Wichtige News! Mein Blog zieht um!

Hallo ihr Mit-Blogger,

in den letzten Monaten habe ich das Bloggen etwas schleifen lassen, da ich einerseits nicht die Zeit und Muße hatte, mich intensiv mit dem Bloggen zu beschäftigen andererseits hab ich aber weiter bei Twitter gezwitschert, oder kurze Facebook Meldungen gepostet.

Dann habe ich aber vor kurzer Zeit gemerkt, dass mir das Bloggen hier bei WordPress doch etwas fehlt und wieder angefangen mich damit zu beschäftigen.

Da ich aber ein Fan der Vereinheitlichung bin, wollte ich meine Social Media Profile unter einem Namen laufen lassen: Kennzeichen E! Doch WordPress lässt das Ändern der originären Blog Adresse (in meinem Fall: https://eddiblog.wordpress.com ) nicht zu.

Lange Rede kurzer Sinn:

Ich bin umgezogen; bzw. habe einfach meine sieben Sachen gepackt und einen neuen Blog im (fast) alten Gewand angelegt!

Ab sofort bin ich unter der neuen Blog-Adresse:

http:/kennzeichene.wordpress.com

zu erreichen und werde dort meine Blogger Ergüsse posten!

Ich würde mich also freuen, wenn ihr mir dorthin folgt und wir uns dort weiterhin lesen!

Also bis demnächst
Eddi
e.

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GEMA

Ein weiteres „Kampf-“ Thema ist die neue #GEMA Tarif Reform.

Ein Überblick über die neuen Strukturen und Tarife gibt die GEMA selbst, aber die Ansichten der betroffenen Unterhaltungs Unternehmen:

GEMA:

https://www.gema.de/musiknutzer/10-fragen-10-antworten.html

Bund der GEMA Zahler:

http://www.gemazahler.de/gema-musiknutzer/gema-tarifaenderung-2013.html

Tonspion (DJ Abgabe):

http://www.tonspion.de/neues/neueste/3442223

Veröffentlich mit WordPress für Kennzeichen E

LeistungsSchutzRecht

Hier mal eine Sicht auf das ReizThema #LSR und die Auswirkungen für u.a. Blogger durch die Brille der Medien (#Taz)und der Blogger Welt und NetzAktivisten (Stefan#Niggemeier).

Taz:

http://m.taz.de/Blogger-und-Leistungsschutzrecht/!112245;m/

Stefan Niggemeier:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/luegen-fuers-leistungsschutzrecht-6/

Veröffentlich mit WordPress für Kennzeichen E

Syria

Schönes und beklemmendes Zitat aus einem Text eines Künstlers der aus einem Flüchtlingscamp zurück nach Syrien fährt…

„…came home – back to Syria,
Came home to the killing.
See the places of hysteria
We‘ re here to die but I’m not willing…!

e.

Zitat des Tages

Urlaub ist dann am schönsten, wenn er vorbei ist 🙂

 

(Aber ein bisschen hab ich ja noch)

Video des Tages

Kneipe, Alkohol, Billard, Frauen, Prügeleien! Also alles was einen guten Mann ausmacht!

Ok, ich gebe es zu, ist ein bisschen fragwürdig diese These und sicherlich auch nur mit bitterer Ironie gemeint, wenn The Heavy in ihrem neuen Video eine Handlung inszenieren, in dem der Protagonist, von einem Streit in das nächste Problem stolpert, bis es zur Eskalation kommt!

Immer etwas riskant, aber ich finde es mutig, wenn Künstler mal darauf verzichten, klassische Videos zu produzieren, wo die Band an absurden Orten den Song performen, oder gar keine Handlungsbotschaft erkennbar ist, die den Song visuell unterstützt.

Genau das Gegenteil findet hier statt, die Band ist überhaupt nicht zu sehen, nur der kraftvolle soulig-rockige Indie Song im Retro Sound ist zu hören.

Ist das nicht ein gutes Beispiel für What Makes A Good Man?

e.

Kennzeichen E @ Tonmagnet.de

Es gibt Neuigkeiten zu berichten in eigener Sache:

Ich werde von nun an für das Musik-Portal Tonmagnet.de auf die Suche nach neuer und interessanter Musik gehen und dort meine Reviews (Rezensionen) der Alben veröffentlichen.

Tonmagnet steht für Netaudio, also Netzmusik, die von Künstlern auf entsprechenden Netlabels veröffentlicht und vertrieben wird und unter einer entsprechenden Creative Commons-Lizenz stehen!

Ziel dabei ist es, dass sich die Künstler zeigen und präsentieren und dafür ihre Musik, oder Teile davon der Allgemeinheit frei zur Verfügung stellen können. Sei es durch den Download, oder das verwenden der Musik, ohne dass dafür erst die Nutzungsrechte kostenpflichtig bei Plattenfirmen eingeholt werden müssen.

Nichts desto trotz sind es professionelle und künstlerisch anspruchsvolle Produktionen, die es wert sind einem größeren Publikum präsentiert zu werden, auch wenn sie nicht durch große Labels und Platten-Vertriebe vermarktet werden!

Ich werde mir daher regelmäßig Alben heraussuchen, die mir besonders aufgefallen sind, die mir gefallen und dann bei Tonmagnet darüber berichten und rezensieren!

Mein erster Review dort ist bereits fertig und kann gelesen werden und bei Gefallen kann man auf die Künstler Seite, oder die des entsprechenden Netlabels und sich die Musik anhören und runterladen!

Ich werde die Reviews natürlich auch hier posten und auf Neuigkeiten hinweisen.

Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt…

e.

Zitat des Tages

Wie kann ich lernen, wenn ich nicht verstehe was ich sehe?

Gut gebrüllt, Löw!

Artikel-Bild© Christopher Lee/Getty Images

Nun könnte ich so „altklug“ sagen: „Ich hab es doch gleich gewusst“, aber es ist tatsächlich so, dass ich gestern tagsüber noch twitterte „Ich hab da so´n Gefühl…“ und meinte damit, dass Italien möglicherweise ein echter Stolperstein werden könnte! So ist es dann auch gekommen. Schade eigentlich!

Aber andererseits kam dieses Gefühl dann auch nicht ganz aus dem Nichts. Noch einen Tag vorher, auf der obligatorischen Presse-Konferenz sagten Jogi Löw und Bastian Schweinsteiger unisono: „Wir sind soweit den nächsten Schritt zu gehen und wir sind in der Lage jeden Gegner auf der Welt zu schlagen!“

Bei aller Euphorie, über die deutsche Nationalmannschaft, die zurecht seit 2006 und dem Beckenbauer iniziierten Sommermärchen begann und als positiver Kulturexport Deutschlands gefeiert wird, es sind jetzt 5 große, internationale Turniere (Confed Cup, 2x WM, 2x EM) gespielt worden, wo Jogi Löw und seine Mannschaft n tollen Eindruck und nationale Begeisterung hinterlassen haben, aber in den entscheidenden Spielen gestrauchelt sind!

Natürlich 4x Halbfinale, 1 EM Finale zu erreichen ist großartig und zeigt, dass die Nationalmannschaft konstant auf hohem Niveau spielen kann und zurecht zu den 4 besten Nationen der Welt gehört! Und natürlich gehört der jungen, entwicklungsfähigen deutschen Mannschaft die Zukunft und es sind noch einige weitere hoffnungsvolle Talente, die nachrücken! All das spricht für Jogi und seine Löwen!

Aber:

Vielleicht haben manche Beobachter nicht ganz unrecht damit, dass der Mannschaft vielleicht (noch) etwas fehlt,was andere Manschaften (schon) haben: eine Art Sieger-Gen!? Bis zu einem gewissen Punkt sieht alles toll aus, aber im entscheidenden Moment, so wie gestern gegen Italien, war niemand da, der auf dem Platz das Heft in die Hand genommen hat. Auch habe ich jemanden vermisst, der mal mit seiner Kraft und Körpersprache den Willen vermittelt hat, das Match zu drehen. Es wirkte zuweilen etwas „hilflos“, besonders in der 1. Halbzeit.

