich hier die Frage? Dann wär vielleicht dem Kulturstandort Deutschland diese erneute TV-Peinlichkeit erspart geblieben…zumindest theoretisch.

Oder gehört das Trainer Dasein in Wahrheit nur zu seinen zahlreichen Blitzlicht-Bühnen, die er ja so gerne Betritt, um nicht vollends in der medialen Abstellkammer zu landen ?

Wenn Lothar mit seiner Doku Soap aber eines erreicht hat, dann

  • dass er nun in einem Atemzug mit Daniela Katzenberger, die Wollnys und den anderen schwer vermittelbaren Möchte-gern-Promis aus dem RTL Dschungel Camp  genannt wird
  • dass zukünftige Vereine sich fragen werden, ob Lothar Joghurtbecher mit auf den Trainingsplatz mitbringt, um den Spielern Ordnung zu vermitteln, anstatt die altbekannten Hütchen
  • und zukünftige Partnerinnen sich spätestens jetzt genau überlegen, ob sie wirklich einen kleinen Bestimmer wollen, der aber auch alles kontrollieren will…. aber der natürlich auch mal großzügig über etwas hinweg guckt…zumindest theoretisch.

Wenn er wirklich das gemeint hat, als er sagte, er wolle der Öffentlichkeit den „wahren“ Lothar zeigen, wie er ist und wie man ihn wahrnehmen sollte, dann kann man nur froh sein, dass gestern die Mehrzahl der Zuschauer lieber n spannendes Elfmeterschießen verfolgt haben, als den traurigen Alltag von Lothar M. zu verfolgen…

Nein, ein Lothar Matthäus gehört nicht ins Spätprogramm…Lothar gehört auf die Couch!

e.

Soundcheck (Vol. 5)

1. Was macht eine Rocklegende Robert Plant, Sänger-Ikone einer der bekanntesten Hard-Rock Bands aller Zeiten, Led Zeppelin, der als Solo Artist alle stilistischen Grenzen der Rock Musik erforscht hat, wenn er auf Alison Krauss trifft? Richtig…sie nehmen ein Album auf! An sich keine große Sache, wenn man sich nicht fragen würde: „Wer ist Alison Krauss?“ Sie zählt zu den bekanntesten Country und Bluegrass Sängerinnen der USA und hat die Kleinigkeit von 27 Grammy´s in ihrer Vitrine stehen. Man könnte sagen, da begegneten sich 2 Künstler auf Augenhöhe, mal abgesehen davon, dass die musikalischen und gesanglichen Übereinstimmungen ja eigentlich so recht nicht zusammen passen. Taten sie aber auf dem 2009er Album Raising Sand sehr wohl. Und n Grammy sprang natürlich auch dabei raus…für beide! Das leicht flehende Please read the Letter enstammte allerdings noch aus der Feder von Robert Plant & Jimmy Page, was sich aber in diesem Fall als eine sehr gute Wahl darstellte und den Song erst „persönlich“ macht!

 

2. 2008 war auch ein wichtiges Jahr für die Band Keane, einerseits weil ihr 3. Album Perfect Symmetry in die Läden kam. Andererseits, war mit diesem Album ein neuer Zyklus angebrochen. War die Band doch vorher im alternativen Klavier dominierten Musikzeitgeist mit geschwommen und verzichteten bis dato sogar ganz auf Gitarren und synthetische Zusätze, hörte sich das nun ganz anders an. Schwungvoller, tanzbarer aufwendig arrangierter ein bisschen 80er inspirierter Großstadt Pop! Folgerichtig war Spiralling die erste Singleauskopplung und beschreibt eine abwärtsgerichtete Entwicklung in unserer individualisierten Gesellschaft!

 

3. Bob Dylan Songs sind gewöhnlicher weise immer sehr offen für unterschiedlichste Interpretationen. Dieses gilt ganz besonders für All along the watchtower,  den er 1967 geschrieben hat, als er anfing sich intensiver mit der Bibel zu befassen. Man kann deswegen auch viele mystische und christliche Sinnbilder entdecken. Und es ist ein  Song der zu denen gehört, die Dylan am häufigsten Live gespielt hat und auf keiner Compilation oder Tribute-CD fehlt! Was den Song zusätzlich aufwertet ist die Tatsache, dass ihn 1968 nur 6 Monate später ein anderer nicht ganz unbekannter Zeitgenosse für sein Doppel-Album Electric Ladyland neu interpretiert und unverkennbar mit seinem eigenen Namen verknüpft hatte…die Rede ist natürlich vom Gitarren Gott Jimi Hendrix!

 

4. Und um noch etwas bei Jimi Hendrix zu bleiben. Denn ich kenne keinen Künstler der innerhalb von nur 3 Jahren (1967-1970) und 3 Alben eine musikalische Hinterlassenschaft kreiert hat, die ein halbes Jahrhundert später immer noch verehrt wird und sein Gitarrenspiel unerreicht geblieben ist. Bekannt ist ja, dass Hendrix einen Hang zu einem exzessiven Leben hatte, wo Frauen, Alkohol und später auch härtere Drogen eine Rolle spielten. Seine Marihuana Sessions sind ja legendär und haben bemerkenswert Kreatives hervorgebracht. Bekannt ist er jedenfalls als Gitarrist, aber auch seine lyrischen Fähigkeiten werden dabei manchmal vergessen. Sehr feine, sensible  Texte, die einen Hendrix offenbaren, der aus mehr als nur Klischees bestand! Little Wing ist so ein Beispiel, das hier besonders großartig von Sting auf dem 1988er Album …nothing like the Sun interpretiert wurde.

