Wichtige News! Mein Blog zieht um!

Hallo ihr Mit-Blogger,

in den letzten Monaten habe ich das Bloggen etwas schleifen lassen, da ich einerseits nicht die Zeit und Muße hatte, mich intensiv mit dem Bloggen zu beschäftigen andererseits hab ich aber weiter bei Twitter gezwitschert, oder kurze Facebook Meldungen gepostet.

Dann habe ich aber vor kurzer Zeit gemerkt, dass mir das Bloggen hier bei WordPress doch etwas fehlt und wieder angefangen mich damit zu beschäftigen.

Da ich aber ein Fan der Vereinheitlichung bin, wollte ich meine Social Media Profile unter einem Namen laufen lassen: Kennzeichen E! Doch WordPress lässt das Ändern der originären Blog Adresse (in meinem Fall: https://eddiblog.wordpress.com ) nicht zu.

Lange Rede kurzer Sinn:

Ich bin umgezogen; bzw. habe einfach meine sieben Sachen gepackt und einen neuen Blog im (fast) alten Gewand angelegt!

Ab sofort bin ich unter der neuen Blog-Adresse:

http:/kennzeichene.wordpress.com

zu erreichen und werde dort meine Blogger Ergüsse posten!

Ich würde mich also freuen, wenn ihr mir dorthin folgt und wir uns dort weiterhin lesen!

Also bis demnächst
Eddi
e.

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LeistungsSchutzRecht

Hier mal eine Sicht auf das ReizThema #LSR und die Auswirkungen für u.a. Blogger durch die Brille der Medien (#Taz)und der Blogger Welt und NetzAktivisten (Stefan#Niggemeier).

Taz:

http://m.taz.de/Blogger-und-Leistungsschutzrecht/!112245;m/

Stefan Niggemeier:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/luegen-fuers-leistungsschutzrecht-6/

Veröffentlich mit WordPress für Kennzeichen E

Kennzeichen E @ Tonmagnet.de

Es gibt Neuigkeiten zu berichten in eigener Sache:

Ich werde von nun an für das Musik-Portal Tonmagnet.de auf die Suche nach neuer und interessanter Musik gehen und dort meine Reviews (Rezensionen) der Alben veröffentlichen.

Tonmagnet steht für Netaudio, also Netzmusik, die von Künstlern auf entsprechenden Netlabels veröffentlicht und vertrieben wird und unter einer entsprechenden Creative Commons-Lizenz stehen!

Ziel dabei ist es, dass sich die Künstler zeigen und präsentieren und dafür ihre Musik, oder Teile davon der Allgemeinheit frei zur Verfügung stellen können. Sei es durch den Download, oder das verwenden der Musik, ohne dass dafür erst die Nutzungsrechte kostenpflichtig bei Plattenfirmen eingeholt werden müssen.

Nichts desto trotz sind es professionelle und künstlerisch anspruchsvolle Produktionen, die es wert sind einem größeren Publikum präsentiert zu werden, auch wenn sie nicht durch große Labels und Platten-Vertriebe vermarktet werden!

Ich werde mir daher regelmäßig Alben heraussuchen, die mir besonders aufgefallen sind, die mir gefallen und dann bei Tonmagnet darüber berichten und rezensieren!

Mein erster Review dort ist bereits fertig und kann gelesen werden und bei Gefallen kann man auf die Künstler Seite, oder die des entsprechenden Netlabels und sich die Musik anhören und runterladen!

Ich werde die Reviews natürlich auch hier posten und auf Neuigkeiten hinweisen.

Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt…

e.

LSR – Wie Verlage die Realität verweigern

Ich muss zugeben, dass ich die seit einiger Zeit teilweise aufgeregt und verbissen geführte Diskussion um und über den vom Bundesjustizministerium in persona  Sabine Leutheusser-Schnarrenberger initiierten Referentenentwurf zum Thema Leistungsschutzrecht (LSR) nur am Rande verfolgt habe.

Allein die Beschäftigung mit den Themen Urheberrecht, ACTA & Co. erfordert soviel Zeit und Energie, dass es schon mal überfordernd sein kann. Zumal es sich auch hierbei ja erst mal noch um eine Gesetztesvorlage, also einen Entwurf für ein mögliches Gesetz handelt!

Dennoch bedarf es eines genaueren Blickes:

Der Protest und die Kritik vieler Netzaktivisten und Blogger lässt die zuständige Ministerin in einem Licht stehen, als würde sie dem Willen der großen Verlage entsprechen (stellvertretend sei hier der Axel-Springer Verlag genannt)  und ein Gesetz formulieren, das ihnen die Kontrolle über Information, die Art der Verbreitung und Refinanzierung verschafft, aber eben auch die Möglichkeit bietet, Nutzern untersagen zu dürfen, Presse-Erzeugnisse zu verwenden, sofern keine Nutzungs-Lizenz erworben wurde. Notfalls auch per Gerichtsentscheid und Strafzahlungen!

Nun ist es ja schon seit einigen Jahren so, dass das Internet den großen Musikverlagen ja schon eine völlig neue Dimension der Vermarktungchancen aufgenötigt hat, die sie lange gar nicht wahrhaben und sehen wollten. Vielmehr taten und tun sie sich schwer, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die der veränderten Situation Rechnung trägt. Ein erster Reflex war es, alles was nach digitaler Konkurrenz (Filesharing, Downloadportale) aussah, in Frage zu stellen, oder per Gerichtsentscheid zu verbieten. Substanziell verhindern konnten sie den Fortschritt aber auch nicht!

Auch basierend darauf, ist eine Urheberrechtsdebatte im Gange, in der Künstler, Journalisten, Autoren, etc. mehr Rechte und „angemessene“ finanzielle Beteiligung an den von ihnen erstellten kreativen Werken einfordern. Schließlich wollen sie davon partizipieren und  auch davon leben können!

Zeitungsverlage sehen sich durch das Internet ebenfalls seit Jahren um die finanziellen Früchte ihrer journalistischen Arbeit betrogen und wollen der sog. Gratis-Informations-Nutzung ein Ende bereiten.  Man könnte meinen, dass sinkende Auflagenzahlen der Printmedien und sinkende Einnahmen durch Werbeerlöse allein daraus resultieren, dass jedermann überall im Netz kostenlos an Informationen kommt und redaktionelle Werke der Verlage für seine Zwecke nutzt, unter seinem Namen  verbreitet, ohne dass erkennbar wird, wer eigentlich der Urheber des Werkes ist.

Dass die Verlage durch die virtuelle Verbreitung profitieren scheint nebensächlich, denn was die Verlage nicht gerne zugeben, sind vielmehr die schwarzen Kreativitätslöcher in puncto digitale Vermarktung ihres redaktionellen Contents im „bösen“ Web 2.0 . Ganze Zeitungen mussten schon eingestellt worden; Verlage fusionieren, oder gliedern gleich Verlagsredaktionen in fragwürdige Gesellschaften aus. So wie es gerade beim Springer-Verlag passiert, wo über 50 Redakteure und Mitarbeiter u.a. der Zeitschrift Computer-Bild  „aufgefordert“ werden, in eine neue verlagseigene Gesellschaft zu wechseln. Eine Gesellschaftsform, die selbstverständlich nicht an Branchentarifverträge gebunden ist. Hier scheint den Verlagen der Wert journalistischer Arbeit nicht ganz so wichtig zu sein!