Jogi Löw hat sein Konzept und Spieleraufstellung ausgegeben und die Mannschaft war im Vertrauen darauf, dass alles so klappt. Hat es dann aber nicht! Das ist schade…aber letztlich ist es Sport und Niederlagen gehören dazu!

Ich will auch nicht alles schlecht reden oder in Frage stellen, nur mit jedem Turnier ist das Selbstvertrauen gewachsen und gleichermaßen auch das Selbstverständnis, dass man bereit für den Titel sei! Und da hab ich das Gefühl, Anspruch und Wirklichkeit klaffen da etwas auseinander.

Oder anders gesagt: Wer so vollmundig der Weltpresse verkündet, dass man jede Mannschaft schlagen kann und bereit sei für den nächsten Schritt, der muss es dann letztlich auch mal tun!!!!

Im Sport ist es leider so, dass der 2. eben der 1. Verlierer ist, das haben die Bayern-Spieler diese Saison 3 Mal schmerzhaft erfahren müssen und so auch die Nationalmannschaft!

Klar, als Botschafter eines neuen multikulturellen, weltoffenen, symphatischen Deutschlands ist die Nationalmannschaft sicher ein Musterbeispiel, aber reicht das?

Fehlt der Mannschaft einfach in „Winner“ Typ, an dem man sich reiben aber auch aufrichten kann? Genauso eine Art Spieler, wie er in anderen Mannschaften da ist, aber Jogi Löw ihn nicht haben möchte (siehe Frings, oder Ballack), im Sinne von Harmonie und flachen Hierachien?

Ich sehe viele Spieler, die intelligent, reflektiert, selbstkritisch, modern, aber auch angepasst und irgendwie „ferngesteuert“ sind, keiner möchte der Buhmann sein, oder auch mal positiv „anecken“. So wie Gestern die Spieler traurig und enttäuscht, aber man bei niemanden das Gefühl hatte dass er richtig sauer und frustig ist und das auch mal zeigt…alles war so „aufgeräumt“.

Ist diese National-Mannschaft einfach zu „brav“ ?

e.

Zitat des Tages

To finish First, you have to finish first!

Video des Tages

Noch im Mai waren die Jungs von Temper Trap hier als Video des Tages mit dem Song Need your Love. Damals weniger wegen dem Song, sondern vielmehr wegen der coolen Video-Hommage im 80 Jahre Karate Kid-Style.

Dieses Mal geht es für die Jungs nach Cuba und das Ober-Thema heißt hier nicht Kick-Boxen, sondern diesmal geht es um die Leidenschaft zum Turnen. Aber es wird natürlich auch ne Geschichte zwischen Mann und Frau erzählt, die in einem Armen-Viertel spielt. Also das klassische von der Straße zum Star…wer an sich glaubt kann alles schaffen Thema!

Und trotzdem hat man zwischen durch auch mal zitternde Hände…sei es bei Turnübungen am Reck, etc. wie auch in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Wieder ein gelungenes Video Trembling Hands mit wunderbarem Südamerika Lokalkolorit. Aber war da nicht noch was? Cuba? Hör ich da n Walzer raus?

Interessant…wirklich!

e.

Ballverlust

Artikelbild © Vox 2012

Früher lief Lothar ja bekanntermaßen verloren gegangen Bällen hinterher; heute hingegen versucht er das Gleiche mit seiner Würde und Haltung. Man kann aber jetzt schon sehen, dass er das mit den Bällen eindeutig besser hin bekommen  hatte!

Ich hab ja gerade Urlaub, und es regnet unentwegt und so hab ich natürlich gerade mal die erste Folge von Lothars Doku Soap auf VOX „Immer am Ball“ angeguckt und verstehe ein bisschen, warum das groß angekündigte TV-Highlight als laues Lüftchen ins Spätprogramm verschoben wurde.

Es ist ja an Selbst-Demontage nicht mehr zu überbieten, wenn Lothar

  • Joghurts im Kühlschrank in Reih und Glied ordnet,
  • Cola zum Frühstück einschenkt
  • Spiegeleier brät die dann wie Erbrochenes aussehen
  • seinem Ordnungs- und Kontrollzwang öffentlich zur Schau stellt
  • sein als Lebensgefährtin getarntes Unterwäsche Model pausenlos belehrt und vorführt
  • und gar nicht merkt wie peinlich genau er ein Bild von sich vermittelt, was weder seinen sportlichen Erfolgen, noch seinen Ambitionen als ernsthaften Fußball Lehrer gerecht wird.

Es wirkt ja schon bemitleidenswert, wenn er versucht, schablonenhaft die Erkenntnisse seines Fußballerdaseins in sein heutiges Leben zu übertragen. Er redet wirr von Linien und Kreisen des Fußball Spielfeldes und welche Symbolik sich daraus ableiten lässt…zumindest theoretisch. Es ist halt alles noch so in seinem Kopf gespeichert, wie er sagt…

Er hätte auch über Kornkreise in Nordengland reden…oder einfach sagen können: „Was die Leute über mich denken ist mir egal, hauptsache sie nehmen mich wahr!“

Dass sie ihn auch ernst nehmen sollen, hat er freilich schon aufgegeben, denn es ist ja sonst auch garnicht anders zu erklären warum er seit Jahren bemängelt dass er in Deutschland nicht als Trainer gefragt ist und lediglich in der süd-osteuropäischen Provinz, in Israel, oder in Brasilien kurze Trainer Gastspiele geben muss. Sein Manager hingegen zu Protokoll gab, dass Lothar ja schon längst ganz konkret in Deutschlands 1., 2., oder 3. Liga hätte tätig sein können. Aha, und warum hat er das dann nicht einfach getan, stellt sich hier die Frage? Dann wär vielleicht dem Kulturstandort Deutschland diese erneute TV-Peinlichkeit erspart geblieben…zumindest theoretisch.

Oder gehört das Trainer Dasein in Wahrheit nur zu seinen zahlreichen Blitzlicht-Bühnen, die er ja so gerne Betritt, um nicht vollends in der medialen Abstellkammer zu landen ?

Wenn Lothar mit seiner Doku Soap aber eines erreicht hat, dann

  • dass er nun in einem Atemzug mit Daniela Katzenberger, die Wollnys und den anderen schwer vermittelbaren Möchte-gern-Promis aus dem RTL Dschungel Camp  genannt wird
  • dass zukünftige Vereine sich fragen werden, ob Lothar Joghurtbecher mit auf den Trainingsplatz mitbringt, um den Spielern Ordnung zu vermitteln, anstatt die altbekannten Hütchen
  • und zukünftige Partnerinnen sich spätestens jetzt genau überlegen, ob sie wirklich einen kleinen Bestimmer wollen, der aber auch alles kontrollieren will…. aber der natürlich auch mal großzügig über etwas hinweg guckt…zumindest theoretisch.

Wenn er wirklich das gemeint hat, als er sagte, er wolle der Öffentlichkeit den „wahren“ Lothar zeigen, wie er ist und wie man ihn wahrnehmen sollte, dann kann man nur froh sein, dass gestern die Mehrzahl der Zuschauer lieber n spannendes Elfmeterschießen verfolgt haben, als den traurigen Alltag von Lothar M. zu verfolgen…

Nein, ein Lothar Matthäus gehört nicht ins Spätprogramm…Lothar gehört auf die Couch!

e.