 

5. 2009 kam das überraschende Ende der amerikanischen Alternative-Rockband LIVE mit ihrem charismatischen Sänger Ed Kowalczyk. Was nach neuen künstlerischen Wegen der Band und dem Sänger aussah, war ein handfester rechtlicher Streit, nachdem die Band dem Sänger vorgehalten hatte, geheime finanzielle Absprachen über Gagen an der Band vorbei verhandelt hatte. Mittlerweile hat die Band einen neuen Sänger und einen neuen Namen, aber auch eine Historie, die es wert ist, am Leben gehalten zu werden. Das 1999er Album The Distance to Here beinhaltet esoterische und spirituelle Sinnbilder, die von biblischen oder fernöstlichem Glaubensbekenntnissen inspiriert sind, was sich auch auf Run to the Water nachempfinden lässt.

 

6. Politisch denkend und aktiv war Eddie Vedder schon immer. Gerade zu Beginn seiner musikalischen Karriere mit Pearl Jam, war er nach eigenen Aussagen voller Wut auf das System, die (konservative) Politik Amerikas  und den Zerfall der Gesellschaft. Mittlerweile ist diese Wut etwas verblasst und er kann die Dinge gelassener sehen. 2007 hat ihn der Hollywood Schauspieler und mittlerweile ambitionierte Regisseur Sean Penn engagiert in völliger künstlerischer Freiheit Songs für den Film Into the Wild zu schreiben, der das Aussteigerleben von Christopher McCandless  beschrieb. Herausgekommen sind beeindruckend zurückgenommene folkige Songs, die die Szenerie und Atmosphäre des Filmes sehr gut wiederspiegeln. Während der Titelsong Guaranteed die Person beschreibt, ist Society eine bitter-süße Aussteiger-Hommage an Werte, die die Konsumgesellschaft zu vergessen scheint.

 

7. Wenn man eines über die Schottische Band The Blue Nile und deren Musiker um ihr Master-Mind Paul Buchanan nicht sagen kann, dann dass sie musikalische Arbeitstiere wären. Nach fast 30 Jahren im Musikgeschäft haben sie es auf ganze 4 (!) Alben gebracht! Viel Zeit zum Nachdenken, komponieren…aber leider auch viel Zeit für Fans zum Warten. Allerdings haben sie dann ja auch immer großartige, zeitlose Songs hervorgebracht, die niemanden enttäuscht haben, der sehnsüchtig nach neuem Songs verlangt hat. Vom 1989er Meisterwerk Hats steht hier stellvertretend Downtown Lights, dessen Alter sich nur durch das Erscheinungsjahr erkennen lässt.

 

8. Noch ein paar Jahre muss man in der Musikgeschichte zurück gehen, um auf das Roxy Music Album Avalon von 1982 zu stoßen. Obwohl sich die Band bis heute nie so richtig getrennt und aufgelöst hatte und seit 10 Jahren sogar wieder regelmäßig fast in Originalbesetzung auf Tour ist, steht Avalon bislang als finaler Akkord einer der wichtigsten und bekanntesten Art-School Glam-Pop Band der 70er Jahre im Raum. Damals waren nur noch 3 der ursprünglich 6 Mitglieder an Bord auch der Sound war sehr auf den eleganten Großstadt Flair von Bryan Ferry ausgerichtet und mit Funk Einflüssen angereichert. Dennoch wurde das Album ein Erfolg und eine Referenz für viele 80er Jahre Pop-Künstler. Und mit Songs wie Take a Chance with me geht man auch kein Risiko ein, gute Musik zu hören.

 

9. Heather Nova  kommt aus Bermuda, dort wo das Bermuda-Dreieck verortet wird und schon viel Schiffe und Flugzeuge unter mysteriösen Umständen bedingt durch berüchtigte Hurricans und unsichere Gewässer verschwanden  und viele Menschen Urlaub machen. Allerdings arbeitet sie dort ja auch und das sehr erfolgreich. Neben Büchern die sie dort schreibt und illustriert macht sie Musik in ihrem eigenen Studio. Ob Zufall oder nicht heißt ihr mittlerweile 11. Studio-Album von 2011: 300 Days at Sea. Dass dabei die Songs nichts von ihrer Kraft verloren haben, hört man an Higher Ground.

 

10. Ein gebührender und grandioser Rausschmeißer-Song ist das epische High Hopes von Pink Floyd. Es war auch auf dem 14. und letzten 1994er Album The Divison Bell der Schlussakkord. Und somit der letzte Song einer Band, die wie keine andere Band den Art-School Progressive Rock des letzen halben Jahrhundert geprägt hatte. Während die meisten der Songs des Albums das Kern-Thema Kommunikation und Dialog behandeln, aber allesamt nicht so recht haften bleiben wollen, wird es bei High Hopes nochmal persönlich. Sänger, Gitarrist und Songwriter David Gilmour, der mittlerweile viele seiner Songs auf seinem digitalen Hausboot-Studio Astoria schreibt und aufnimmt, schwelgt etwas autobiografisch in seinen Jugenderinnerungen, als er noch keinen Gedanken daran verschwendete, dass dieser Song der letzte sein sollte. Ein monumentales und würdiges Ende!

Diekmann´s lustiges Taschenbuch

Lieber Kai „Donald“ Diekmann!

Ich verstehe ja, dass Sie derzeit andere Dinge um die Ohren haben, als sich um die unwichtigen Befindlichkeiten von Menschen zu kümmern, die Ihre tägliche Lektüre weder kaufen noch geschenkt haben möchten!

