Zitat des Tages

Wo es Hände braucht, sind Worte völlig unnütz.

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Hassknecht…oder der Ruhepuls im Wahlkampf

Zitat des Tages

Die Seele ist wie ein Fallschirm. Sie funktioniert nur, wennn sie sich öffnet

Zitat des Tages

Man kann immer nur so sein, wie man ist…und nicht so, wie andere es für sich brauchen!

Soundcheck (Vol. 2)

1. Es ist immer schwierig sich als Kind eines bekannten und berühmten Über-Elternteil im Musik Geschäft zu etablieren. Der große Versuch es gleich zu tun scheitert oft schnell oder verpufft…
Genauso schwierig finde ich es  die musikalischen Ergebnisse dann auch noch zu mögen, ohne Vergleiche zu dem zu ziehen, was man vom Elternteil kennt.
Anders ist es bei Eliot Sumner, genannt „Coco“, die sich konsequenterweise „I blame Coco“ nennt und ganz nebenbei Tochter von Sting ist. Bei ihr veruscht man hier garnicht erst nach musikalischen Übereinstimmungen zu suchen, was ja auch nicht verkehrt ist. Und dafür dass mir das gefällt, kann getrost „Coco“ verantwortlich gemacht werden. Und wer hier „No Smile“ bekommt, dem kann man nicht helfen

2. Natürlich hab ich mich damals dieser Brit-Pop Oasis vs Blur Konkurrenz Sache komplett entzogen. Da war vieles sehr aufgesetzt. Mit Blur konnte ich nur wenig anfangen und Oasis Erfolg konnte ich nur schwer nachvollziehen. Bis zu dem Moment, als Oasis ein MTV Unplugged Konzert gaben bei dem Noel Gallagher den „unpässlichen“ Liam ersetzte und trotz manch offensichtlicher Arragement-Schwächen, fiel auf welchen Horizont die Songs bekommen können mit Noel am Gesang! Dass es irgendwann zum Bruch kommen musste, war dann auch nicht mehr so schwer nachzuvollziehen, zu sehr haben sich die Brüder Gallagher musikalisch verzelttelt und von den persönlichen Streitigkeiten mal ganz zu schweigen.  Während aber Liam Gallagher mit seinem Solo Projekt „Beady Eye“ ein bischen Stiefmütterlich behandelt wird, hat das Noel´sche Projekt „High flying Birds“ das, was Oasis Fans erfreut. Reichlich Hommagen an das was man Oasis eh immer nachgesagt hat: Beatles Nähe. Aber Bewährtes muss ja nicht schecht sein!

http://soundcloud.com/bckbdhl/noel-gallagher-aka-what-a-1

3. Viele hatten drauf gewartet, wenige hat es überzeugt das Comeback von Bush. Und das Album“Sea of Memories“ klingt auch tatsächlich nicht so, als wollten Bush allen noch mal zeigen, dass sie nichts verlernt hätten. Irgendwie hab ich nie so recht das Gefühl, dass die Handbremse gelöst wird. Alles wirkt sehr gut abgestimmt auf Gavin Rossdale´s markante Stimme, der man aber irgendwie anmerkt, dass sein Solo Ausflug in Mainstream Gefilde Spuren hinterlassen hat. Vieles klingt gefällig, weil viele Kanten und Ecken fehlen, die einer Band, die mal als Nirvana Nachkömmlinge galten, eigentlich auszeichnen sollten. Und wenn sich so der „Sound of Winter“ anhört, mag sich mancher auf den Sommer freuen, oder an verwirrte Festival Besucher denken.

4. Wenn man Antony Hegarty ansieht denkt man an Vieles. Paradiesvogel, bunt, Riese mit Herz…Aber was ihn und seine falsettartige Kopfstimme auszeichnet ist eine wahnsinnige Präsenz und Leidenschaft, die er zu vermitteln vermag. Und wer ihn einmal Live erlebt hat, weiß, dass man förmlich in seine musikalische Welt hineingezogen wird. Ob man will oder nicht.

5. Wer das erste reguläre Album der „Beautiful Small Machines“ kennt, der weiß, dass das eher Music für Robots war, wie es Bree Sharp selbst bezeichnete. Indie Elektro Pop nannte man das dann und es klang richtig gut und tanzbar. Wer eine Fortsetzung auf dem neuen Album erhofft oder sogar erwartet hatte, wird ein bischen enttäuscht. Aber wirklich nur einen kleinen Moment. Sicher verlangt man dem Fan etwas ab, wenn man nun erwartet zu folkigen, bluegrassigen Banjo-Klängen, die ein bischen mehr nach mittlerer Westen der USA,  als an Großstadt Dance Pop erinnern, zu tanzen.  Auf „Paper Planes“ kann man zumindest schon mal leicht mitstampfen.