Soundcheck (Vol. 5)

1. Was macht eine Rocklegende Robert Plant, Sänger-Ikone einer der bekanntesten Hard-Rock Bands aller Zeiten, Led Zeppelin, der als Solo Artist alle stilistischen Grenzen der Rock Musik erforscht hat, wenn er auf Alison Krauss trifft? Richtig…sie nehmen ein Album auf! An sich keine große Sache, wenn man sich nicht fragen würde: „Wer ist Alison Krauss?“ Sie zählt zu den bekanntesten Country und Bluegrass Sängerinnen der USA und hat die Kleinigkeit von 27 Grammy´s in ihrer Vitrine stehen. Man könnte sagen, da begegneten sich 2 Künstler auf Augenhöhe, mal abgesehen davon, dass die musikalischen und gesanglichen Übereinstimmungen ja eigentlich so recht nicht zusammen passen. Taten sie aber auf dem 2009er Album Raising Sand sehr wohl. Und n Grammy sprang natürlich auch dabei raus…für beide! Das leicht flehende Please read the Letter enstammte allerdings noch aus der Feder von Robert Plant & Jimmy Page, was sich aber in diesem Fall als eine sehr gute Wahl darstellte und den Song erst „persönlich“ macht!

 

2. 2008 war auch ein wichtiges Jahr für die Band Keane, einerseits weil ihr 3. Album Perfect Symmetry in die Läden kam. Andererseits, war mit diesem Album ein neuer Zyklus angebrochen. War die Band doch vorher im alternativen Klavier dominierten Musikzeitgeist mit geschwommen und verzichteten bis dato sogar ganz auf Gitarren und synthetische Zusätze, hörte sich das nun ganz anders an. Schwungvoller, tanzbarer aufwendig arrangierter ein bisschen 80er inspirierter Großstadt Pop! Folgerichtig war Spiralling die erste Singleauskopplung und beschreibt eine abwärtsgerichtete Entwicklung in unserer individualisierten Gesellschaft!

 

3. Bob Dylan Songs sind gewöhnlicher weise immer sehr offen für unterschiedlichste Interpretationen. Dieses gilt ganz besonders für All along the watchtower,  den er 1967 geschrieben hat, als er anfing sich intensiver mit der Bibel zu befassen. Man kann deswegen auch viele mystische und christliche Sinnbilder entdecken. Und es ist ein  Song der zu denen gehört, die Dylan am häufigsten Live gespielt hat und auf keiner Compilation oder Tribute-CD fehlt! Was den Song zusätzlich aufwertet ist die Tatsache, dass ihn 1968 nur 6 Monate später ein anderer nicht ganz unbekannter Zeitgenosse für sein Doppel-Album Electric Ladyland neu interpretiert und unverkennbar mit seinem eigenen Namen verknüpft hatte…die Rede ist natürlich vom Gitarren Gott Jimi Hendrix!

 

4. Und um noch etwas bei Jimi Hendrix zu bleiben. Denn ich kenne keinen Künstler der innerhalb von nur 3 Jahren (1967-1970) und 3 Alben eine musikalische Hinterlassenschaft kreiert hat, die ein halbes Jahrhundert später immer noch verehrt wird und sein Gitarrenspiel unerreicht geblieben ist. Bekannt ist ja, dass Hendrix einen Hang zu einem exzessiven Leben hatte, wo Frauen, Alkohol und später auch härtere Drogen eine Rolle spielten. Seine Marihuana Sessions sind ja legendär und haben bemerkenswert Kreatives hervorgebracht. Bekannt ist er jedenfalls als Gitarrist, aber auch seine lyrischen Fähigkeiten werden dabei manchmal vergessen. Sehr feine, sensible  Texte, die einen Hendrix offenbaren, der aus mehr als nur Klischees bestand! Little Wing ist so ein Beispiel, das hier besonders großartig von Sting auf dem 1988er Album …nothing like the Sun interpretiert wurde.

 

5. 2009 kam das überraschende Ende der amerikanischen Alternative-Rockband LIVE mit ihrem charismatischen Sänger Ed Kowalczyk. Was nach neuen künstlerischen Wegen der Band und dem Sänger aussah, war ein handfester rechtlicher Streit, nachdem die Band dem Sänger vorgehalten hatte, geheime finanzielle Absprachen über Gagen an der Band vorbei verhandelt hatte. Mittlerweile hat die Band einen neuen Sänger und einen neuen Namen, aber auch eine Historie, die es wert ist, am Leben gehalten zu werden. Das 1999er Album The Distance to Here beinhaltet esoterische und spirituelle Sinnbilder, die von biblischen oder fernöstlichem Glaubensbekenntnissen inspiriert sind, was sich auch auf Run to the Water nachempfinden lässt.

 

6. Politisch denkend und aktiv war Eddie Vedder schon immer. Gerade zu Beginn seiner musikalischen Karriere mit Pearl Jam, war er nach eigenen Aussagen voller Wut auf das System, die (konservative) Politik Amerikas  und den Zerfall der Gesellschaft. Mittlerweile ist diese Wut etwas verblasst und er kann die Dinge gelassener sehen. 2007 hat ihn der Hollywood Schauspieler und mittlerweile ambitionierte Regisseur Sean Penn engagiert in völliger künstlerischer Freiheit Songs für den Film Into the Wild zu schreiben, der das Aussteigerleben von Christopher McCandless  beschrieb. Herausgekommen sind beeindruckend zurückgenommene folkige Songs, die die Szenerie und Atmosphäre des Filmes sehr gut wiederspiegeln. Während der Titelsong Guaranteed die Person beschreibt, ist Society eine bitter-süße Aussteiger-Hommage an Werte, die die Konsumgesellschaft zu vergessen scheint.

 

7. Wenn man eines über die Schottische Band The Blue Nile und deren Musiker um ihr Master-Mind Paul Buchanan nicht sagen kann, dann dass sie musikalische Arbeitstiere wären. Nach fast 30 Jahren im Musikgeschäft haben sie es auf ganze 4 (!) Alben gebracht! Viel Zeit zum Nachdenken, komponieren…aber leider auch viel Zeit für Fans zum Warten. Allerdings haben sie dann ja auch immer großartige, zeitlose Songs hervorgebracht, die niemanden enttäuscht haben, der sehnsüchtig nach neuem Songs verlangt hat. Vom 1989er Meisterwerk Hats steht hier stellvertretend Downtown Lights, dessen Alter sich nur durch das Erscheinungsjahr erkennen lässt.

 

8. Noch ein paar Jahre muss man in der Musikgeschichte zurück gehen, um auf das Roxy Music Album Avalon von 1982 zu stoßen. Obwohl sich die Band bis heute nie so richtig getrennt und aufgelöst hatte und seit 10 Jahren sogar wieder regelmäßig fast in Originalbesetzung auf Tour ist, steht Avalon bislang als finaler Akkord einer der wichtigsten und bekanntesten Art-School Glam-Pop Band der 70er Jahre im Raum. Damals waren nur noch 3 der ursprünglich 6 Mitglieder an Bord auch der Sound war sehr auf den eleganten Großstadt Flair von Bryan Ferry ausgerichtet und mit Funk Einflüssen angereichert. Dennoch wurde das Album ein Erfolg und eine Referenz für viele 80er Jahre Pop-Künstler. Und mit Songs wie Take a Chance with me geht man auch kein Risiko ein, gute Musik zu hören.

 

9. Heather Nova  kommt aus Bermuda, dort wo das Bermuda-Dreieck verortet wird und schon viel Schiffe und Flugzeuge unter mysteriösen Umständen bedingt durch berüchtigte Hurricans und unsichere Gewässer verschwanden  und viele Menschen Urlaub machen. Allerdings arbeitet sie dort ja auch und das sehr erfolgreich. Neben Büchern die sie dort schreibt und illustriert macht sie Musik in ihrem eigenen Studio. Ob Zufall oder nicht heißt ihr mittlerweile 11. Studio-Album von 2011: 300 Days at Sea. Dass dabei die Songs nichts von ihrer Kraft verloren haben, hört man an Higher Ground.