Sie packen ja sicherlich schon Ihre Koffer und machen Pläne, oder verteilen Brötchen an Demonstranten. Sie müssen ja auch Ihren mindestens 6-monatigen Aufenthalt in Palo Alto, besser bekannt als Silicon Valley, vorbereiten.

Falls es Ihnen dort gut gefällt, schlage ich vor, Sie bleiben gleich dort. Der amerikanische Boulevard und Gossip Sektor sucht sicher noch fähige Verlagskräfte, die in Deutschland keinen kreativen Input mehr bekommen. Denn in Ihrer Abwesenheit, werden sie ja von 2 Redaktionskollegen vertreten, denen Sie Ihre Amtsgeschäfte ja in guten Vertrauen übergeben. Sie selbst wollen ja keinerlei Einfluss auf das Tagesgeschäft nehmen, während sie unermüdlich nach Verlagsstrategien für das Online-Geschäft suchen!

Ob Sie sich damit entbehrlich machen in Ihrem Hause, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen!

Man kann sich vorstellen, dass Sie die Angelegenheit sehr ernst nehmen, haben Sie ja schließlich auch optisch vorgesorgt, um den Anforderungen des Technologie Trips, der vor Ihnen liegt gewachsen zu sein. Die Haare nach 27 Jahren gekürzt und sie verzichten neuerdings auf die morgendliche Portion….ja was eigentlich? Laut Ihren Aussagen haben sie ja NIE Haargel benutzt! Michel Friedmann, der eine ähnliche Frisur zur Schau trug hatte ja bekannter maßen immer „Wasser“ verwendet. Nun ja, ich will nicht zu sehr spekulieren…schließlich ist es ja ein sinnvoller Schritt gewesen, da die klimatischen Bedingungen dort ja kurzes Haupthaar erforderlich machen!

Aber ich möchte nicht zu sehr abschweifen und Ihnen hiermit sagen, dass ich heute wider erwartend Ihr Druck-Erzeugnis in meinem Briefkasten gefunden habe, obwohl ich -per Mail an Ihren Verlag- auf die Zustellung  dankend verzichtet hatte!!!

Ich gehe mal davon aus, dass der Briefträger da irrtümlich zu fürsorglich war, denn dass Sie und Ihr Verlag die Wünsche der Menschen nicht respektieren würden, auf die Idee käme ich gar nicht erst!

Im ersten Moment dachte ich:

„Auf die Bild Zeitung ist echt Verlass…Nicht nur, dass sie heute gratis war, es ist auch völlig vergebens und überflüssig, sie abzulehnen….genauso überflüssig wie die Bild selber!“

Dann aber wurde mir klar, das Lesen schenke ich mir einfach selber und sortiere sie zu meinen anderen Unterlagen in die große blaue Ablage, wo bereits meine Wochen Lektüre, die ich tatsächlich gelesen habe, aufbewahrt wird und nächsten Dienstag zur Weiterverwendung abgeholt wird.

Wenigstens darauf hab ich Einfluss!!!

Mit „dankbaren“ Grüßen in Ihren Dienstsitz Hamburg-Entenhausen!

e.

LSR – Wie Verlage die Realität verweigern

Ich muss zugeben, dass ich die seit einiger Zeit teilweise aufgeregt und verbissen geführte Diskussion um und über den vom Bundesjustizministerium in persona  Sabine Leutheusser-Schnarrenberger initiierten Referentenentwurf zum Thema Leistungsschutzrecht (LSR) nur am Rande verfolgt habe.

Allein die Beschäftigung mit den Themen Urheberrecht, ACTA & Co. erfordert soviel Zeit und Energie, dass es schon mal überfordernd sein kann. Zumal es sich auch hierbei ja erst mal noch um eine Gesetztesvorlage, also einen Entwurf für ein mögliches Gesetz handelt!

Dennoch bedarf es eines genaueren Blickes:

Der Protest und die Kritik vieler Netzaktivisten und Blogger lässt die zuständige Ministerin in einem Licht stehen, als würde sie dem Willen der großen Verlage entsprechen (stellvertretend sei hier der Axel-Springer Verlag genannt)  und ein Gesetz formulieren, das ihnen die Kontrolle über Information, die Art der Verbreitung und Refinanzierung verschafft, aber eben auch die Möglichkeit bietet, Nutzern untersagen zu dürfen, Presse-Erzeugnisse zu verwenden, sofern keine Nutzungs-Lizenz erworben wurde. Notfalls auch per Gerichtsentscheid und Strafzahlungen!

Nun ist es ja schon seit einigen Jahren so, dass das Internet den großen Musikverlagen ja schon eine völlig neue Dimension der Vermarktungchancen aufgenötigt hat, die sie lange gar nicht wahrhaben und sehen wollten. Vielmehr taten und tun sie sich schwer, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die der veränderten Situation Rechnung trägt. Ein erster Reflex war es, alles was nach digitaler Konkurrenz (Filesharing, Downloadportale) aussah, in Frage zu stellen, oder per Gerichtsentscheid zu verbieten. Substanziell verhindern konnten sie den Fortschritt aber auch nicht!

Auch basierend darauf, ist eine Urheberrechtsdebatte im Gange, in der Künstler, Journalisten, Autoren, etc. mehr Rechte und „angemessene“ finanzielle Beteiligung an den von ihnen erstellten kreativen Werken einfordern. Schließlich wollen sie davon partizipieren und  auch davon leben können!