6. Der nächste Song, der musikalisch wie angegossen auf das letzte Beautiful Small Machines Album hätte passen können ist „Ghosts„. Aber in dem Fall ist es ja die belgische Band „dEUs“, die man eigentlich mit Indie-Rock Appeal kennt, aber die hier durchaus elektronsich-poppig können.

7. Ähnlich sieht es mit Gerard Way und seiner „Chemical Romance“ aus. Die kommen zwar von der amerkanischen Ostküste,  sind auch musikalisch im Alternative Rock angesiedelt, aber wie es der Bandname vermuten lässt, klingt auch bei dieser Band manches sehr groß, plakativ, hymnisch…halt zum mit“SING„en.

http://soundcloud.com/cameo1995/my-chemical-romance-sing

8. Aus dem manchmal verschneiten Denver kommt noch eine US Indie Rock Band, die dort mittlerweile einen guten Namen hat und gern gesehener Gast auf Festivals ist und auch hier mittlerweile kleine Hits hatte. Wo Klavier drin ist ist natürlich heute immer ein bischen die Gefahr den wohlwollenden Coldplay Fan auf seine Seite zu ziehen. Ob es reicht, darüber hinaus auch noch deren Leben damit zu retten, ist noch nicht bekannt. Aber zumnidest akustisches Anschmeicheln gelingt.

http://soundcloud.com/chrisvictor/the-fray-how-to-save-a-life

9. Ganz und garnicht atypisch klingt „The King and all his Men“, auch wenn hier etwas herum-gemixt wurde. Im Kern sollte hier ne schwungvolle Indie Pop Numer entstehen und das ist sie auch immer noch geblieben.

10. Überraschend und gut ist die neue Single der britischen (nicht mehr/immer noch) Newcomer Band „Young Guns“. Auch wenn der Name etwas martialisch rüberkommt; schließlich soll es ja Alternative Rock amerikanischer Prägung sein, bei dieser Band geht es sehr gekonnt ausbalanciert zu, sodass sie ihre Fans mittlerweile auch im gemäßigten Gefilde finden. Vom brandaktuellen Album „Bones“ kommt ganz überraschend die erste Single „Bones“.

http://soundcloud.com/piasnetherlands/young-guns-bones

Zitat des Tages

„Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat.“

Zitat des Tages

Entscheidung: Der Moment in dem Du es leid bist, weiter nachzudenken!

Zitat des Tages

Wenn es dir zu Schwarz/Weiß vorkommt…mal es an und mach es bunt!

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Wulff zum Letzten – eine Bildbetrachtung (von wolfgang Herles/ZDF)

Dieses Gesicht! Da ist er noch einmal: der Mann ohne Eigenschaften. Langweilig, hölzern, bieder, aber auch undurchsichtig. Das Haar so brav gescheitelt wie eh und je. Die Staatsmannmaske. Der Schwiegersohn. Der Angestellte. Der glatte Emporkömmling. Einer, der sich hinter sich selbst versteckt. Und doch ist es anders, dieses Gesicht im Fackelschein des Großen Zapfenstreichs.

Der ist eine Ehre. Doch zum ersten Mal wird diese Ehre weithin als Schande empfunden. Da steht einer am Pranger. Stellte sich selbst an den Pranger. Blasmusik. Jeder Ton klingt nach Hohn.

Haben die vergangenen Wochen Spuren auf diesem Gesicht hinterlassen? Gerade weil es aussieht, als seien die Züge wie erstarrt, lässt sich die ungeheuere Mühe erkennen, ungebrochen, ungebeugt  wirken zu wollen. Da pocht einer drauf, so behandelt zu werden, wie es ihm zusteht. Mit Respekt. Mit Würde. Da demonstriert einer sehr selbstgerecht seinen Anspruch auf Gerechtigkeit.

Kämpft Wulff mit den Tränen? Nahm er ein Beruhigungsmittel? Versteinert ihn die tiefe Überzeugung, ungerecht behandelt zu werden? Dieses Gesicht schämt sich nicht. Gealtert sieht es aus, doch nicht gereift. Die Falten von den Nasenflügel zu den Mundwinkeln scheinen tiefer geworden zu sein. Die Augen schmaler. Verschlossen. Trotzig. Wo wohl seine Gedanken sind? Irgendwo in der blendend versorgten Zukunft vielleicht.