 

10. Ein gebührender und grandioser Rausschmeißer-Song ist das epische High Hopes von Pink Floyd. Es war auch auf dem 14. und letzten 1994er Album The Divison Bell der Schlussakkord. Und somit der letzte Song einer Band, die wie keine andere Band den Art-School Progressive Rock des letzen halben Jahrhundert geprägt hatte. Während die meisten der Songs des Albums das Kern-Thema Kommunikation und Dialog behandeln, aber allesamt nicht so recht haften bleiben wollen, wird es bei High Hopes nochmal persönlich. Sänger, Gitarrist und Songwriter David Gilmour, der mittlerweile viele seiner Songs auf seinem digitalen Hausboot-Studio Astoria schreibt und aufnimmt, schwelgt etwas autobiografisch in seinen Jugenderinnerungen, als er noch keinen Gedanken daran verschwendete, dass dieser Song der letzte sein sollte. Ein monumentales und würdiges Ende!

LSR – Wie Verlage die Realität verweigern

Ich muss zugeben, dass ich die seit einiger Zeit teilweise aufgeregt und verbissen geführte Diskussion um und über den vom Bundesjustizministerium in persona  Sabine Leutheusser-Schnarrenberger initiierten Referentenentwurf zum Thema Leistungsschutzrecht (LSR) nur am Rande verfolgt habe.

Allein die Beschäftigung mit den Themen Urheberrecht, ACTA & Co. erfordert soviel Zeit und Energie, dass es schon mal überfordernd sein kann. Zumal es sich auch hierbei ja erst mal noch um eine Gesetztesvorlage, also einen Entwurf für ein mögliches Gesetz handelt!

Dennoch bedarf es eines genaueren Blickes:

Der Protest und die Kritik vieler Netzaktivisten und Blogger lässt die zuständige Ministerin in einem Licht stehen, als würde sie dem Willen der großen Verlage entsprechen (stellvertretend sei hier der Axel-Springer Verlag genannt)  und ein Gesetz formulieren, das ihnen die Kontrolle über Information, die Art der Verbreitung und Refinanzierung verschafft, aber eben auch die Möglichkeit bietet, Nutzern untersagen zu dürfen, Presse-Erzeugnisse zu verwenden, sofern keine Nutzungs-Lizenz erworben wurde. Notfalls auch per Gerichtsentscheid und Strafzahlungen!

Nun ist es ja schon seit einigen Jahren so, dass das Internet den großen Musikverlagen ja schon eine völlig neue Dimension der Vermarktungchancen aufgenötigt hat, die sie lange gar nicht wahrhaben und sehen wollten. Vielmehr taten und tun sie sich schwer, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die der veränderten Situation Rechnung trägt. Ein erster Reflex war es, alles was nach digitaler Konkurrenz (Filesharing, Downloadportale) aussah, in Frage zu stellen, oder per Gerichtsentscheid zu verbieten. Substanziell verhindern konnten sie den Fortschritt aber auch nicht!

Auch basierend darauf, ist eine Urheberrechtsdebatte im Gange, in der Künstler, Journalisten, Autoren, etc. mehr Rechte und „angemessene“ finanzielle Beteiligung an den von ihnen erstellten kreativen Werken einfordern. Schließlich wollen sie davon partizipieren und  auch davon leben können!

Zeitungsverlage sehen sich durch das Internet ebenfalls seit Jahren um die finanziellen Früchte ihrer journalistischen Arbeit betrogen und wollen der sog. Gratis-Informations-Nutzung ein Ende bereiten.  Man könnte meinen, dass sinkende Auflagenzahlen der Printmedien und sinkende Einnahmen durch Werbeerlöse allein daraus resultieren, dass jedermann überall im Netz kostenlos an Informationen kommt und redaktionelle Werke der Verlage für seine Zwecke nutzt, unter seinem Namen  verbreitet, ohne dass erkennbar wird, wer eigentlich der Urheber des Werkes ist.

Dass die Verlage durch die virtuelle Verbreitung profitieren scheint nebensächlich, denn was die Verlage nicht gerne zugeben, sind vielmehr die schwarzen Kreativitätslöcher in puncto digitale Vermarktung ihres redaktionellen Contents im „bösen“ Web 2.0 . Ganze Zeitungen mussten schon eingestellt worden; Verlage fusionieren, oder gliedern gleich Verlagsredaktionen in fragwürdige Gesellschaften aus. So wie es gerade beim Springer-Verlag passiert, wo über 50 Redakteure und Mitarbeiter u.a. der Zeitschrift Computer-Bild  „aufgefordert“ werden, in eine neue verlagseigene Gesellschaft zu wechseln. Eine Gesellschaftsform, die selbstverständlich nicht an Branchentarifverträge gebunden ist. Hier scheint den Verlagen der Wert journalistischer Arbeit nicht ganz so wichtig zu sein!

Es geht natürlich um das liebe Geld. Um fehlende Konzepte und Ideen (Paid-Content, Paywall) und wie veraltete Verlags-Einnahmestrukturen doch noch irgendwie in das digitale Zeitalter hinüber gerettet werden können. Und wenn einem gar nichts mehr einfallen will, spannt man eben die Politik vor den Karren, oder man schickt den Chefredakteur der Bild-Zeitung für mindestens 6 Monate in die USA. Genauer gesagt nach Silicon Valley, das Herz der IT- und High-Tech-Industrie, um dort den Kreativitäts-Akku in Bezug auf digitale Vermarktungskonzepte für die Zukunft aufzuladen.

In dieser soll dann doch bitte die Nutzung redaktionellen Inhaltes kostenpflichtig sein, sofern er gewerblich genutzt wird.  Zum redaktionellen Inhalt zählt der Artikel an sich, aber eben auch Zitate aus dem Artikel, die Überschrift und das Verlinken des Artikels.

Im Klartext soll also jeder Blogger, der einen privaten (aber werbefinanzierten) Blog betreibt, eine Lizenz erwerben müssen, der ihn berechtigt fremde redaktionelle Inhalte auf seinem Blog zu nutzen. Denn es wird unterstellt, dass der private Charakter des Blogs nicht mehr vorhanden ist, wenn durch Werbung Einnahmen generiert werden. Dementsprechend handelt es sich dann um eine gewerbliche Nutzung. Wenn durch die Aufwertung seiner Artikel fremde Inhalte genutzt werden, muss dieser Mehrwert durch Zahlung einer Gebühr an den Urheber (Verlag) vergütet werden.

Interessant (weil juristisch klärungsbedürftig)  wird das es u.a. dann, wenn ein eh schon durch seinen Verlag schlecht bezahlter freiberuflicher Journalist, oder Autor für eine Zeitung redaktionelle Beiträge z. B. über das Thema „Internet“ schreibt, dann aber auf seinem rein privaten Blog ebenfalls Artikel zu dem gleichen Thema verfasst!

Es drängt sich der Verdacht auf, dass es in Zukunft vermehrt Richtersprüche geben wird, ähnlich wie im Fall Gema vs. Youtube (Google), wobei Youtube in der Verantwortung steht, nicht lizensierte Videos aus seinem Portal zu löschen, da Youtube kein Lizenzabkommen mit der Gema abschließt, die das Verwenden der Videos erlaubt. Ungeklärt dabei ist aber immer noch, wann ein Lizenzverstoß eigentlich vorliegt.

Laut einer Aussage der Bundesjustizministerin auf dem „Medienforum.NRW“ in dieser Woche soll angeblich die rein private Nutzung und Verbreitung von Presseartikeln nicht betroffen sein, sodass ich bis auf Weiteres meine selbstverfassten Artikel mit redaktionellen Inhalten von Online Print Quellen und Nachrichten-Portalen anreichern kann und werde.