Zeitungsverlage sehen sich durch das Internet ebenfalls seit Jahren um die finanziellen Früchte ihrer journalistischen Arbeit betrogen und wollen der sog. Gratis-Informations-Nutzung ein Ende bereiten.  Man könnte meinen, dass sinkende Auflagenzahlen der Printmedien und sinkende Einnahmen durch Werbeerlöse allein daraus resultieren, dass jedermann überall im Netz kostenlos an Informationen kommt und redaktionelle Werke der Verlage für seine Zwecke nutzt, unter seinem Namen  verbreitet, ohne dass erkennbar wird, wer eigentlich der Urheber des Werkes ist.

Dass die Verlage durch die virtuelle Verbreitung profitieren scheint nebensächlich, denn was die Verlage nicht gerne zugeben, sind vielmehr die schwarzen Kreativitätslöcher in puncto digitale Vermarktung ihres redaktionellen Contents im „bösen“ Web 2.0 . Ganze Zeitungen mussten schon eingestellt worden; Verlage fusionieren, oder gliedern gleich Verlagsredaktionen in fragwürdige Gesellschaften aus. So wie es gerade beim Springer-Verlag passiert, wo über 50 Redakteure und Mitarbeiter u.a. der Zeitschrift Computer-Bild  „aufgefordert“ werden, in eine neue verlagseigene Gesellschaft zu wechseln. Eine Gesellschaftsform, die selbstverständlich nicht an Branchentarifverträge gebunden ist. Hier scheint den Verlagen der Wert journalistischer Arbeit nicht ganz so wichtig zu sein!

Es geht natürlich um das liebe Geld. Um fehlende Konzepte und Ideen (Paid-Content, Paywall) und wie veraltete Verlags-Einnahmestrukturen doch noch irgendwie in das digitale Zeitalter hinüber gerettet werden können. Und wenn einem gar nichts mehr einfallen will, spannt man eben die Politik vor den Karren, oder man schickt den Chefredakteur der Bild-Zeitung für mindestens 6 Monate in die USA. Genauer gesagt nach Silicon Valley, das Herz der IT- und High-Tech-Industrie, um dort den Kreativitäts-Akku in Bezug auf digitale Vermarktungskonzepte für die Zukunft aufzuladen.

In dieser soll dann doch bitte die Nutzung redaktionellen Inhaltes kostenpflichtig sein, sofern er gewerblich genutzt wird.  Zum redaktionellen Inhalt zählt der Artikel an sich, aber eben auch Zitate aus dem Artikel, die Überschrift und das Verlinken des Artikels.

Im Klartext soll also jeder Blogger, der einen privaten (aber werbefinanzierten) Blog betreibt, eine Lizenz erwerben müssen, der ihn berechtigt fremde redaktionelle Inhalte auf seinem Blog zu nutzen. Denn es wird unterstellt, dass der private Charakter des Blogs nicht mehr vorhanden ist, wenn durch Werbung Einnahmen generiert werden. Dementsprechend handelt es sich dann um eine gewerbliche Nutzung. Wenn durch die Aufwertung seiner Artikel fremde Inhalte genutzt werden, muss dieser Mehrwert durch Zahlung einer Gebühr an den Urheber (Verlag) vergütet werden.

Interessant (weil juristisch klärungsbedürftig)  wird das es u.a. dann, wenn ein eh schon durch seinen Verlag schlecht bezahlter freiberuflicher Journalist, oder Autor für eine Zeitung redaktionelle Beiträge z. B. über das Thema „Internet“ schreibt, dann aber auf seinem rein privaten Blog ebenfalls Artikel zu dem gleichen Thema verfasst!

Es drängt sich der Verdacht auf, dass es in Zukunft vermehrt Richtersprüche geben wird, ähnlich wie im Fall Gema vs. Youtube (Google), wobei Youtube in der Verantwortung steht, nicht lizensierte Videos aus seinem Portal zu löschen, da Youtube kein Lizenzabkommen mit der Gema abschließt, die das Verwenden der Videos erlaubt. Ungeklärt dabei ist aber immer noch, wann ein Lizenzverstoß eigentlich vorliegt.

Laut einer Aussage der Bundesjustizministerin auf dem „Medienforum.NRW“ in dieser Woche soll angeblich die rein private Nutzung und Verbreitung von Presseartikeln nicht betroffen sein, sodass ich bis auf Weiteres meine selbstverfassten Artikel mit redaktionellen Inhalten von Online Print Quellen und Nachrichten-Portalen anreichern kann und werde.

Ob diese Praxis noch möglich sein wird, oder ob ich mich potentiell in Rechtsunsicherheit begebe, wenn das LSR dann erst mal zum anwendbaren Gesetz geworden ist, muss sich erst noch erweisen. Von daher sollte man die Entwicklungen genau im Auge behalten.

Sicher ist sicher…

e.

Heike Rost hat sich die Mühe gemacht die aktuellen Diskussions Beiträge bekannter Netzaktivisten, Blogger und Verbände in Form einer Linkliste zusammenzustellen!

Zitat des Tages

Man investiert Zeit, die man nicht hat, in Sprüche, die man nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht kennt.

 

Thomas@sechsdreinuller (#sechsdreinuller) über Twitter

Neues aus Usedom

Was für eine Wendung gestern bei der Euro 2012 in Polen und Ukraine! Nachdem Russland nach dem ersten, furiosen Gruppenspiel-Sieg gegen überforderte Tschechen schon wie ein heimlicher Turnierfavorit aussah, hat sich die Mannschaft nach der Niederlage gegen Außenseiter Griechenland schon nach der Gruppenphase aus dem Turnier gespielt! Ähnlich erging es Gastgeber Polen. Tschechien und Griechenland stehen somit etwas unerwartet im Viertelfinale.