So ein Gesicht ist nicht auf Mitleid aus. Mitleid hat Wulff auch nicht verdient. Wer aber wissen will, was dieses öffentliche Geschäft mit einem Menschen anstellen kann, der letztlich an seiner Dummheit scheitert, nicht an seinen Untaten, der schaue es sich noch einmal ganz genau an.

(ZDF) Dr. Wolfgang Herles

Sehr gelungener Artikel!

Vor allem:

[…]der letztlich an seiner Dummheit scheitert, nicht an seinen Untaten[…]

Damit ist alles gesagt, hoffe ich!

eddi | 10. März 2012 | 16:32 | Antworten

via http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2012/03/09/wulff-zum-letzten-eine-bildbetrachtung/#comment-40280

Zitat des Tages

Man kann nichts verlieren, wenn man weiß wo IRGENDWO ist!!!

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Wider das Bauchgefühl! (von Winnie Heescher/ZDF)

Fühlen Sie sich in dem Eindruck bestätigt, Politik sei ein schmutziges Geschäft? Politiker generell faul und feige, korrupt und verschwenderisch? Ein Blick zurück in die vergangene Woche …

Am Montag daddelt Wolfgang Schäuble im Bundestag Sudoku. Während darüber debattiert wird, wie viele Milliarden unserer Steuergelder den Griechen noch versprochen werden! Ausgerechnet der Finanzminister! Am Mittwoch entscheiden Wulffs alte Buddies im Bundespräsidialamt, dass ihm Ruhegeld zusteht. Jedes Jahr 199.000 Euro lebenslang für einen Schnäppchenjäger. Und am Freitag stimmen die Abgeordneten des Haushaltsausschusses dem zu. Ehrensold gebilligt von Koalition und Opposition!

Da stimmt doch etwas nicht im Staate Deutschland!

Stimmt! Unser Verhältnis zur Politik, zum Rechtsstaat, unser Verhältnis zur Demokratie stimmt nicht mehr. Sie denken, Kleiner geht’s wohl nicht? Nein, Kleiner geht es nicht. „Zocker, Schande, schämt Euch, verkommene Politiker, Schäuble rollen sie sofort zurück, korrupte Blutsauger“ – das sind noch nicht einmal die boshaftesten Kommentare aus Leserbriefen, Blogs und Umfragen, die auf Wolfgang Schäubles Sudoku-Spiel und die Ehrensold-Entscheidung reagieren. Zwei völlig unterschiedliche Ereignisse und doch antworten viele mit nichts anderem als ihrem grimmigen Bauchgefühl – ein Bauchgefühl gegen die da in Berlin, die da oben. Ist doch ein Politiker wie der andere!

Was spricht dagegen, dass Wolfgang Schäuble im Bundestag Sudoku spielt? Der Respekt, die Höflichkeit dem Kollegen gegenüber, der gerade eine Rede hält? Rainer Brüderle wird es ihm verzeihen. Wolfgang Schäuble ist neben Angela Merkel derjenige im Kabinett, der die vergangenen Wochen am wenigsten geschlafen haben dürfte. Unzählige Nachtsitzungen für Rettungsschirme, unzählige Flüge nach Brüssel – man sieht es beiden an, man hört es auch heraus, wenn sie sich bei Auftritten verhaspeln, weil die Konzentrationsfähigkeit die Worte durcheinanderwirbelt. Angela Merkel macht dann häufig im Plenum einen Ablenkungsspaziergang, spricht mit dem ein oder anderen Kollegen, um nicht öffentlich auf der Regierungsbank gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Wolfgang Schäuble spielt Sudoku. Na und? Wie oft gehen Sie bei der Arbeit hinaus, um eine Zigarette vor der Tür zu rauchen? Wie oft surfen Sie zwischendurch privat in ihrem Büro? Wie oft holen Sie sich noch einen Kaffee?