Ob diese Praxis noch möglich sein wird, oder ob ich mich potentiell in Rechtsunsicherheit begebe, wenn das LSR dann erst mal zum anwendbaren Gesetz geworden ist, muss sich erst noch erweisen. Von daher sollte man die Entwicklungen genau im Auge behalten.

Sicher ist sicher…

e.

Heike Rost hat sich die Mühe gemacht die aktuellen Diskussions Beiträge bekannter Netzaktivisten, Blogger und Verbände in Form einer Linkliste zusammenzustellen!

Zitat des Tages

Man investiert Zeit, die man nicht hat, in Sprüche, die man nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht kennt.

 

Thomas@sechsdreinuller (#sechsdreinuller) über Twitter

Baldrian für´s Volk

Damit wir nicht alle im Dauerjubel um die erfolgreiche deutsche Nationalmannschaft nach ihren 2. Sieg bei der Euro 2012 abheben und vor den Bildschirmen zuhause, beim Public Viewing oder gar in den Stadien der Euro den Verstand verlieren… Es sind ja auch schon wieder „wir werden Europameister“ Fangesänge überall zu hören!

Als Präventivmaßnahme und zur kollektiven Abkühlung habe ich mir mal die Mühe gemacht, ein bisschen nach Realitätsbezug zu suchen. Und was soll ich sagen, ich bin fündig geworden. Ich musste zwar bis in das Jahr 2005 zurück forschen, aber es hat sich gelohnt.

Ein deutsch-amerikanisches junges Paar hatte den Mut, sich im Zuge Ihrer bevorstehenden Eheschließung von einem Kamerateam begleiten zu lassen, um der Medienrepublik mal einen wahrhaften Blick in das Alltags-Leben einer Durschnittsfamilie in Deutschland zu geben.

Hier wurde sehr eindrücklich gezeigt, mit welchen Problem wir alle zu kämpfen haben und es wird sehr schnell deutlich wie wie sehr wir mitfiebern, aber auch mitleiden können..wie sehr wir uns selber alle in diesem Paar wiederfinden können.

Pro 7 hatte damals mit diesem Format erfolgreich versucht den Konkurrenz Sendern Arte und 3Sat ihre führende Position als Kultursender streitig zu machen!

Führende Medienpädagogen und Kommunikationswissenschaftler halten auch heute noch diese Dokumentation als besonders wertvollen Beitrag zur sachgerechten Orientierung im undurchsichtigen Dschungel des Bildungsfernsehens und ganz besonders als wichtigen Beitrag für die Sicherung des Kulturstandortes Deutschland!

OK…sie haben sich anders ausgedrückt, aber sie haben im Prinzip genau das gemeint!

Denke ich…..vielleicht…

Iss ja gut…sie fanden es auch Scheiße…meine Güte.

Ich kann doch auch nix dafür, ich hab den Mist ja nicht gesendet!

e.

Ni(e)belungenlied

Das NIEBELungenlied heißt nunmehr: „Ich habe es versäumt, mich selber zu kümmern“ oder „Ich habe den Teppich von einem vertrauenswürdigen Händler gekauft, der alle Sozial- und Umweltstandards einhält“…

…in Afghanistan..Aha! Das mag glauben, wer will, aber OK, geschenkt…

Fassen wir aber mal zusammen:

Bundes Entwicklungshilfe Minister Dirk Niebel kauft für über 1.000 Euro privat einen Teppich in der deutschen Botschaft in Afghanistan, aber da er auf seinem Linienflug keine Möglichkeit sieht dieses sperrige Gut mitzunehmen, lässt er den Teppich in der Botschaft und beauftragt ein paar Wochen später den Chef einer weiteren Bundesbehörde, dem Bundesnachrichtendienst (BND), den Teppich in einem bundeseigenen Flugzeug mit nach Deutschland zu transportieren.

Am Fracht Terminal des Berliner Flughafens lässt er den Teppich von seinem Fahrer abholen, der den wiederum umgehend an Dirk Niebels Privatwohnung überführt. Die für jede Privatperson übliche und zwingend erforderliche  Zoll- und Grenzkontrolle wurden dabei natürlich umgangen. Dementsprechend wurden auch keinerlei Zoll- und Einfuhrentgelte entrichtet!

Als dieser Sachverhalt von einigen Medien aufgegriffen und publik gemacht wurde, reagiert Niebel umgehend und veranlasst eine formelle Nachverzollung, mit dem Hinweis, dass es ein Versäumnis gab, welches nachträglich korrigiert wird! Die Staatanwaltschaft prüft nun, ob es möglicherweise einen Verdacht auf Steuerhinterziehung gibt und weitere Ermittlungen eingeleitet werden müssen. Und auch der Bundesnachrichtendienst war empört, da ihnen der Teppich-Transport offenbar als dienstliches Transportgut angezeigt wurde.

Herr Niebel hat sich beim BND formell entschuldigt für dieses „Missverständnis“, und selbstverständlich ist für Niebel der Fall mit dem Antrag auf Nachverzollung erledigt. Nach dem Motto: „Klappe zu, Affe tot…bitte keine weiteren Fragen mehr!“

Da fällt es (mal wieder!!!) sehr schwer, auf dem besagten „Teppich“ zu bleiben und nicht voreilig dem populistischen Ruf nach Rücktritt nachzugeben. Aber trotzdem ist man es leid, zumal die „Copy&Paste“ Causa Guttenberg & Co., sowie die Wulff Affäre noch sehr im Gedächtnis sind.

Und auch ohne moralischer zu tun als ich bin, aber Politiker sind nun mal Volksvertreter. Diese sind zwar auch „nur“ Menschen und machen Fehler; aber wäre diese „Lappalie“ passiert, wenn Volksvertreter nicht qua Amt befähigt wären, diese Fehler zu machen?

Und muss immer erst etwas wirklich Schwerwiegendes passieren, um empört zu sein und nicht nur „ganz banal“, wenn Amtsträger „ein bisschen“ die Grenzen zwischen Privat und dienstlich verschwimmen lassen?

Ich bin trotzdem empört!

e.

16 Flaschen für die Euro 2012

Heute geht es also los. Die UEFA Fußball Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine.

Nach dem ganzen medialen Getöse um Planungs- und Fertigstellungs Hick-Hack, politischen Problemen in der Ukraine, Gedankenspiele hinsichtlich einer Ersatz/Ausweich Vergabe nach Deutschland, Boykott der Euro 2012 durch deutsche und europäische Politiker stand das ganze Projekt, einschließlich die Vergabekriterien seitens der Uefa Kommission mit Michel Platini an der Spitze, unter keinem guten Stern!

Die positive Nachricht für alle Fans: Sie findet statt!

Das heißt also wieder 3 Wochen medialer Ausnahmezustand: Public Viewing, Schwarz-rot-goldene Fanartikel an Haüsern, Autos und Kleidung, natürlich Wohnzimmer als Clubheime verwandelt und des deutschen 2. Lieblings Kind: Das BIER!

Fußball und Bier als perfekte Symbiose… „a match made in Heaven“ wie man so schön sagt.  Auch wenn „mein“ Beck´s nicht in der Auswahl ist, da dooferweise Bitburger eng mit dem DFB verbandelt ist. Naja, man kann nicht alles haben…aber man kann sich ja mal in den nächsten Wochen um die Bierkultur aller Euro Mannschaften bemühen. Ein paar Sorten kenne ich bereits und will mal versuchen, ob ich alle der hier aufgeführten 16 Biere aus den 16 Teilnehmerländern der Fußball-EM 2012 finde und ausprobieren kann.