Das sollte auch heute für Deutschland als Warnung gelten, denn trotz der 2 Siege, ist unter Umständen auch für die deutsche Mannschaft ein Ausscheiden zwar nicht wahrscheinlich; aber immerhin möglich. Selbst für die 0-Punkte Holländer ist das Viertelfinale theoretisch noch drin!

Aber soviel zur Theorie. Ganz praktisch bietet uns die Euro noch ganz andere Schlaglichter. Verantwortlich dafür ist das Fernsehen selber und die UEFA, die die weltweite Bildregie „diktiert“:

  • Was die UEFA nicht sehen will und dementsprechend auch nicht senden lässt, sind politisch motivierte Protestaktionen wie die, einiger deutscher Grünen Politiker, die auf die fragwürdige politische Situation in der Ukraine hinwiesen.
  • Gesendet wurde auch nicht ein s. g. „Flitzer“, der während eines Spiels auf den kroatischen Trainer zulief und ihn umarmte.
  • Darüber hinaus ist bekannt geworden, dass die UEFA keine leeren Ränge während der Übertragungen gesendet haben will und stattdessen nur volle Ränge mit jubelnden, ausgelassenen und feiernden Fans zeigen lässt.

Was aber gesendet wurde, war Jogi Löw, wie er während des Spiels der deutschen Mannschaft gegen Holland einem Balljungen von hinten anschleichend einen Ball aus dem Arm tippt und sich darüber schelmisch freut. Dann aber im Interview nach dem Spiel beteuert, diese Szene sei noch vor dem Spiel gewesen. Moment…VOR dem Spiel? Die Verwunderung war groß…auch beim ZDF, die an dem Abend das Spiel übertragen hatte. Kurze Rücksprache mit der UEFA, die dann zugeben muss, dass sie die Szene unangekündigt in das laufende Spiel hineingesendet hat.

ARD und ZDF protestierten daraufhin umgehend und das böse Wort von Zensur, unangemessener Einflussname auf die Berichterstattung und Staatsfernsehen machte die Runde! Hintergrund ist die Tatsache, dass die deutschen Sendeeanstalten keinen Einfluss auf die Übertragungen haben und nur das zeigen, was ihnen die UEFA als sog. „Weltbild“ zur Verfügung stellt. Eigene Technik wird nur nach Spielende eingesetzt!

Allerdings haben die deutschen Sender auch ihre eigenen hausgemachten Kuriositäten aufzubieten:

  • Während die ARD mit Mehmet Scholl-Äußerungen tagelang die Schlagzeilen beherrschte und eine merkwürdige Debatte über Mario Gomez und seine manchmal passive Spielweise auslöste. Wohlgemerkt eine Spielweise wie sie seit Jahren bekannt ist und ihn zum Top Stürmer der Bundesliga hat werden lassen! Aber immerhin schaffen sie es, live aus den Stadien zu berichten und zumindest kommt so ein bisschen Stadion-Atmosphäre vor und nach den Übertragungen auf. Und mit Mehmet Scholl haben sie einen Experten, der das Spiel glaubhaft und auch mal pointiert erklärt und sich nicht nur in großen, steifen Sprachgesten fest redet!
  • Das ZDF hingegen hat sich für eine andere Strategie entschieden und lässt das Moderations Tandem Katrin Müller-Hohenstein (KMH) und Oliver Kahn („TITAN“) gar nicht erst in die Stadien der EURO 2012 reisen, sondern sendet stationär von der Ferieninsel Usedom aus. Auf runden Pontons im Wasser stehen die beiden und spielen sich regelmäßig „eckige“ Bälle zu, die mal der Eine, mal die Andere nicht zu verwerten vermag. Begründet wurde diese Sendeform mit der kulturellen, politischen und regionalen Nähe zum Austragungsland Polen! Da braucht man viel Fantasie, wenn man die beiden dabei „erwischt“ wie sie verkrampft bemüht sind die liegestuhlbewaffneten, fernsehgarten-tauglichen Urlauber in diesen Sinne zu unterhalten.
  • Ein als Highlight geplantes Ereignis, geriet darüber hinaus zum absurden Rohrkrepierer. Oliver Kahn sollte feierlich in die Social Media Welt eingeführt werden und seinen offiziellen Twitter Account einweihen. Deswegen veranstaltete eine Online Redakteurin vorab einen Aufruf, bei dem die Twitter Gemeinde einen passenden Profilnamen auswählen durfte, der dann originellerweise am Ende „OLIVERKAHN“ hieß!
  • Viel Wirbel um nichts? Es geht noch besser, denn sein mit viel TamTam angekündigter 1 sog. Tweet war dann ein banales „wir werden europameister“. Eigenhändig gepostet von, na klar, der Online Redakteurin! Dann sollte Kahns 1. Follower auf Twitter kein Geringerer als Harald Schmidt himself sein. Dummerweise hat die Online Redakteurin nicht das Original Twitter Profil sondern lediglich ein Fan Profil von Harald Schmidt ausgesucht!

Für mich stellt stellt sich da die Frage:

Sendet das ZDF eigentlich bei der Euro2016 aus dem Saarland oder von Korsika? (wegen der regionalen Nähe zu Frankreich, versteht sich!)

e.