Es geht natürlich um das liebe Geld. Um fehlende Konzepte und Ideen (Paid-Content, Paywall) und wie veraltete Verlags-Einnahmestrukturen doch noch irgendwie in das digitale Zeitalter hinüber gerettet werden können. Und wenn einem gar nichts mehr einfallen will, spannt man eben die Politik vor den Karren, oder man schickt den Chefredakteur der Bild-Zeitung für mindestens 6 Monate in die USA. Genauer gesagt nach Silicon Valley, das Herz der IT- und High-Tech-Industrie, um dort den Kreativitäts-Akku in Bezug auf digitale Vermarktungskonzepte für die Zukunft aufzuladen.

In dieser soll dann doch bitte die Nutzung redaktionellen Inhaltes kostenpflichtig sein, sofern er gewerblich genutzt wird.  Zum redaktionellen Inhalt zählt der Artikel an sich, aber eben auch Zitate aus dem Artikel, die Überschrift und das Verlinken des Artikels.

Im Klartext soll also jeder Blogger, der einen privaten (aber werbefinanzierten) Blog betreibt, eine Lizenz erwerben müssen, der ihn berechtigt fremde redaktionelle Inhalte auf seinem Blog zu nutzen. Denn es wird unterstellt, dass der private Charakter des Blogs nicht mehr vorhanden ist, wenn durch Werbung Einnahmen generiert werden. Dementsprechend handelt es sich dann um eine gewerbliche Nutzung. Wenn durch die Aufwertung seiner Artikel fremde Inhalte genutzt werden, muss dieser Mehrwert durch Zahlung einer Gebühr an den Urheber (Verlag) vergütet werden.

Interessant (weil juristisch klärungsbedürftig)  wird das es u.a. dann, wenn ein eh schon durch seinen Verlag schlecht bezahlter freiberuflicher Journalist, oder Autor für eine Zeitung redaktionelle Beiträge z. B. über das Thema „Internet“ schreibt, dann aber auf seinem rein privaten Blog ebenfalls Artikel zu dem gleichen Thema verfasst!

Es drängt sich der Verdacht auf, dass es in Zukunft vermehrt Richtersprüche geben wird, ähnlich wie im Fall Gema vs. Youtube (Google), wobei Youtube in der Verantwortung steht, nicht lizensierte Videos aus seinem Portal zu löschen, da Youtube kein Lizenzabkommen mit der Gema abschließt, die das Verwenden der Videos erlaubt. Ungeklärt dabei ist aber immer noch, wann ein Lizenzverstoß eigentlich vorliegt.

Laut einer Aussage der Bundesjustizministerin auf dem „Medienforum.NRW“ in dieser Woche soll angeblich die rein private Nutzung und Verbreitung von Presseartikeln nicht betroffen sein, sodass ich bis auf Weiteres meine selbstverfassten Artikel mit redaktionellen Inhalten von Online Print Quellen und Nachrichten-Portalen anreichern kann und werde.

Ob diese Praxis noch möglich sein wird, oder ob ich mich potentiell in Rechtsunsicherheit begebe, wenn das LSR dann erst mal zum anwendbaren Gesetz geworden ist, muss sich erst noch erweisen. Von daher sollte man die Entwicklungen genau im Auge behalten.

Sicher ist sicher…

e.

Heike Rost hat sich die Mühe gemacht die aktuellen Diskussions Beiträge bekannter Netzaktivisten, Blogger und Verbände in Form einer Linkliste zusammenzustellen!

Zitat des Tages

Für Polit-Sperenzchen haben die meisten Künstler gerade keinen Sinn. Beim Contest entscheidet sich schließlich, ob sie ihren Zenit vor oder schon hinter sich haben.

 

ESC Kenner Fan Feddersen auf die Frage, was die Künstler zu den politischen Zuständen in Aserbaidschan sagen

In eigener Sache…Facebook Update

So, nachdem ich in letzter Zeit unzufrieden war über das Publizieren meiner Beiträge auf meinem privaten Facebook Profil, weil die Artikel nicht separat und alleinstehend angezeigt wurden, gibt es etwas  Neues zu berichten.

Die Artikel wurden ja lediglich als Link-Sammlung in einer „Chronik-Anzeige-Box“ gepostet, oder wie man das auch immer nennen soll…

Wie auch immer, ich habe mich gestern nach alternativen Möglichkeiten umgegooglet, Facebook Apps getestet, oder den WordPress Support befragt und keine zufriedenstellende „Antwort“ erhalten, sodass ich irgendwann herausgefunden habe, dass ich zu meinem privaten Facebook Profil zuätzlich eine sog. „Fanseite“ erstellen und betreiben kann.

Woher soll man das eigentlich alles wissen?

Egal, ich hab jetzt ne Fanseite, die natürlich noch sehr einsam und stiefmütterlich verlassen wirkt, aber sich sehr über Besuch freuen würde und wenn schon jemand vorbei schaut, möchte die Fanseite sicher auch „gefallen“.

Also wenn ihr mögt, könnte ihr Kennzeichen E auch auf Facebook erreichen. Ich habe den verlinkten Button bereits in meine Verfolg-Bar auf der Startseite hinzugefügt.

Kennzeichen E auf Facebook:

Ich würde mich freuen, wenn ihr einfach mal vorbeischaut und wenn euch die Seite gefällt.

Ansonsten bin ich ja bei Twitter und meine privates Facebook Profil ist nach wie vor aktiv, allerdings ist diese nur „auf Freundschaftsbasis“ sichtbar.

Vielen Dank und lieben Gruß an alle

e.

In eigener Sache…HELP WANTED!

Hallo an alle, ich habe ein kleines, aber mich störendes Problem.

Meine WordPress Blogartikel kann ich ja auf 3erlei Art auf meiner privaten Facebook Seite anzeigen lassen, indem ich sie manulell per Copy&Paste übertrage, oder per Share Button unterhalb des Artikels, oder ich lasse sie automatisch per Publicize Button parallel auf Twitter und auf mein FB Profil senden.

Allerdings habe ich das Problem dass per automatisierten Publicize-Verfahren alle WordPress Artikel quasi in einer Sammel-Anzeigebox auf der Facebook Chronik Timeline zusammengeführt, aber leider nicht separat als alleinstehender Eintrag angezeigt werden.

Also: Ich möchte dass meine WP Artikel auf FB nicht nur als Linksammlung in einer Sammelbox sondern jeder für sich angezeigt werden, als hätte ich ihn manuell gepostet.

Für hilfreiche Antworten wäre ich sehr dankbar!

Lieben Gruß
Eddi @ Kennzeichen E

…zurückkommentiert

Welkes Spiel mit der Politikverachtung (von Hugo Müller-Vogg)
15. Mai 2012

ZDF-Politsatire „heute-show“ mit Oliver Welke

Ist des witzig, dass Brüderle nuschelt, Rösler Schritt wie „Shit“ ausspricht oder Kubicki „Punsch“ statt Putsch sagt? Die heute-show des ZDF ist als Politsatire für den Grimme-Preis nominiert. Humor mag Geschmackssache sein, doch der Spaß hört auf, wenn die Politikverdrossenheit im Land gefördert wird. Ein Kommentar

Ich gestehe: Ich hab’s getan. Ich habe heilige Schwüre gebrochen und mir die letzte Ausgabe der „heute-show“ im ZDF von der ersten bis zur letzten Sendeminute angeschaut – zum allerersten Mal.

Bisher bin ich bei Oliver Welkes Polit-Satire im ZDF nie lange hängen geblieben – mal reingschaut und schwupps wieder raus. Weil ich es nicht sonderlich aufregend finde, jeden Freitagabend vorgeführt zu bekommen, dass Rainer Brüderle schneller spricht bzw. nuschelt als mancher Journalist denkt – und dabei manche Silbe verschluckt. Kann ja mal ganz lustig sein, aber doch nicht jeden Freitag!