Dazu gehören folgende Biere stellvertretend für die Mannschaften:

San Miguel – Spanien

Birra Moretti – Italien

Obolon – Ukraine

Staropramen – Tschechien

Bitburger – Deutschland

Heineken – Holland

Elephant – Dänemark

Old Gold – Schweden

Kilkenny – Irland

Sagres – Portugal

Mythos – Griechenland

Karlovacko – Kroatien

Baltika – Russland

Newcastle Brown Ale – England

Zywiec – Polen

Kronenbourg – Frankreich

OK, es mag ein anspruchsvolles Projekt sein, möglicherweise hin und wieder kein kulinarisches Vergnügen, aber da muss ich jetzt durch. Immerhin kann ich mich ja damit trösten, dass die Euro 12 die letzte Europameisterschaft sein wird, wo „nur“ 16 Mannschaften vertreten sein werden. Denn die Euro 2016 wird ja bekanntermaßen in Frankreich stattfinden und dann werden es ja laut UEFA-Beschluss 24 Mannschaften sein.

Und ob ich dann das gleiche nochmal durchmachen werde will ich jetzt nicht mit Sicherheit sagen. 🙂

Also heute Abend geht es los mit Polen-Griechenland und anschließend Russland-Tschechien und morgen ist die DFB Elf dran mit dem ersten Spiel gegen Portugal!

Ich freu mich drauf!

e.

Den kompletten EM Spielplan hab ich zum Download mal hier hinterlegt!

Bedienungsanleitung

Was man alles so findet…tzzz. Muss ich  mir jetzt wirklich Gedanken machen, ob ich meine tendenziell Anti Pro-Quote Haltung überdenke? Soll ich bis zur Post-Nikolaus Zeit warten und hab jetzt schon einen Schrottwichtel Artikel, wo doch noch nicht mal der Sommer angebrochen hat?

Oder sollte ich ich wieder in den Buchladen und es kaufen und lesen?

Ich schlaf noch mal ne Nacht drüber, oder 2…

e.

Bist du ein Nimby?

Nimby ist ein Akronym. Also ein Abkürzungs-Wort, das aus den Anfangsbuchstaben einer Wortgruppe besteht.

In diesem Fall bedeutet es die im englischen Sprachraum gebräuchliche Redewendung: Not in my Backyard. Übersetzt heißt es „Nicht in meinem Garten“ und steht sinnbildlich für eine Geisteshaltung, bei der die Notwendigkeit eines Themas akzeptiert, aber in gleichen Atemzug die Verantwortung nicht bei sich, sondern bei anderen Leuten verortet wird!

Im deutschen Sprachraum hat man dafür noch einen anderen Ausdruck: „Verschon mein Haus, zünd andere an!“.  Dieses Sinnbild steht für das sog. Sankt Florians Prinzip!

Wenn ich also beispielsweise ein Atomkraftgegner bin und vehement gegen die Fortführung von Kernkraftwerken bin, heißt eine der Alternativen zu Strommasten ja bekanntlich Windräder, die Windkraft zur Energiegewinnung nutzt. So weit so (ökologisch) gut! Die Konsequenz daraus bedeutet aber natürlich, dass dieses Windrad nun mal leider auch ausgerechnet dort steht, wo ich es sehe und höre!

Klar, ist es ein immenses Risiko mit möglicherweise katastrophalen Folgen für alle, wenn radioaktiver Müll in einem maroden Bergwerk quasi nur darauf wartet einen ganzen Landstrich zu kontaminieren. Aber man kann natürlich versuchen alle erdenklichen Alternativen zu prüfen und den Müll an einem anderen geeigneteren Ort zu lagern, um Risiken zu minimieren. So weit so (ökologisch) gut! Die Konsequenz daraus ist natürlich, dass der radioaktive Müll dann dort ist, wo er in meiner „gefühlten“ Umgebung sein kann.

Will ich das und akzeptiere ich es als persönlichen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Notwendigkeit, oder bin ich für alles, solange ich nicht persönlich dafür verantwortlich sein muss, damit ich es bekomme?

Natürlich sind diese Themen verkürzt dargestellt und nicht von alles Seiten beleuchtet, aber am Anfang der Veränderung steht ja das Bewusstsein, das bewusst machen!

Denn Menschen, die lieber das Haus des anderen brennen sehen, als das eigene, oder Probleme und Verantwortlichkeiten lieber in „Nachbars Garten“ verlagern würden, nennt man folgerichtig NIMBY´s!

Bist DU ein NIMBY???

e.

Sounds des Tages

Auto-Tune heißt das neue Modewort. Dem Computereffekt, der die Gesangsstimme so künstlich erscheinen lässt, als würde der leiernde Anrufbeantworter seine Nachrichten selber sprechen. Nun kann man den Effekt natürlich herrlich manipulativ einsetzen, um stimmliche Schwächen auszugleichen.

OK, ganz so neu ist es nicht, aber wird schon wieder inflationär als Renaissance in der Musikszene auserkoren, spätestens seit die amerikanische Indie Band Poliça im April auf der europäischen Landkarte erschienen ist und mit dem Erstling „Give you the Ghost“ das Auto-Tune wieder in aller Munde erscheinen lässt. Allerdings darf man bezweifeln, dass Sängerin Channy Leaneagh diese digitale Spielerei nicht ganz bewusst einsetzen würde, denn zu hören ist es konsequent quer durch das gesamte Album.

Und irgendwie ist man etwas hin und hergerissen zwischen chilligen Electronic Indie Grooves, 2 Mann starken treibenden Live Drum Beats und funkenden R&B Bass-Lines. Und über allem wabert die leicht wehmütige „getunete“ Stimme von Channy Leaneagh, sagt sie doch selber dass sie auf der Platte auch ihre gescheiterte Ehe verarbeitet. Das merkt man der Melancholie der Songs auch an; trotzdem ein mutiges Unterfangen für eine erstes Album einer Band die 2011 auch erst gegründet wurde.

Aber was soll ich sagen, es funktioniert tatsächlich und zieht einen sofort merkwürdig in seinen Bann…eine Art offensive Zurückgenommenheit der Musik, die aber unweigerlich in die Beine geht und positiv unruhig macht. Jedenfalls haben die Kritikerlieblinge von Bon Iver die Band schon geadelt und ihnen quasi ne 5/5 Sterne Bewertung gegeben.

Wie viel Sterne das Album nun letztlich verdient, liegt sicher im Auge des Betrachters, bzw. des Zuhörers. 2 Sterne hält es aber immerhin schon mal bereit:

Da wäre zum einen der Song Dark Star, der in der Grundstruktur geradlinig und fast n bischen monoton rüberkommt, aber durch seinen treibenden Beat Fahrt aufnimmt und bis zum Ende sogar unerwartet mit eingeflochtenen Bläsern aufwartet:

 

Oder das grandiose, wehmutbeschwerte Wandering Star,  in der die peitschenden Drums zwar gegen den wabernden Bass arbeiten; aber alles irgendwie harmonisch zusammengehalten wird.

 

 

Klasse!

e.

Zitat des Tages

Es gibt inzwischen auch 80-Jährige, die machen eine Homepage auf, so wie man früher noch einmal ein Bäumchen gepflanzt hat

 

Edmund Stoiber zum Thema Internet und der Einfluss auf die Gesellschaft

Zitat des Tages

Erfolg ist eine Lawine, es kommt auf den ersten Schneeball an! (Clint Eastwood)

Zum 82. Geburtstag des Schauspielers/Regisseurs.

Bananen Keyboard & Co.

Wer sagt eigentlich dass man nicht mit Essen spielen soll? Hier ist es ganz eindeutig erlaubt und gewünscht…zumindest mit Bananen! 🙂

Soundcheck (Vol. 4)

1. Nachdem sich John Mayer Anfang der Jahrtausenwende mit sanften Soul-Pop Melodien aus dem Wonderland in den Radio Playlists auch hierzulande breit machte, begann er mit seinem 3. Album „Continuum“ andere Töne anzuschlagen. Zwar war er auch vorher schon als beseelter und hervorragender Gitarrist bekannt, beschloss er aber nun seinen kompletten Stil in eine Richtung zu schieben, der seinem melodiösen Spiel nahe kam. Das Ergebnis war zeitloser von Jazz und Blues-Rock inspirierter Pop. Hört sich natürlich auf den ersten Blick nach Musik für das Feuilleton an, ist aber beim Hinhören viel mehr.  Und auf Belief  kann man dem uneingeschränkt Glauben schenken!