Video des Tages

Snow White and the Huntsman („Schneewittchen und der Jäger“) heißt der Film, der aktuell durch die Kinos flimmert, der, wie es das Video schon erahnen lässt, ein düsteres, bildgewaltiges Fantasy-Märchen Epos ist. Großes Hollywood Kino also. Ich selber habe den Film noch nicht gesehen, deswegen kann ich wenig dazu sagen, auch wenn die bösen sog. Kritiker mal wieder nicht unbedingt Lobeshymnen über den Plot ausgeschüttet haben. Dass der Film nicht nur in den USA durchaus erfolgreich ist, mag sicherlich auch an der durch „Twilight & Co.“ in düsterer Fantasy geübten Kristen Stewart liegen, die durch ihren „Teen Idol“ – Status viele Besucher in die Kinos gezogen hat.

Mein Fokus liegt derweil auf dem Titelsong des Soundtrack, der wie gemalt auf diese Neuverfilmung eines Grimmschen Märchens von Schneewittchen passt und schlichtweg groß-artig ist. Und ich kann es fast nur so ausdrücken, natürlich nur von Florence + the Machine kommen kann.

Groß orchestriertes monumetales Klangspektakel und dazu die „dramatik-taugliche“ Stimme von Florence Welsh, die in dem Song Breath of Life ganz untypisch das eigentliche Drama der Handlung; nämlich das der morbiden Figur der Königin, beschreibt:

I was looking for the breath of a life. A little touch of a heavenly life. But all the choirs in my head say no!“

Demnach ist dieses Video kein Filmtipp, es ist viel mehr ein „Hörtipp“!

Bitte rein hören!

e.

Baldrian für´s Volk

Damit wir nicht alle im Dauerjubel um die erfolgreiche deutsche Nationalmannschaft nach ihren 2. Sieg bei der Euro 2012 abheben und vor den Bildschirmen zuhause, beim Public Viewing oder gar in den Stadien der Euro den Verstand verlieren… Es sind ja auch schon wieder „wir werden Europameister“ Fangesänge überall zu hören!

Als Präventivmaßnahme und zur kollektiven Abkühlung habe ich mir mal die Mühe gemacht, ein bisschen nach Realitätsbezug zu suchen. Und was soll ich sagen, ich bin fündig geworden. Ich musste zwar bis in das Jahr 2005 zurück forschen, aber es hat sich gelohnt.

Ein deutsch-amerikanisches junges Paar hatte den Mut, sich im Zuge Ihrer bevorstehenden Eheschließung von einem Kamerateam begleiten zu lassen, um der Medienrepublik mal einen wahrhaften Blick in das Alltags-Leben einer Durschnittsfamilie in Deutschland zu geben.

Hier wurde sehr eindrücklich gezeigt, mit welchen Problem wir alle zu kämpfen haben und es wird sehr schnell deutlich wie wie sehr wir mitfiebern, aber auch mitleiden können..wie sehr wir uns selber alle in diesem Paar wiederfinden können.

Pro 7 hatte damals mit diesem Format erfolgreich versucht den Konkurrenz Sendern Arte und 3Sat ihre führende Position als Kultursender streitig zu machen!

Führende Medienpädagogen und Kommunikationswissenschaftler halten auch heute noch diese Dokumentation als besonders wertvollen Beitrag zur sachgerechten Orientierung im undurchsichtigen Dschungel des Bildungsfernsehens und ganz besonders als wichtigen Beitrag für die Sicherung des Kulturstandortes Deutschland!

OK…sie haben sich anders ausgedrückt, aber sie haben im Prinzip genau das gemeint!

Denke ich…..vielleicht…

Iss ja gut…sie fanden es auch Scheiße…meine Güte.

Ich kann doch auch nix dafür, ich hab den Mist ja nicht gesendet!

e.

Zitat des Tages

„Das waren jetzt fünf Antworten auf vier Fragen, die ich gar nicht gestellt habe.“

 

Katrin Müller-Hohenstein (genannt „KMH“), die den Redefluss vom „TITAN“ (genannt Oliver Kahn ) während der Euro 2012 Spielanalyse zu bändigen versuchte

Ni(e)belungenlied

Das NIEBELungenlied heißt nunmehr: „Ich habe es versäumt, mich selber zu kümmern“ oder „Ich habe den Teppich von einem vertrauenswürdigen Händler gekauft, der alle Sozial- und Umweltstandards einhält“…

…in Afghanistan..Aha! Das mag glauben, wer will, aber OK, geschenkt…

Fassen wir aber mal zusammen:

Bundes Entwicklungshilfe Minister Dirk Niebel kauft für über 1.000 Euro privat einen Teppich in der deutschen Botschaft in Afghanistan, aber da er auf seinem Linienflug keine Möglichkeit sieht dieses sperrige Gut mitzunehmen, lässt er den Teppich in der Botschaft und beauftragt ein paar Wochen später den Chef einer weiteren Bundesbehörde, dem Bundesnachrichtendienst (BND), den Teppich in einem bundeseigenen Flugzeug mit nach Deutschland zu transportieren.

Am Fracht Terminal des Berliner Flughafens lässt er den Teppich von seinem Fahrer abholen, der den wiederum umgehend an Dirk Niebels Privatwohnung überführt. Die für jede Privatperson übliche und zwingend erforderliche  Zoll- und Grenzkontrolle wurden dabei natürlich umgangen. Dementsprechend wurden auch keinerlei Zoll- und Einfuhrentgelte entrichtet!