Jetzt also doch mal die komplette Sendung. Schließlich schwärmen so viele Freunde und Bekannte von der ach so umwerfend komischen Satireshow. Obendrein ist die Sendung für den renommierten Grimme-Preis nominiert. Und der zeichnet Fernsehsendungen aus, „die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind.“

Nach vollen 30 Minuten „heute-show“ weiß ich jetzt wenigstens, was als „vorbildliche und modellhafte“ Polit-Satire gilt: Wenn die Politiker als Deppen der Nation hingestellt werden. Meine „heute-show“ Premiere kam – ausnahmsweise – ohne FDP-Brüderle aus. Dafür wurde Philipp Rösler dabei erwischt, dass er Schritt wie „Shit“ aussprach, und Wolfgang Kubicki, als er „Punsch“ statt Putsch sagte. Bei dieser Art hintersinnig-geistreicher Satire fällt man doch vor Lachen fast vom Stuhl, oder etwa nicht?

Die Sendung hat für ZDF-Verhältnisse gute Quoten, vor allem bei jüngeren Zuschauern. Kein Wunder: Um hier mitlachen zu können, muss man von Politik nicht viel wissen und verstehen. Ist es nicht ein grandioser Gag, dass die FDP 8,2 Prozent in Schleswig-Holstein als „Sieg“ feiert, obwohl ihr Stimmenanteil gegenüber der letzten Landtagswahl fast halbiert wurde?

Nun ja: Wer nicht mehr von Politik weiß, als das, was auf eine Smartphone-Seite passt, der fühlt sich bestens unterhalten. Wer dagegen weiß, dass die 14,9 Prozent der Kubicki-FDP 2009 am Tag der Bundestagswahl erzielt wurden und die 8,2 Prozent von 2012 das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten sind, der kann sich nicht mehr so richtig amüsieren. Selber schuld: Wer zu viel weiß, den bestraft der Welke.

Erfahren Sie mehr über den Grundtenor der Pseudo- Intellektuellen…
Humor ist bekanntlich Geschmacksache. Wer die „heute-show“ als „vorbildliches und modellhaftes“ Vergnügen betrachtet, dem sei das gegönnt. Doch ist der Grundtenor der Sendung bedenklich: Welke und seine Mitstreiter haben – anders als die meisten Kabarettisten – kein Anliegen. Sie machen nicht lächerlich, was sie verändern möchten. Sie kämpfen nicht mit den Waffen des Witzes und der Ironie für eine aus ihrer Sicht bessere, gerechtere oder sozialere Welt. Nein: Welke und den Seinen geht es allein darum, die Politikerkaste insgesamt als eine Ansammlung von Volltrotteln darzustellen.

Dieses Geschäftsmodell funktioniert prächtig, weil es die gängigen Vorurteile gegen die Politiker bestens bedient. Und weil das „Show“-Team immer wieder unbedarfte Parteitagsdelegierte oder Hinterbänkler findet, die beim Anblick eines ZDF-Mikrofons in Angstschweiß ausbrechen und sich verzweifelt bemühen, auf Witz-Fragen ernsthafte Antworten zu geben. Und die ohne Teleprompter vor sich und ohne Redaktion, die an jedem Halbsatz mit Hingabe bastelt, im Rücken halt nicht so gestylt parlieren können wie die Welkes dieser Welt. Bei solchen Amateuren brüllt dann das Studio-Publikum vor Vergnügen.

Die „heute-show“ passt so besehen „vorbildlich und modellhaft“ in eine Medienlandschaft, in der Intellektuelle wie Pseudo- Intellektuelle dem Demokratie-Modell Lorbeerkränze flechten, sich zugleich aber lustig machen über alle, die den demokratischen Prozess am Leben erhalten: Politiker jeden Ranges und Kalibers, Parteifunktionäre höchst unterschiedlicher Qualifikation, Parteimitglieder mit mehr oder weniger kommunikativer Begabung.

Okay, die „heute-show“ bringt Quote, was für die ZDF-Gewaltigen das wichtigste ist. Und ganz nebenbei fördert sie Politikverdruss und Politikerverachtung. Da kann und will ich nicht mitlachen.

Meine Gegenthese:
Lieber Herr Müller-Vogg,

sie beschreiben, dass Menschen die ein rudimentäres Politik-Verständnis oder Interesse haben, über die Heute Show Lachen können. Aha…

Ihre Argumentation erinnert mich an die TV Schelte von Herrn Reich-Ranitzki, der über die TV-Programmverödung redet, aber selbst garkein TV guckt!

Dementsprechend sind Menschen die sich jeden Tag mit Politik beschäftigen, Menschen der intellektuellen Elite, Menschen die sich selber wichtiger nehmen als die Sache, Menschen die ihre Eitelkeit in Talk-Shows dokumentieren, Menschen die den Wähler als Abstimm-Automaten einer vorgefertigten und vorkonfektionierten Informationsvermittlung betrachten die Humor Instanz, die darüber entscheiden was lustig und unterhaltsam ist? Also Menschen wie SIE?
Kann es vielleicht sein, dass sie sich hinter dem viel zitierten Deckmantel der Politik(er) Verdrossenheit verstecken um ihre eigene Abneigung gegen das, was viele der oben beschrieben Menschgruppen selber als komisch, lustig und unterhaltsam empfinden?

Lieber Herr Müller-Vogg…es kann auch mal befreiend sein, nach ner ernsten udn anstrengenden PArlamentswoche Freitagabends einfach mal zu lachen.

Worüber lachen Sie, über das Phönix Programm, über Arte Dokumentationen, oder die Kolumnen die sie selber für Ihr Haus Blatt aus dem Hause Springer zu Papier bringen ?
Vielleicht nehemen sie mal zur Kenntnis, dass selbst ein Herr Brüderle über sich selber lachen kann und sich dem von Ihnen beschriebenen Spott der Öffentlichkeit freiwillig Preis gegeben hat und vielleicht ist das ja ein Effekt, der im Gegenteil dazu beiträgt, Politiker näher an die Wähler heranzubringen

Lachen sie mal!

Ein lächelnder Gruß

http://www.cicero.de/salon/heute-show-oliver-welkes-spiel-mit-der-politikverachtung/49314?seite=1

Der kleine Gartenfreund

Also ich muss gestehen, dass ich nun alles Andere als einen grünen Daumen habe!

Von daher überrascht es schon, dass ich heute so lieb von meinen Kolleginnen bedacht worden bin: und zwar mit einem Topf mit Lavendel und einem „Ich bau mir mein Basilikum“ Anbau-Set!

Ok, dass mit dem Lavendel kann ich ja noch verstehen,

es soll ja helfen die Motten davon abzuhalten, kleine Löcher in die Klamotten zu fressen. Aber:

– soll ich wirklich nen ganzen Topf in den Kleiderschrank stellen?

– soll ich das als subtile Kritik verstehen, dass meine Sachen zu oft Löcher haben? (Frechheit!!!!!)

Und zum Thema Basilikum:

– Ja ich gebe zu, ich bestelle gern Pizza!

– Ja, ich bin verdammt gut im Pizza bestellen

– Ja, ich hab nur einen Basilikum-Streuer im Küchenregal

                        

 

Aber vielleicht war es einfach nur lieb gemeint und ich soll mich einfach nur drüber freuen?

OK..dann mach ich das mal 🙂

e.

Gema-Streit: Was das YouTube-Urteil bedeutet – SPIEGEL ONLINE

Gema-Streit: Was das YouTube-Urteil bedeutet – SPIEGEL ONLINE.