 

2. Das neue Album (das erste als Independant Band) von den Counting Crows „Underwater Sunshine…“ habe ich ja schon in Auszügen rezensiert, aber natürlich lasse ich es mir nicht nehmen hier noch einen Song vorzustellen, der mir auch sehr gut gefallen hat…nämlich das anfänglich schwüle, bluegrassige  Like Teenage Gravity, das zum Ende mit einem furiosen Finish aufwartet. Auch hierbei handelt es sich um eine Fremdkomposition vom amerikanischen Folkrock Musiker Kasey Anderson, der dieses Jahr mit seiner Begleitband The Honkies ausgiebig durch die USA tourt. An sich nichts Ungewöhnliches, wäre da nicht die Tatsache, dass er im Vorprogramm einer anderen namhaften Band spielt..nämlich keiner Geringeren als den Counting Crows!!!

 

3.  Auch die schottisch-amerikanische Alternative Rockband Garbage meldet sich derzeit mit neuem Album zurück. Nachdem vor 7 Jahren das letzte Album betourt aber mitten in der Tour ein plötzlicher Abbruch kam, gab es nichts Neues mehr, außer von Sängerin Shirley Manson, die sich als Schauspielerin versuchte und ein Soloalbum aufnahm, das aber nie veröffentlicht wurde. Bezeichnenderweise kam es 2010 durch ein Treffen auf einer Beerdigung wieder zu ersten Annäherungen der Bandmitglieder, was letztendlich in dem am 12 Mai 2012 veröffentlichten Album „Not your kind of People“ mündete. Blood for Poppies stellt den Alternative-Rock-Electronica Auftakt dar, allerdings kann man Entwarnug geben,  klingt der Titel doch „reißerischer“ als er ist.

 

4. Neulich hab ich wieder im virtuellen Plattenarchiv gekramt und bin mal wieder Robert Palmer gelandet nach langer Zeit. Der 2003 viel zu früh verstorbene Brite ist den meißten ja mit seinem Bombast Funk Pop a lá Addicted to Love in Erinnerung. Seine Wurzeln sind aber unverkennbar im Reggae zu finden, auch wenn seine Spätwerke davon nur noch rudimentär zeugen. Wenn man aber ins Jahr 1978 zurückblickt, findet man die insegsamt 3. Single von ihm, die gleichzeitig die erste und eine der bekanntesten Komposition hierzulande von ihm ist. Nächstes Jahr ist demnach der 10. Todestag des charismatischen und bescheidenen Musikers und dazu würde das augenzwinkernde Best of both Worlds hervorrangend passen.

 

5. Aus Norwegen kommt das Electronic & Dance Dou Röyksopp, dass bereits mit ihrem ersten Album einen Millionenseller aus der Taufe hoben und mit dem Nachfolger „The Understanding“ aus dem Jahr 2005 auch einem breiteren Mainstream Publikum bekannt wurde. Maßgeblich verantwortlich ist die 3. Single-Auskopplung aus diesem Album, nämlich das mystisch-spärisch wirkende What else is there? , das besonders durch den markanten Gesang der Schwedin Karin Dreijer getragen wird. Eine Zusammenarbeit die sich 2009 auf den Album „Junior“ wiederholte, allerdings mit „This must be it“ nicht annähernd so erfolgreich wurde.

 

6. Immer wenn ich das Album SO von Peter Gabriel aus dem Jahre 1986 höre, denke ich an ein Best-of Album, das das bisherige Oeuvre des Musikers zusammenstellt. Immerhin ist SO ja auch bereits sein 5. Album gewesen und für eine Retrospektive wäre ja auch genug Zeit und Material zu bestaunen gewesen. Aber Irrtum, SO ist die Mutter seiner Best-of Werke. Kaum ein Song von diesem Album, der nicht Chart Erfolge feiern konnte, oder zumindest bis heute Fan Favoriten Status oder Live Standard in seiner Setlist wäre. Ein imposantes Werk, dass auch noch Besonderheit dadurch erlangt hat, dass es den Zyklus der selbstbetitelten Alben ablöste und andererseits einen Zyklus der Ein-Wort-Album-Titel einleitete (So, Us, Passion, Up, Ovo). Der dramatisch-mitreißende Ambient World Song Mercy Street, bei dem die Triangel eine tragende Rolle spielt, basiert auf dem tragischen Lebensverlauf der amerikanischen Autorin und Schriftstellerin Anne Sexton und ist ihr gewidmet.

 

7. Alte Bekannte und Weggefährten von Peter Gabriel sind auf dem Song Calling all Stations zu hören und stammen vom gleichnamigen 1997er Album von Genesis, die Ursprungs Progressive-Rock-Formation, die Peter Gabriel mit Steve Hackett in den frühen 70er Jahren gründete. Nachdem Phil Collins 1996 der Band den Rücken kehrte, versuchten sich die übrig gebliebenen beiden Mitglieder Tony Banks und Mike Rutherford mit dem Rock Sänger Ray Wilson, der mit der Band Stiltskin einen europaweiten Hit mit „Inside“ hatte und einem mehr an die Progressive Wurzeln Genesis angelehnten Sound. Ein Projekt, das man als veritable Fehlkalkulation und kommerziellen Misserfolg bezeichnen konnte, dass sogar durch die komplette Absage der darauffolgenden US-Tournee zum Desaster wurde. Seither gab es noch eine quasi Reunion Tour zusammen mit Phil Collins, aber seither keine weiteren Lebenszeichen mehr. Von daher kann man Calling all Stations ein wenig als damaligen Hilferuf verstehen, der aber mehrheitlich in den Weiten des Äthers verhallte.

 

8. Auch das Album „Valtari“ der isländischen Band Sigur Rós hab ich hier schon an-rezensiert und bereits mehrfach auf meinem Plattenteller gedreht. Wie gesagt Slo-Mo-Rock nennt das die Band um den Sänger Jónsi Birgisson  und seiner markanten Falsett-Stimme, die allen Songs immer etwas mystisches verleiht. Auf Valtari ist eine Spur mehr elektronsicher Einfluss zu hören, aber Songs wie Varúð (engl. Caution) zeugen von organischer Stärke und Kraft, das sich in ein aufbrausendes Klanggewitter entwickelt, um dann aber wieder in der Stille zu versinken. Ein zwingendes Highlights auf dem Album!

 

9. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich hier schon vor einiger Zeit den Song „What the Water gave us“ von Florence and The Machine als Hörprobe angepriesen, allerdings nicht so recht überzeugt war von den „Soundfetzen“ des Albums „Ceremonials“,  die ich bis dato durchgeskippt hatte. Irgendwie sagte meine innere Stimme aber, dass ich das Album gedanklich nicht loslassen sollte und seit ein paar Wochen ist es nun in meinem Besitz. Und was soll ich sagen: Nicht nur die Tatsache, dass ich hier einen weiteren Titel spiele ist Ausdruck dessen, wie groß-artig das Album in Echtzeit ist. Und auch erst im gesamten Kontext entfacht es seine ganze schillernde, barocke Indie Art-School-Pop Blüte. Also Sorry nochmal dass ich Songs wie das harfige Spectrum, monatelang quasi verschmäht hab. Dafür also hier die Wiedergutmachung!