Als dieser Sachverhalt von einigen Medien aufgegriffen und publik gemacht wurde, reagiert Niebel umgehend und veranlasst eine formelle Nachverzollung, mit dem Hinweis, dass es ein Versäumnis gab, welches nachträglich korrigiert wird! Die Staatanwaltschaft prüft nun, ob es möglicherweise einen Verdacht auf Steuerhinterziehung gibt und weitere Ermittlungen eingeleitet werden müssen. Und auch der Bundesnachrichtendienst war empört, da ihnen der Teppich-Transport offenbar als dienstliches Transportgut angezeigt wurde.

Herr Niebel hat sich beim BND formell entschuldigt für dieses „Missverständnis“, und selbstverständlich ist für Niebel der Fall mit dem Antrag auf Nachverzollung erledigt. Nach dem Motto: „Klappe zu, Affe tot…bitte keine weiteren Fragen mehr!“

Da fällt es (mal wieder!!!) sehr schwer, auf dem besagten „Teppich“ zu bleiben und nicht voreilig dem populistischen Ruf nach Rücktritt nachzugeben. Aber trotzdem ist man es leid, zumal die „Copy&Paste“ Causa Guttenberg & Co., sowie die Wulff Affäre noch sehr im Gedächtnis sind.

Und auch ohne moralischer zu tun als ich bin, aber Politiker sind nun mal Volksvertreter. Diese sind zwar auch „nur“ Menschen und machen Fehler; aber wäre diese „Lappalie“ passiert, wenn Volksvertreter nicht qua Amt befähigt wären, diese Fehler zu machen?

Und muss immer erst etwas wirklich Schwerwiegendes passieren, um empört zu sein und nicht nur „ganz banal“, wenn Amtsträger „ein bisschen“ die Grenzen zwischen Privat und dienstlich verschwimmen lassen?

Ich bin trotzdem empört!

e.

Politrick

Deutschland sucht händeringend Fachkräfte. Wir bezahlen aber den ganzen Sozialbereich (Erziehung, Pflege, Krankenhaus, etc…) schlecht, werten ihn ab, obwohl es kaum einen wertvolleren und wichtigereren Dienst an der Gesellschaft gibt.

Aber manche Minister/innen tun so, als ob Erziehung -der Kernbereich der Bildungspolitik- von jedermann quasi durch „Schnell-Kurse“ abgewickelt werden kann.

Es gibt zu wenig Kitas und die, die es gibt, sind häufig schlecht ausgestattet und die Fachkräfte dort sind oft maßlos überfordert und schlecht bezahlt! Das kann ich aus persönlicher Erfahrung aus meiner Familie so sagen.

Es kann ja offensichtlich nicht mal der gesetzliche Anspruch auf Kita Plätze garantiert werden und scheinbar auch deswegen wird das Betreuungsgeld eingeführt, die Mütter und ihre Kinder als Konsequenz aus dem zu erwartenden Mangel an Kita Plätzen mit einer so genannten „Herd-Prämie“ von der Kita fern halten wollen!

Aus meiner Sicht wirkt das ganze mal wieder recht durchsichtig! Da wird etwas auf politischer Ebene beschlossen und weil man absehen kann, dass man die Garantie und damit verbundene Klagewelle des gesetzlichen Anspruches nicht erfüllen kann, versucht man mit finanziellen Anreizen (die in Wirklichkeit keine sind) die Familien dazu zu bewegen, den Anspruch nicht wahrzunehmen.

Und wenn Hartz 4 Familien dann auch noch hören, dass das Betreuungsgeld dann auch noch auf die Regelleistung angerechnet und demnach also ein Null-Summen-Spiel draus wird, wird es richtig absurd!

Und dann gibt es Partei(en) die kein Problem damit haben dass in manchen Berufsgruppen Menschen für einen unwürdigen Lohn arbeiten müssen; ihre Existenz damit nicht finanzieren können, aber deren Maxime es ist, dass die Unternehmen flexibel einstellen und entlassen können..je nach Konjunktur oder Fehlentwicklungen in der Unternehmensstrategie!

Nichts gegen die Schlecker Mitarbeiterinnen, die auch vielfach Mütter sind. Aber der Vorschlag Schlecker Frauen zu Erzieherinnen umzuschulen ist tendenziell realitätsferne Symbolpolitik!

Respekt!

e.

Zitat des Tages

In keiner Lebenslage denkt der Mensch so sehr ans Vorwärtskommen wie vor einem Stoppschild

Von Theo Lingen, der heute 109 Jahre alt geworden wäre!

Zitat des Tages

Machmal verliert man, auch wenn man gewinnt!

16 Flaschen für die Euro 2012

Heute geht es also los. Die UEFA Fußball Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine.

Nach dem ganzen medialen Getöse um Planungs- und Fertigstellungs Hick-Hack, politischen Problemen in der Ukraine, Gedankenspiele hinsichtlich einer Ersatz/Ausweich Vergabe nach Deutschland, Boykott der Euro 2012 durch deutsche und europäische Politiker stand das ganze Projekt, einschließlich die Vergabekriterien seitens der Uefa Kommission mit Michel Platini an der Spitze, unter keinem guten Stern!

Die positive Nachricht für alle Fans: Sie findet statt!

Das heißt also wieder 3 Wochen medialer Ausnahmezustand: Public Viewing, Schwarz-rot-goldene Fanartikel an Haüsern, Autos und Kleidung, natürlich Wohnzimmer als Clubheime verwandelt und des deutschen 2. Lieblings Kind: Das BIER!