S.P.O.N. – Die Mensch-Maschine: Euer Internet ist nur geborgt – SPIEGEL ONLINE

Euer Internet ist nur geborgt

Eine Kolumne von Sascha Lobo

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.

Ende Februar 2012 versucht ein Mitarbeiter von muenchen.de, dem offiziellen Portal der Stadt München, die eigene Facebook-Seite zu erreichen, die bis dahin unter facebook.com/muenchen zu finden war. Erfolglos. Die Seite war ohne Vorwarnung gesperrt worden. Die fast 400.000 Fans der Seite – mit einem Mal so unerreichbar wie das Internet im ICE zwischen Hamburg und Berlin.

 

Facebook hatte sich entschieden, Städte selbst zu vermarkten. Aber leider vergessen, das den Städten mitzuteilen.

Rückschwenk in den Januar 2012: Google stellt die twitterähnliche Plattform Jaiku ein, die damit dem Schicksal vieler anderer Google-Dienste folgt: Google Labs, Google Buzz, Google Health, Google Wave. Selbst die „Social Search“-Plattform Aardvark wurde geschlossen, obwohl sie einen famosen Rekord des 21. Jahrhunderts hielt: Google bezahlte für 90.000 aktive Nutzer 50 Millionen Dollar. Aardvark liegt damit in der ewigen Rangliste der teuersten Netzunternehmen mit 555 Dollar je Nutzer an dritter Stelle. Die beiden ersten Ränge belegt natürlich konkurrenzlos Jerry Yangs Beerdigungsinstitut für Start Ups: an Platz zwei Geocities für 830 Dollar je Nutzer. Und uneinholbar im ewigen New-Economy-Himmel Broadcast.com mit sagenhaften 10.961 Dollar je aktivem Nutzer, beide 1999 für Milliardenbeträge gekauft von Yahoo. Selbstredend sind auch diese beiden Dienste inzwischen geschlossen.

Sprung in den März 2012, in dem ein vielgenutztes Start-Up namens Posterous in seinem Blog glücklich verkündet, von Twitter gekauft worden zu sein. Die Gründer erklären, dass ihr Service weiterbestehen wird. Wenn aber wider Erwarten doch nicht – man kann ja nie wissen! – würde man zumindest „ausreichend lange vorher“ Bescheid sagen. Aber trotzdem jetzt schon mal geeignete Instrumente für den Download der Inhalte bereitstellen. Also nur für den Fall. Den rein hypothetischen.

Monetenhafter Aufstieg

Obwohl diese drei Ereignisse der sozialen Medienlandschaft aus den ersten drei Monaten des Jahres 2012 scheinbar wenig miteinander zu tun haben, hängen sie damoklesschwer über den anderthalb Milliarden Social-Media-Nutzern der Welt. Denn ihr Internet ist nur geborgt. Wenn aus irgendeinem Grund, der selbst Franz Kafka als unverhältnismäßig kafkaesk erschienen wäre, der eigene Account gesperrt würde – man stünde einer undurchdringlichen Wand aus Allgemeinen Geschäftsbedingungen gegenüber, verputzt mit Kontaktformularen und einem englischsprachigen Help-Forum, wo nur noch Nutzer Nutzern nutzen.

Eigentlich ist es eine Banalität und sollte gar nicht mehr erwähnt werden müssen: Daten auf sozialen Netzwerken müssen unter allen Umständen so behandelt werden, als könnten sie jederzeit verloren gehen. Denn sie können jederzeit verloren gehen. Trotzdem scheint die Welt likebegeistert anders zu handeln: All ihr digitales Schaffen findet im geborgten Internet statt. Social Media ist ohne Zweifel der aktuelle Stand des Internets. Vom Umbau des größten Internetunternehmens, Google, in ein doppelplusgutes Social Network mit angeschlossener Suche bis zum Börsengang von Facebook: das Netz atmet social. Aber wer auf seine digitale Freiheit Wert legt, für den bleibt – solange freie Social Networks wie Diaspora noch irrelevant sind – nur das schönste, aber anstrengendste Instrument für die soziale Vernetzung und das Teilen von Inhalten übrig: die selbst kontrollierte Website, also das Blog.

Zeitgleich mit dem monetenhaften Aufstieg der sozialen Netzwerke begann im deutschsprachigen Raum der Niedergang der Blogs. Facebooks Nutzungszahlen sind gigantisch, ebenso YouTubes Abrufe oder Twitters Tweethagel. Und auch Google Plus ist stets bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zur Zufriedenheit der Nutzer zu erledigen.

Nur auf einem Blog kann man machen, was man möchte

Gleichzeitig sank aber die Zahl der Verlinkungen von Blogs untereinander so stark, dass Jens Schröder – über Jahre das inoffizielle, statistische Bundesblogamt – sein Projekt deutscheblogcharts.de mangels Masse und Sinnfälligkeit einstellte. Der Grund für den Sinkflug des Blogs: Soziale Befindlichkeiten werden heute auf Facebook geteilt, kurze Mitteilungen und Links auf Twitter und auf Facebook, Fotos auf einer der hundert Plattformen sowie auf Facebook, Videos auf YouTube und auf Facebook – für fast jede Art von Äußerung, die in einem Durchschnittsblog 2005 der Netzöffentlichkeit präsentiert wurde, gibt es heute ein eigenes Social Network. Und Facebook.

Dabei kann man auf einem Blog machen, was man möchte. Ärgerlicherweise bedeutet das auch, dass man machen muss, was man möchte. Und dauernd möchten zu müssen ist recht energieaufwendig. Ein soziales Netzwerk dagegen bietet nur ein sehr eingeschränktes Spektrum an Möglichkeiten: Auf Facebook kann man sich ganz simpel völlig frei entscheiden zwischen allem, was Mark Zuckerberg für angemessen hält. Die Veröffentlichung bestimmter Fotos, Links zu bestimmten Websites oder auch die Inhaberschaft bestimmter, problematischer Meinungen gehört nicht dazu.

 

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Es scheint, als würde sich zwischen den sozialen Netzwerken und den Blogs das ewige gesellschaftspolitische Drama wiederholen: Freiheit ist eine so anstrengende und gelegentlich komplizierte Angelegenheit, dass viele Leute sie offenbar gern eintauschen gegen ein enges Korsett, wenn das bloß gut geheizt ist und sich nicht allzu kompliziert anfühlt. Heute gibt es in Deutschland über 23 Millionen aktive Facebook-Nutzer, aber (nach Expertenschätzung) nur wenige hunderttausend Blogs. Mit dem zunehmenden digitalen Bewusstsein in der Bevölkerung, quer durch alle digitalen Schichten von der Softwareingenieurin bis zum Bundestagsabgeordneten, ist die Zeit für eine Renaissancedes selbstkontrollierten Blogs gekommen: Bürger zu Bloggern, das Blog ist die digitale Stimme des Einzelnen.

Es gibt viele Anzeichen, dass sich eine digitale Gesellschaft entwickelt, vom Erfolg der Piratenpartei bis zur Netzselbstverständlichkeit einer jungen Generation. Aber den Rahmen für diese digitale Gesellschaft setzen bisher nicht diejenigen, die er betrifft, sondern die Aktionäre einer handvoll kalifornischer Konzerne. Und das wiederum ist die Schuld derjenigen, die Internet sagen und Social Networks meinen, die nicht bemerken, dass sie auf Facebook, Twitter und Google Plus nur zu Gast sind. Der Weg vom Netzkonsumenten zum mündigen Digitalbürger führt nur über eine selbstkontrollierte Web-Seite, alles andere ist unterhaltsames, nützliches, schmückendes Beiwerk.

tl;dr

Social Networks sind gut und nützlich – wenn die digitale Existenz nicht allein von ihnen abhängt. Blogs sind die Seele von Social Media.

aus:

S.P.O.N. – Die Mensch-Maschine: Euer Internet ist nur geborgt – SPIEGEL ONLINE.