 

10. Das Album „This Machine“ ist auch bereits seit einiger Zeit in meiner Heavy Rotation und ist heute auch mein bass-brummender, leicht psychedelischer Alternative Glam Rock Rausschmeißer-Song, der irgendwie mit seinen verzerrten Klang Collagen nie so richtig aus dem Schuh zu kommen scheint und handgebremst wirkt. Aber nach näherer Betrachtung bzw. mehrmaligen Hören merkt man, dass es genau das ist, was The Dandy Warhols bezweckt haben um ihrer teilweise Ablehnung überinterpretierter Musiktrends Ausdruck zu verleihen! Dann „langweilen“ wir uns eben mit Sad Vacation..gibt wahrlich Schlimmeres!

 

Video des Tages

Man kann sich gar nicht entscheiden, was faszinierender und beeindruckender ist, als Impressionen aus den Tiefen der Meere und sein imposantes Farbenspiel, so wie es Filmemacherin Lynette Wallwort in dem Film „Coral Rekindling Venus“ zeigt; oder die von falsettiger Melancholie getragene Stimme von Antony Hegarty, wie er es in seinem neuen pianolastigen Song „Rise“ erklingen lässt! Beides hat etwas Einzigartiges.

Folgerichtig tun sich hier beide Elemente symbiotisch zusammen. Farbenspiel, Impressionen und der unverwechselbare Gesang Hergartys. Leider ist der Song erstmal nur als Trailer für den Film gedacht und wird nicht auf dem neuen Album „Cut the World“ zu hören sein, welches er natürlich wieder mit seiner Haus und Live Band The Johnsons eingespielt hat. Es erscheint Anfang August, und zumindest akustisch ist „Rise“ ein schöner Vorbote.

e.

One Night in Baku

Ja, ich geb es zu, ich bin ein Dauernörgler, wenn es um den Song Contest geht, meinetwegen auch ne „ESC-Spaßbremse“…geschenkt! Ich hab das auch nie so richtig verfolgt und wenn die mediale Dauerberieselung nicht da wäre, hätte ich wahrscheinlich auch heute nicht gewusst, dass sich der ESC  selber, oder sonstwen feiert.

Gerade die deutschen Beiträge haben mich immer besonders verstört. Mal waren es seichte, oder schunkelige Schlagerfetzen; dann waren es Pseudo Pop Nummern, aber irgendwie war es so gut wie nie ein Beitrag deutscher Sangeskultur. Wie denn auch! Wenn man nach deutscher Musikkultur Ausschau hält, dann landet man an der Nordsee, im Bayerischen Wald, im Erzgebirge…in der Mundart! Und die wird man eben auch nicht beim European Song Contest hören.

Anders machen es die anderen Verteter Europas. Sei es im slawischen Teil, im nordischen, oder süd(ost)europäischen Teil des Kontinents…das mag zwar auch oft sehr aufgesetzt, gewollt wirken und auch nicht unbedingt toll, aber es klingt zumindest irgendwie doch nach einem nationalkulturellen Timbre.

Gut, in den letzten beiden Jahren war in Deutschland ja nun medial gesehen kein Entkommen von der süßen Lena Meyer-Landruth und wer singt heute für Deutschland? Ich geb es zu ich musste es googlen: Roman Lob. Lieb sieht er aus…und knuffig. Mit hipper Mütze. Und sein Beitrag? Eine Rock Ballade soll das jaulige und flehende „Standing still“ sein. Aha! Mit Klavier-Intro und von Jamie Cullum geschrieben..Toll! Und der Dackel Blick…auch Toll! Könnte also klappen, oder auch nicht.  Und ehrlich gesagt ist es mir auch gerade nicht so wichtig.

Schließlich ist ja auch Engelbert Humperdinck dabei. Ja der Engelbert..der Howard Carpendale für Kosmopoliten. Den meine Mutti vor 30 Jahren schon angeschmachtet hat…und es gab es viele Muttis. 67 Jahre ist er nun alt, oder jung. Und nachdem letztes Jahr die Boys von „Blue“ ihr ein bischen zu sehr gewolltes Comeback-Glück auf europäischer Bühne versuchten und für England antraten, um dann aber auch schnell wieder in Versenkung zu verschwinden ist Engelbert ja nun mindestens ein Kontrastprogramm! Aber allein sein Dasein ist ja schon etwas Spektakuläres, oder doch nur die Verzweiflungstat eines gealterten Crooners, der noch mal die große Bühne sucht? Ach ich weiß doch auch nicht!

Was ich aber weiß ist dass dieser Song Contest in Aserbaidschan unter ganz besonders fragwürdigen Umständen stattfindet. Gut, dass Land kann nun auch nichts dafür, dass letztes Jahr eine Sängerin aus gerade diesem Land gewonnen hat. Aber was so beklemmend ist, dass das Land seither Unmengen von Zuckerguß über das Land streut, um der Weltöffentlichkeit ein Land zu demonstrieren, was modern, freundlich und weltoffen ist…ein Land im demokratischen Umbruch.

Die Wirklichkeit ist aber leider eine ganz andere. So wie es einige Videoblogger fast unter Einsatz ihres Lebens immer wieder dokumentiert haben. Enteignung von Privateigentum, Einschränkung des Demonstrationsrechtes, Polizeikontrollen, Tötung und Verhaftung von Regimekritikern und auch Journalisten sind derzeit immer noch in Haft, weil sie über die Misstände eines immer noch autokratischen Staates berichten wollen. Also bei näherer Betrachtung alles andere als ein „Kuschelstaat“. Auch Homophobie ist immer wieder ein Thema..zwar nicht verfassungsmäßig verboten, aber nach Polizeigewahrsam und Zahlung eines Entgelts, dürfen sich homosexuelle Paare gern wieder auf freien Fuß bewegen.

Aber in diesen Tagen des ESC spielt das alles keine Rolle…soll es auch nicht. Vielmehr versucht der Staat ein anderes Bild zu zeigen. Und ehrlich gesagt kann ich diesen sog. Vorwand auch nicht mehr hören, dass solche Events auch demokratisierende Wirkung haben können. Allein die Aussagen von Jan Feddersen, der sogenannten grauen Eminenz und ESC Kenner Urgestein,  sind da sehr vielsagend. Er spricht ernüchternd aus, was sicherlich auch stimmt, aber was nun alles andere als demokratisierend wirkt. Er meint, Künstler würden sich wenig um die politischen und gesellschaftlichen Zustände kümmern, sondern vielmehr um ihre Show-Performance. Nun ja, traurig aber wohl wahr!

Und es gibt ja nun auch Millionen von Fans, die dieses Sangesfest einfach nur abfeiern wollen und mal nicht an kritisches denken wollen. Auch das ist legitim.

Aber feiern die Menschen in Baku auch, die vom Staat bedrängt, inhaftiert, oder verschleppt werden ?

Ich hab ne andere Idee von Spaß!

e.

Zitat des Tages

Für Polit-Sperenzchen haben die meisten Künstler gerade keinen Sinn. Beim Contest entscheidet sich schließlich, ob sie ihren Zenit vor oder schon hinter sich haben.

 

ESC Kenner Fan Feddersen auf die Frage, was die Künstler zu den politischen Zuständen in Aserbaidschan sagen

Neues vom TriXXer

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sommer ist schon fast da…der Grill kann aus dem Keller geholt werden und die Europameisterschaft steht ja auch schon vor der Tür…
Und wenn 2 Dinge wie für einander gemacht worden sind, dann ist es Fußball und Grillen.  Doch Vorsicht:

Wisst ihr noch wie man ne Grillzange richtig hält oder das Bratwürstchen gewendet wird? Wie man den Trinkhalm ordnungsgemäß knickt, oder Grillspieße verwendet?

AXXel kennt alle TriXX 🙂

e.

Zitat des Tages

Der Mensch möchte jeden Regenwald davor bewahren zum Parkplatz zu werden, aber wundert sich wo er sein Auto abstellen kann.