Fußball und Bier als perfekte Symbiose… „a match made in Heaven“ wie man so schön sagt.  Auch wenn „mein“ Beck´s nicht in der Auswahl ist, da dooferweise Bitburger eng mit dem DFB verbandelt ist. Naja, man kann nicht alles haben…aber man kann sich ja mal in den nächsten Wochen um die Bierkultur aller Euro Mannschaften bemühen. Ein paar Sorten kenne ich bereits und will mal versuchen, ob ich alle der hier aufgeführten 16 Biere aus den 16 Teilnehmerländern der Fußball-EM 2012 finde und ausprobieren kann.

Dazu gehören folgende Biere stellvertretend für die Mannschaften:

San Miguel – Spanien

Birra Moretti – Italien

Obolon – Ukraine

Staropramen – Tschechien

Bitburger – Deutschland

Heineken – Holland

Elephant – Dänemark

Old Gold – Schweden

Kilkenny – Irland

Sagres – Portugal

Mythos – Griechenland

Karlovacko – Kroatien

Baltika – Russland

Newcastle Brown Ale – England

Zywiec – Polen

Kronenbourg – Frankreich

OK, es mag ein anspruchsvolles Projekt sein, möglicherweise hin und wieder kein kulinarisches Vergnügen, aber da muss ich jetzt durch. Immerhin kann ich mich ja damit trösten, dass die Euro 12 die letzte Europameisterschaft sein wird, wo „nur“ 16 Mannschaften vertreten sein werden. Denn die Euro 2016 wird ja bekanntermaßen in Frankreich stattfinden und dann werden es ja laut UEFA-Beschluss 24 Mannschaften sein.

Und ob ich dann das gleiche nochmal durchmachen werde will ich jetzt nicht mit Sicherheit sagen. 🙂

Also heute Abend geht es los mit Polen-Griechenland und anschließend Russland-Tschechien und morgen ist die DFB Elf dran mit dem ersten Spiel gegen Portugal!

Ich freu mich drauf!

e.

Den kompletten EM Spielplan hab ich zum Download mal hier hinterlegt!

Post an Wagner

Lieber Franz-Josef Wagner,

was für ein furchtbarer Gedanke, dass nicht alle Menschen Ihre Kolumnen lesen. Wer seine Zeit damit verbringen muss, sich mit den Alltagsproblemen herumzuschlagen und nicht in Ihren fast poetisch anmutenden Zeilen Trost und Kraft für die Bewältigung dessen zu finden vermag.

Sie, der dem kleinen Mann von der Straße, dem Arbeiter in der Fabrik, dem Müllmann, dem Kumpel in den Zechen eine Stimme gibt und ausspricht was des Volkes Stimme sich nicht zu sagen traut.

Sie, der sich an seine Mutter erinnert, wie sie Ihren Hungerbauch in den Nachkriegsjahren zu entkrampfen vermochte und deren Pflaumenkuchen Sie dennoch mit Leidenschaft genossen haben.

Sie, der den Müttern der Nation zur moralischen Gerechtigkeit verhilft, in dem Sie medial die Politik geißeln, weil sie dabei ist, Mütter über das Betreuungs- und Kita Geld in gute und schlechte Mütter zu klassifizieren und damit zu stigmatisieren!

Ich danke Ihnen dafür, dass Sie uns ins Bewusstsein rufen, dass Sie als Baby immer genug Wasser bekamen, dass die Brüste Ihrer Mutter leer waren und sie Blätter im Wald sammelte.

Ich danke Ihnen, dass Sie uns daran erinnern, dass heutige Mütter genau das gleiche für ihre heutigen Kinder tun!

Sie, der 1991 einer neuen Zeitschrift mit ihrer Schlagzeile schon am 2. Erscheinungstag das Image „geprägt“  haben.

Sie, der 2000 nicht mehr Chefredakteur sein durfte, weil Sie in Ihrer Funktion öffentlich ehrverletzend waren!

Sie, dessen ehemaligen Kollegen sich anonym über ihren Führungsstil beschwert und Ihre Entlassung gefordert haben.

Sie, der in Ihrer eigens für Sie von der Bild-Zeitung geschaffenen Rubrik, öffentlich andere Menschen beleidigten und diffamierten, worauf Sie von einem ordentlichen Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt wurden!

Sie, lieber Herr Wagner, haben in Ihrem Leben die Höhen und Tiefen erlebt und in Ihrer journalistischen Tätigkeit viel Kritik und Unverständnis erfahren und erleiden müssen.

Auch weil Menschen wie ich Ihre Sichtweisen nicht verstehen. Das, lieber Herr Wagner liegt aber außerhalb Ihrer Verantwortung…

Ich werde Sie vermissen, wenn Sie irgendwann nicht mehr schreiben wollen und können. Wenn die Kraft Ihres poetischen Kolumnen-Feuers erloschen ist. Ich werde es vermissen über die „Unerträglichkeit Ihres Seins“ nachzudenken und zu schreiben.

Für die Zeit mit Ihrer Familie als Privatier wünsche ich Ihnen jetzt schon alles erdenklich Gute!

Herzlichst,

e.

http://www.bild.de/news/standards/mutter/post-von-wagner-24483926.bild.html

Bedienungsanleitung

Was man alles so findet…tzzz. Muss ich  mir jetzt wirklich Gedanken machen, ob ich meine tendenziell Anti Pro-Quote Haltung überdenke? Soll ich bis zur Post-Nikolaus Zeit warten und hab jetzt schon einen Schrottwichtel Artikel, wo doch noch nicht mal der Sommer angebrochen hat?

Oder sollte ich ich wieder in den Buchladen und es kaufen und lesen?

Ich schlaf noch mal ne Nacht drüber, oder 2…

e.