…zurückgebloggt!

Meinungsstark – Meinungsschwach? (von Maybrit Illner / ZDF)

Als ganz normaler Zeitgenosse oder Bürger muss man das jedenfalls nicht. Ruft ein

Umfrageinstitut an oder hält einem ein Journalist ein Mikrofon hin, dann ist es völlig o. k.,

wenn man statt mit „Ja“ oder „Nein“ wahlweise antwortet: „Weiß ich nicht“, „Ist mir egal“ oder

„Da habe ich keine Meinung zu“. Von einem Politiker egal welcher Couleur und auf welcher Ebene

will das so keiner hören. Also wurden Formulierungen erfunden, die Nichtwissen oder

Desinteresse verschwurbelt verpacken: „Das müssen wir nüchtern und ohne Zeitdruck prüfen“ oder

„Das werden wir zeitnah einer sachgerechten Lösung zuführen“.

Damit muss sich niemand zufrieden geben, und es wäre vom Befragten ehrlicher, dann einfach mal

zu sagen: „Das weiß ich nicht“.

Die Piraten sind schon mal so ehrlich. Und dafür werden sie zu Recht gelobt. Dass Journalisten

sie deshalb nach manchen Themen nicht fragen sollen, weil sie doch wüssten, dass Piraten dazu

„noch“ keine Meinung hätten, diesen Umkehrschluss halte ich allerdings für falsch.

Ob der Pirat Christopher Lauer in einer unserer Sendungen vor Ostern eine Meinung zur

Schlecker-Auffanggesellschaft hätte haben müssen, oder ob es reichte, dass er sich hinterher

für einen Artikel in der FAZ eine gebildet hat, das muss er selber wissen und das müssen die

Zuschauer und vor allem seine Wähler entscheiden. Ich finde es nicht dramatisch, wenn auch

Profis ab und zu eine „Wildcard“ ziehen.

Eines allerdings dürfen Zuschauer und Wähler erwarten: Zu Fragen, über die Politiker im

Parlament entscheiden müssen, sollten diese sich rechtzeitig eine möglichst fundierte Meinung

bilden.

Selbst auf Fragen, bei denen sie das noch nicht getan haben, können sie Sinnvolles und in

ihrem Sinne “Richtiges“ s a g e n, wenn sie eine Haltung haben. Ich meine damit nicht eine

Ideologie, oder ein geschlossenes Weltbild, in dem Themen irgendwie „zwangsgekoppelt“ sind,

aber eine auf Werten ruhende Grundhaltung, die jedenfalls mehr ist als die Summe von

unzusammenhängenden Antworten auf unzusammenhängende Fragen.

(ZDF) Maybrit Illner

Liebe Frau Illner,

ich meine zu ahnen, worauf Sie hinaus wollen, aber an dieser Stelle hätte ich mir durchaus

eine „pointiertere“ Haltung gewünscht.

Ich bin nicht per se gegen die Piraten, dennoch meine ich, dass ich mich mit zur Schau

gestellter (und möglicherweise bewusster) Ahnungslosigkeit / Meinungslosigkeit nicht zufrieden

geben möchte!

Denn zu anderen Themen haben die Piraten sehr wohl ein geschlossenes Weltbild und die Fragen

der Zeit die die Menschen bewegen, sind auch Themen die die Piraten bewegen (sollten).

Einerseits profitieren die Piraten von den demokratischen und parlamentarischen

Errungenschaften, aber sich dann der Verpflichtung deren Grundordnung zu akzeptieren finde ich

schon fragwürdig.

Und sich aus PR-Gründen öffentlichkeitswirksam in Talk Shows zu setzen und am öffentlichen

Diskurs teilzunehmen, braucht ja auch niemand.

Glaubwürdigkeit gewinnt man nicht aufgrund von „Stimmenthaltung“, weil man keine rhetorischen

Fehler machen will!

Und genau dort, „darf“ der kritische Journalist dann auch ansetzen!

eddi | 14. April 2012 | 13:53 | Antworten

Hallo Echo..wer bist du?

Man kan ja von Preisverleihungen denken was man will…sei es Film, Fernsehen, Musik und was es da noch so alles gibt. Man kann auch immer in andere Länder gucken wo solche Preisverleihungen und die dazugehörenden Genres organischer gewachsen sind und einen viel höheren gesellschaflich kulturellen Stellenwert haben, als in Deutschland, wo man meinen könnte dass man ein bischen amerikanischen Flair und Show-Biz Glamour adaptieren könne…

So eben auch beim ECHO, dem sogenannten wichtigsten deutschen Musikpreis, der erst vor kurzem wieder verliehen und zelebriert wurde…

Man muss nicht immer schwarzmalen, wenn es um deutsche Musik geht, oder denken, dass es irgendwie alles klingt wie schon mal woanders gehört, oder vieles so brav und nach Konsenspop klingt…aber wenn man beim ECHO dann etwas präsentiert bekommt und man sich am Ende fragt, ob das die deutsche Musikszene representiert, dann darf man sich zumindest wundern. Und genau das tu ich auch auch oft!

Hier mal ein Bericht von Motor.de zum Thema Echo 2012

e.


Wenn die Wahl zur Qual wird!

Ich hab heute diesen Artikel gelesen: Generation Maybe hat sich im Entweder-oder verrannt

Ein guter Artikel, wie ich finde, der das ausdrückt was ich auch schon seit einiger Zeit wahrnehme und teilweise feststelle in meinem Umfeld.

Ich würde das auch nicht nur auf die Altersgruppe der 20-30 jährigen beschränken, sondern meines Erachtens fängt das Problem ja schon viel früher bei Jugendlichen an, die teilweise bei der Fülle von Möglichkeiten garnicht mehr richtig entscheiden können welchen Weg sie gehen können und wollen!

Noch nie schien es so schwierig zu sein, sich von äußeren Einflüssen frei zu machen und seinen eigenen, selbstbestimmten Weg der Zufriedenheit zu finden und zu gehen.

Andererseits wurde es auch noch nie so leicht gemacht mit geringem Aufwand etwas zu schaffen, was von der „normalen“ Lebensstruktur in die scheinbare Besonderheit führt.

Da sind natürlich die Selbstdarstellungsmediem wie YouTube, oder Facebook stellvertretend zu nennen. Das Internet an sich stellt alle Werkzeuge zur Verfügung, aus allem etwas Besonderes zu machen…eine Aufmerksamkeit zu erreichen, die auf traditionellem Weg sonst nie möglich wäre. Dem trägt natürlich auch das Fernsehen mit seinen zahllosen Casting-Formaten Rechnung. Jeder kann zeigen was er kann. Jeder kann besonders sein.

Und ich glaube darin liegt auch ein Stück weit das Problem: In vielem steckt oftmals wenig Substanz. Es wird aus scheinbarem Talent unreflektiert alles zur Schau gestellt in der Hoffnung, dass irgendjemand darin das Besondere erkennt. Gemäß dem „warholschen Gesetz“: „…in the future everbody will be famous for 15 minutes…“.

Was passiert aber wenn es wirklich nur 15 Minuten Ruhm sind? Beispiele gibt es ja genug, dass es nur wenige schaffen sich selbst zu sagen, die 15 Minuten waren toll, aber wichtig ist die Zeit danach! Viele klammern sich an diesen Moment der Aufmerksamkeit und schaffen sich eine Lebensgrundlage der Beliebigkeit. Nach dem Motto „Es ist egal was ich tu, hauptsache es verschafft mir die Beachtung und Aufmerksamkeit und ich muss meiner normalen, „gewöhlichen“ Realität entkommen!“

Ich erinnere mich da auch immer weider an das Gauck-Zitat der „coolen Feigheit“. In dem er von seinem viel zitierten Begriff der Freiheit und der freiheitlichen Selbstbestimmung erzählte und gleichzeitig genau diejenigen ansprach, die darin einen Lebensentwurf verstanden haben, der genau auf die oben beschriebenen (Schein-)Möglichkeiten verweist!

Genau das meinte Gauck aber ausdrücklich NICHT! Im Gegenteil meinte er diejenigen, die unter dem Begriff der Freiheit einen Lebensenturf verstehen, der ihnen zwar viele Möglichkeiten zur Wahl stellt, aber die sich dann für einen Weg entscheiden der eben nicht in den Hedonismus führt, nicht in die verantwortungsfreie Selbstbespaßungs-Menatlität führt.

Sondern vielmehr einen Weg aufzeigen soll, wie man mit sich und seinem Leben verantwortungsvoll umgeht. Wie man sich dem LEBEN mit all seinen Herausforderungen stellt und versucht aus sich selbst heraus diese zu meistern…Zufriedenheit aus sich selbst heraus und seinem verntwortungsbewussten Handeln zu finden.

Natürlich fragt man sich auch immer, wenn man eine Madonna sieht, die mit über 50 immer noch einem fragwürdigen Jugend-Stil verkörpern und immer noch „hip“ sein will, wenn man die Lady Gaga´s dieser Welt sieht, wenn man sieht wie Casting Shows und YouTube immer wieder Künstler hervorbringen, die mediale Aufmerksamkeit bekommen und als nichts Geringeres als Ikonen dargestellt werden; wenn die es mit bescheiden Mitteln geschafft haben, warum dann nicht eigentlich Ich? Schließlich heißt es ja „DU könntest der nächste Justin Bieber sein°!

Schlimmer sogar empfinde ich sogar noch die Model Casting Formate, die unbedarften und teilweise naiven jungen Menschen vorgaukeln, dass es reicht einem von anderen Menschen vordefinierten optischen Raster zu entsprechen und schon kann man sich aus der breiten Masse abheben und Teil des Besonderen werden…mit wenig Mitteln ein Maximum an Aufmerksamkeit und Wohlstand zu erlangen.

Also ein fehlgedeutetes ökonomisches Prinzip? Oder ist es vielleicht eine Zeit der falschen Vorbilder und Ideale?

e.

Seh-Test

Dies ist eine kleine Auswahl von Videos, die mir aus künstlerisch-ästehtischen Gründen, oder einfach nur so gefallen…

Natürlich werde ich von Zeit zu Zeit neue Videos hinzufügen, oder austauschen und falls ein Link zu einem Video defekt ist, oder von der GEMA mal wieder unerreichbar gemacht wurde, könnt ihr das gern mitteilen!

e.

Rückblick nach vorn:
http://www.dailymotion.com/video/x1lx0_placebo-20-years_music
Placebo – 20 Years

Ausweglos:

Peter Gabriel – No way out

Noch immer:

Vivid – Still

Virus:

Matchbox 20 – Disease

Feuerwehr:

Sting – I burn for You

Nah:

Kings of Leon – Closer

Aktenzeichen XY:

The Killers – Jenny was a friend of mine

Freuden:

Beautiful Small Machines – Simple Joys (feat. Simon Le Bon)

Wie Brüder:

Death Cab for Cutie – Like Brothers on a Hotel Bed

Naturgewalt:

Pearl Jam – Force of Nature

Nur die und sonst keine:

Roxy Music – My only Love

Angsthäschen:

Marillion – Afraid of Sunlight

Blutig:

Official Secrets Act – Bloodsport

Schiffbruch:

Sigur Rós – Sæglópur

Rattenfänger:

Edwyn Collins – The Magic Piper

Der letzte Weg:

J.Tillman – When I light your darkened Door

Spielchen:

Julian Plenti – Games for Days

Unter Wasser Notruf:

Live – The Dolphin´s cry

Unwissend:

Simon Le Bon & Nick Wood – Nobody Knows

Bruchfest:

Zoot Woman – We won´t break

Husch, Husch…:

Paula Cole – Hush, hush, hush

Schwindelig:

Duran Duran – Vertigo

Frühstück:

Tori AmosCornflake Girl

Narrenschiff:

Robert Plant – Ship of Fools

Liebesfaust:

Antony Hegarty and the Johnsons – Fistful of Love

Leerer Brunnen:

Craig David – You don´t miss your Water ´til the Well runs dry

Bruch-Stück:

Savage Garden – Break me, shake me

Klemme:

Imogen Heap – Headlock

Dumm gelaufen:
http://www.dailymotion.com/video/xcu5er_radiohead-karma-police_music
Radiohead – Karma Police

TV Total(Ausfall)

Nun gut, über den kriselnden Gottschalk hab ich ja hier bereits geschrieben und trotz sog. „Relaunch“ mit Studiopublikum und neuer Studeioeinrichtung, die ein bischen nach Markus Lanz, oder Heute-Show..für manche sogar nach Tchibo aussieht, scheint der Weg Gottschalks aus der „Vorabend-Todeszone“ nach wie vor wie ein Irrgarten zu sein.

Immer mehr muss man annehmen dass der ARD letztlich keine Wahl bleibt, das TV Monument Gottschalk vom Sockel zu holen. Man hört, dass sich die ARD Sorgen um die Tagesschau-Quote macht….

Bei aller berechtigten Kritik an Gottschalk, die ich mehrheitlich teile, muss ich mich aber dennoch fragen, wo der Kern des Problems liegt:

Klar, Gottschalk Live und sein Sende Konzept ist im Vorfeld maßlos überhöht worden und wirkte mehr gewollt als durchdacht und zudem mit einem Moderator besetzt worden, dem im Vorfeld eigentlich niemand weder Talk-Show, noch „Social Media“ Kompetenz attetstiert hätte. Und um ehrlich zu sein, den Gegenbeweis ist Gottschalk bis heute mehr als schuldig geblieben!

Gut, andere Sender haben ähnliche Schnellschüsse mit bewährten Köpfen und bewährten Konzepten versucht und haben auch relativ schnell und teilweise panisch überhastet den Stecker gezogen.

Oliver Pochers quälende, selbstverliebte Comedyversuche: gut das kann man verstehen; Johannes B. Kerners haltungsarme Schmeichel-Talk Belanglosigkeiten für Bild-Zeitungsleser wollte auch niemand mehr sehen.

Dass Stefan Raab mit seiner teilweise erbärmlich humorlosen TV-Total Soße immer noch auf Sendung ist, liegt meines Erachtens auch mehr darin begründet, dass es kein adäquates Ersatzformat gibt und Raab es sich leisten kann sein abendliches Format als Promotion Vehikel für seine großen Event-Shows durchzuschleusen.

Und nun also Harald Schmidt! Das Aus nach nicht mal einem Jahr…Und warum? Die Quote! Immer wieder dieses Quoten Monster, vor dem jeder Fernsehmacher in seinem Elfenbeinturm vor Angst in die Knie geht.

Liegt das tatsächlich alles nur an den Köpfen, die keiner mehr sehen will? Oder macht man es sich vielleicht zu einfach, indem man wie im Fußball für teures Geld Stars einkauft und hofft dass dadurch Erfolg planbar sei? Wenn dem so ist, dann haben die aktuellen Entwicklungen dieses Prinzip ad absurdum geführt und als grandiose Fehleinschätzung offenbart!

Oder ist es ähnlich wie im Musik Business wo die großen Plattenfirmen die Entwicklungen im Internet Zeitalter erst verschlafen, unterschätzt und dann in panikartiger Weise dem illegalen Musiktausch im Netz per Klageflut Herr werden wollten? Und alles nur weil man meinte ein goldenes Kalb noch nicht zuende gemolken zu haben oder vom eigenen kreativen (Musik-Vermarktungs-) Totalausfall abzulenken?

Es scheint doch immer deutlicher eine Tendenz dahin zu gehen, dass sich die mediale Welt immer mehr ins Internet verlagert. Sei es Musik, sei es Printmedien…aber eben auch das Fernsehen, bzw. die Angebote immer mehr virtuell konsumiert werden. Die klassischen Offline Medien werden zunehmend weniger nachgefragt. Darin liegt vielleicht auch ein Grund für schlechte Quoten und gebe es das Internet nicht würden diese Quotendebatten nicht so drastische Kurzschlusshandlungen nach sich ziehen.

Ich hab mal Herrn Herres (Programmdirektor der ARD) per Twitter gefragt, warum die ARD mit Gottschalk, Günther Jauch und Kai Pflaume immer nur auf Bewährtes setzen?
Eine Reaktion hab ich natürlich nicht erwartet, aber die Frage bleibt ja trotzdem. Bei den anderen Sendern sieht es ja auch nicht viel besser aus…siehe Sat1.

Vieles wirkt so lustlos und nicht wirklich als ob man verstanden hätte, wie und was die Menschen heute gern sehen wollen. Dann doch lieber auf Nummer sicher die Leute bedienen die eh aus geriatrischen Gründen keine TV-Experimente mitmachen würden.

Welchen nutzen hat es wenn das ZDF in seinen  Sparten -Kanälen fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit neue Formate und neue Köpfe vor sich hin dilettieren lässt? Wie soll sich so die Fernsehlandschaft weiterentwickeln oder zumindest im Jahre 2012 ankommen?

Klar kostet Fernsehen Geld, kein Thema. Aber bitte mehr Mut zum Neuen..oder zumindest zum Experiment!

Oder braucht es dafür auch erst n Piraten-Sender in Anlehnung an verstaubte Politik und Demokratie Konzepte?

e.

…zurückgebloggt!

Wulff zum Letzten – eine Bildbetrachtung (von wolfgang Herles/ZDF)

Dieses Gesicht! Da ist er noch einmal: der Mann ohne Eigenschaften. Langweilig, hölzern, bieder, aber auch undurchsichtig. Das Haar so brav gescheitelt wie eh und je. Die Staatsmannmaske. Der Schwiegersohn. Der Angestellte. Der glatte Emporkömmling. Einer, der sich hinter sich selbst versteckt. Und doch ist es anders, dieses Gesicht im Fackelschein des Großen Zapfenstreichs.

Der ist eine Ehre. Doch zum ersten Mal wird diese Ehre weithin als Schande empfunden. Da steht einer am Pranger. Stellte sich selbst an den Pranger. Blasmusik. Jeder Ton klingt nach Hohn.

Haben die vergangenen Wochen Spuren auf diesem Gesicht hinterlassen? Gerade weil es aussieht, als seien die Züge wie erstarrt, lässt sich die ungeheuere Mühe erkennen, ungebrochen, ungebeugt  wirken zu wollen. Da pocht einer drauf, so behandelt zu werden, wie es ihm zusteht. Mit Respekt. Mit Würde. Da demonstriert einer sehr selbstgerecht seinen Anspruch auf Gerechtigkeit.

Kämpft Wulff mit den Tränen? Nahm er ein Beruhigungsmittel? Versteinert ihn die tiefe Überzeugung, ungerecht behandelt zu werden? Dieses Gesicht schämt sich nicht. Gealtert sieht es aus, doch nicht gereift. Die Falten von den Nasenflügel zu den Mundwinkeln scheinen tiefer geworden zu sein. Die Augen schmaler. Verschlossen. Trotzig. Wo wohl seine Gedanken sind? Irgendwo in der blendend versorgten Zukunft vielleicht.

So ein Gesicht ist nicht auf Mitleid aus. Mitleid hat Wulff auch nicht verdient. Wer aber wissen will, was dieses öffentliche Geschäft mit einem Menschen anstellen kann, der letztlich an seiner Dummheit scheitert, nicht an seinen Untaten, der schaue es sich noch einmal ganz genau an.

(ZDF) Dr. Wolfgang Herles

Sehr gelungener Artikel!

Vor allem:

[…]der letztlich an seiner Dummheit scheitert, nicht an seinen Untaten[…]

Damit ist alles gesagt, hoffe ich!

eddi | 10. März 2012 | 16:32 | Antworten

via http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2012/03/09/wulff-zum-letzten-eine-bildbetrachtung/#comment-40280

…zurückgebloggt!

Wider das Bauchgefühl! (von Winnie Heescher/ZDF)

Fühlen Sie sich in dem Eindruck bestätigt, Politik sei ein schmutziges Geschäft? Politiker generell faul und feige, korrupt und verschwenderisch? Ein Blick zurück in die vergangene Woche …

Am Montag daddelt Wolfgang Schäuble im Bundestag Sudoku. Während darüber debattiert wird, wie viele Milliarden unserer Steuergelder den Griechen noch versprochen werden! Ausgerechnet der Finanzminister! Am Mittwoch entscheiden Wulffs alte Buddies im Bundespräsidialamt, dass ihm Ruhegeld zusteht. Jedes Jahr 199.000 Euro lebenslang für einen Schnäppchenjäger. Und am Freitag stimmen die Abgeordneten des Haushaltsausschusses dem zu. Ehrensold gebilligt von Koalition und Opposition!

Da stimmt doch etwas nicht im Staate Deutschland!

Stimmt! Unser Verhältnis zur Politik, zum Rechtsstaat, unser Verhältnis zur Demokratie stimmt nicht mehr. Sie denken, Kleiner geht’s wohl nicht? Nein, Kleiner geht es nicht. „Zocker, Schande, schämt Euch, verkommene Politiker, Schäuble rollen sie sofort zurück, korrupte Blutsauger“ – das sind noch nicht einmal die boshaftesten Kommentare aus Leserbriefen, Blogs und Umfragen, die auf Wolfgang Schäubles Sudoku-Spiel und die Ehrensold-Entscheidung reagieren. Zwei völlig unterschiedliche Ereignisse und doch antworten viele mit nichts anderem als ihrem grimmigen Bauchgefühl – ein Bauchgefühl gegen die da in Berlin, die da oben. Ist doch ein Politiker wie der andere!

Was spricht dagegen, dass Wolfgang Schäuble im Bundestag Sudoku spielt? Der Respekt, die Höflichkeit dem Kollegen gegenüber, der gerade eine Rede hält? Rainer Brüderle wird es ihm verzeihen. Wolfgang Schäuble ist neben Angela Merkel derjenige im Kabinett, der die vergangenen Wochen am wenigsten geschlafen haben dürfte. Unzählige Nachtsitzungen für Rettungsschirme, unzählige Flüge nach Brüssel – man sieht es beiden an, man hört es auch heraus, wenn sie sich bei Auftritten verhaspeln, weil die Konzentrationsfähigkeit die Worte durcheinanderwirbelt. Angela Merkel macht dann häufig im Plenum einen Ablenkungsspaziergang, spricht mit dem ein oder anderen Kollegen, um nicht öffentlich auf der Regierungsbank gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Wolfgang Schäuble spielt Sudoku. Na und? Wie oft gehen Sie bei der Arbeit hinaus, um eine Zigarette vor der Tür zu rauchen? Wie oft surfen Sie zwischendurch privat in ihrem Büro? Wie oft holen Sie sich noch einen Kaffee?

Bei Christian Wulff ist die Sache schwieriger, da meldet sich auch mein Bauchgefühl und fragt, warum er einen Ehrensold bekommen soll, warum er auch noch mit einem Zapfenstreich verabschiedet wird. Auch wenn für Christian Wulff nicht mehr viel sprechen mag, ein Argument spricht für ihn. Und das dürfen wir nicht ignorieren, nur weil unsere eigene Moral dagegen Sturm läuft: Das ist das Gesetz. Das Gesetz über die Versorgung eines Bundespräsidenten a.D. muss dringend geändert werden, aber in unserem Staat gilt glücklicherweise das Rückwirkungsverbot. Man kann Gesetze nicht einfach nach Laune rückwirkend ändern, dadurch ist jeder geschützt, der etwas tut, was er besser gelassen hätte. Und so schwer das zu akzeptieren ist: Auch der Ehrensold kann Christian Wulff nicht mehr rückwirkend genommen werden. Deshalb hat dies auch der Haushaltsausschuss billigend zur Kenntnis nehmen müssen. Dass sich die Politik jetzt sofort, dringend und endlich an eine Reform der eigenen Altersversorgung machen müsste, ist eine andere Frage.

Glauben Sie immer noch, Politik sei ein schmutziges Geschäft? Für mich ist Politik nicht schmutziger als das Leben selbst. Der Ehrensold für Christian Wulff ist auch ein Preis, den wir für den Beweis unseres Rechtsstaates zahlen. Ein Sudoku spielender Finanzminister ist ein Beweis, dass Politiker Menschen sind wie Du und ich. Auch dieses Recht sollten wir ihnen lassen! Wer wollte diesen Job sonst überhaupt noch machen?

(ZDF) Winnie Heescher

@Frau Heescher,
ich geb Ihnen völlig recht, dass die Aufregung um ein Sudoku unsinnig ist, zumal viele Abgeordneten eine Aufmerksamkeitsspanne haben, die bei best. Themen und Beiträgen gern mal rapide absinkt…man denkt ja auch oft, dass da gesimst, getwittert oder per IPad “der Amazon Wunschzettel vergrößert wird”. Völlig ok!

Was mir übel aufstößt ist die Tatsache, dass es auch in der Politik einen absurden Schutzreflex gibt, wenn “einer der ihren” attackiert wird. Egal ob der Menschenverstand die Rechtmäßigkeit der Attacke erkennt, es wird zusammengehalten bis zum “Geht-nicht-mehr”.

Für mich ist das völlig ok, wenn ein Herr Guttenberg irgendwann wieder in die Politik kommt, und von mir aus soll ein Herr Wulff seinen Sold bekommen, wenn das geltende Recht das so vorsieht.

Aber dass Frau Merkel/Koalition beide genannten offensiv gestützt/verteidigt haben ist eine Un-Art in der Politik, die ich fragwürwürdig finde, wo ich manchmal denke Politiker sind eben nicht “wie du und ich”!

eddi | 4. März 2012 | 20:25 | Antworten

viahttp://blog.zdf.de/zdfdasblog/2012/03/03/wider-das-bauchgefuehl/

Soundcheck (Vol. 1)

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zum reinhören und bewerten…Für Kommentare und Anregungen bin ich immer offen

e.

…zurückgebloggt!

Ehrensold – eine kleingeistige Debatte (von Michael Bewerunge / ZDF)

Zugegeben: 200.000 Euro sind viel Geld. Trotzdem: Typisch deutsch, diese kleinliche Debatte um den Ehrensold. Der falsche Zungenschlag ist mit diesem merkwürdigen Namen in die Debatte gekommen: Ehrensold.

Natürlich hat Christian Wulff, Bundespräsident außer Dienst, dem Amt keine Ehre gemacht und sich selbst schon gar nicht. Der Autor dieser Zeilen hat darüber selbst oft genug kritisch berichtet. Dennoch ist der Begriff Ehrensold eigentlich in dieser Überhöhung falsch: Es geht schlicht um ein Altersruhegeld und zwar gerade für den Fall, dass der Träger des ersten Amtes im Staate aus politischen Gründen zurücktreten muss – oder soll.

Dass Wulff nach einer langen Liste zumindest sehr dubioser Verhaltensweisen zurückgetreten ist – gerade das stellt doch einen Akt politischer Hygiene dar, der für eine Demokratie unverzichtbar ist. Man stelle sich vor, Wulff hätte sich aus Angst vor dem Absturz in die Mittellosigkeit weiter an sein Amt geklammert: Kaum auszuhalten.

Ob er nun aus politischen Gründen oder durch den Druck der Staatsanwaltschaft zurückgetreten ist, bleibt dabei unerheblich. Rechtlich sind die Vorwürfe noch nicht bewiesen, aber selbst wenn: Man muss Wulff fast dankbar sein, dass er es dem Staat und uns erspart hat, auf einen Prozess im Amt zu warten.

Ebenso unangenehm die Vorstellung, der Bundespräsident außer Dienst müsse sich mit allen möglichen Jobs seine Brötchen verdienen. Vielleicht als Rechtsanwalt oder Berater eines großen Finanzdienstleisters, dem er ohnehin schon früher eng verbunden war? Nein danke! Dann würden Amt und Staat ja noch stärker beschädigt.

Nun hat Wulff selbst noch zu Amtszeiten eine Debatte über die Höhe des Ehrensolds (200.000 € + Sekretärin + Fahrer + Bodyguards) angestoßen. Darüber muss geredet werden – aber nicht jetzt. Dieser grundsätzlichen Frage kann man nicht im Zorn des Augenblicks gerecht werden.

Und noch etwas: Wenn Wulff in drei Jahren vielleicht nur wegen schlechter Amtsführung nicht wiedergewählt worden wäre, dann betrüge die Auszahlung seines Ruhegeldes immer noch die gleiche Summe auf Lebenszeit – nur für drei Jahre muss nun doppelt gezahlt werden, zusätzlich an seinen Nachfolger Joachim Gauck.

Ich bin dankbar, dass dieser Wechsel zu vergleichsweise niedrigen finanziellen Kosten möglich war – die politischen sind viel höher.

(ZDF) Michael Bewerunge

Lieber Herr Bewerunge:

Mich stört es etwas dass das Bundespräsidialamt für die Prüfung zuständig ist. Dort wo ja Wulff seinen Stab teilweise slber zusammengestellt hat, frage ich mich ob Befangenheit bei der Beurteilung ausgeschlossen werden kann.

“Anspruch auf eine Altersversorgung hat, wer vier Jahre Amtszeit als Bundesminister durchgehalten hat.”

Wenn ihm das Ruhegeld nach 1,5 Amtsjahren (!!!!) zusteht, soll er es bekommen. Gesetze können nicht rückwirkend angewandt werden!

Aber:
Wenn man sich die Relation zu den Pensionsansprüchen von Bundesministern ansieht, die tatsächlich die gesamte Legislaturperiode an der politischen “Front” sein müssen und denen man weniger Respekt entgegenbringt, finde ich die die gesamte Diskussion alles andere als “kleingeistig”

…sondern sehr Notwendig!
Eddi | 29. Februar 2012 | 18:17 |

viahttp://blog.zdf.de/zdfdasblog/2012/02/29/ehrensold-eine-kleingeistige-debatte/