Bei Christian Wulff ist die Sache schwieriger, da meldet sich auch mein Bauchgefühl und fragt, warum er einen Ehrensold bekommen soll, warum er auch noch mit einem Zapfenstreich verabschiedet wird. Auch wenn für Christian Wulff nicht mehr viel sprechen mag, ein Argument spricht für ihn. Und das dürfen wir nicht ignorieren, nur weil unsere eigene Moral dagegen Sturm läuft: Das ist das Gesetz. Das Gesetz über die Versorgung eines Bundespräsidenten a.D. muss dringend geändert werden, aber in unserem Staat gilt glücklicherweise das Rückwirkungsverbot. Man kann Gesetze nicht einfach nach Laune rückwirkend ändern, dadurch ist jeder geschützt, der etwas tut, was er besser gelassen hätte. Und so schwer das zu akzeptieren ist: Auch der Ehrensold kann Christian Wulff nicht mehr rückwirkend genommen werden. Deshalb hat dies auch der Haushaltsausschuss billigend zur Kenntnis nehmen müssen. Dass sich die Politik jetzt sofort, dringend und endlich an eine Reform der eigenen Altersversorgung machen müsste, ist eine andere Frage.

Glauben Sie immer noch, Politik sei ein schmutziges Geschäft? Für mich ist Politik nicht schmutziger als das Leben selbst. Der Ehrensold für Christian Wulff ist auch ein Preis, den wir für den Beweis unseres Rechtsstaates zahlen. Ein Sudoku spielender Finanzminister ist ein Beweis, dass Politiker Menschen sind wie Du und ich. Auch dieses Recht sollten wir ihnen lassen! Wer wollte diesen Job sonst überhaupt noch machen?

(ZDF) Winnie Heescher

@Frau Heescher,
ich geb Ihnen völlig recht, dass die Aufregung um ein Sudoku unsinnig ist, zumal viele Abgeordneten eine Aufmerksamkeitsspanne haben, die bei best. Themen und Beiträgen gern mal rapide absinkt…man denkt ja auch oft, dass da gesimst, getwittert oder per IPad “der Amazon Wunschzettel vergrößert wird”. Völlig ok!

Was mir übel aufstößt ist die Tatsache, dass es auch in der Politik einen absurden Schutzreflex gibt, wenn “einer der ihren” attackiert wird. Egal ob der Menschenverstand die Rechtmäßigkeit der Attacke erkennt, es wird zusammengehalten bis zum “Geht-nicht-mehr”.

Für mich ist das völlig ok, wenn ein Herr Guttenberg irgendwann wieder in die Politik kommt, und von mir aus soll ein Herr Wulff seinen Sold bekommen, wenn das geltende Recht das so vorsieht.

Aber dass Frau Merkel/Koalition beide genannten offensiv gestützt/verteidigt haben ist eine Un-Art in der Politik, die ich fragwürwürdig finde, wo ich manchmal denke Politiker sind eben nicht “wie du und ich”!

eddi | 4. März 2012 | 20:25 | Antworten

viahttp://blog.zdf.de/zdfdasblog/2012/03/03/wider-das-bauchgefuehl/

Zitat des Tages

Wenn 5 Leute in einem Raum sind und 6 rausgehen, muss einer wieder rein, damit keiner drin ist.

Soundcheck (Vol. 1)

Mein Soundcheck   <— klick

zum reinhören und bewerten…Für Kommentare und Anregungen bin ich immer offen

e.

Vom Gott zum Schalk!

Ja er ist ein Ur-Gestein; ein Dinosaurier der Unterhaltungsbranche, der es wie kein anderer Moderator geschafft hat über Jahrzehnte und Generationen das Publikum zu unterhalten! Ich erinnere noch sehr gut die Familien-Fernseh-Abende am Samstagabend; 20.15 Uhr, Eurovisionshymne…Fernsehen bis 22.00…meißtens aber 22.30 Uhr. Alles LIVE !

Gut, die 80er waren ne bunte „Party“ voller stilistischer Geschmacklosigkeiten, an die sich niemand mehr so richtig erinnern mag, aber mal ehrlich, Gottschalk hat modische Geschmacklosigkeit ja für sich kultiviert und von daher ist er sich da auch treu geblieben. Die 90er hingegen waren „der Kater danach“..trotz oder wegen Techno, bunter Pillen und Love Parade. Aber auch die hat er überstanden und seinen Stil unverkennbar bis ins neue Jahrtausend gerettet und „Wetten Dass..?“ dort sogar in ungeahnte Quotenhöhen getrieben!

Ja, die lieben Quoten. Wie oft hat man ihn ungefragt über Quoten reden hören; über Bohlen und die Casting Shows, wie undankbar die Kritiker sein können, angesichts seiner Leistungen! Recht hat er ja. War er es doch der sich immer wieder der privaten Konkurrenz entgegengestemmt hatte.

Und dann kam 2011. Ein jähes Ende einer Ära wurde eingeleitet und verkündet und merh oder minder wehmütig abgewickelt! Vielleicht war es auch ne Befreiung für ihn, nicht immer nur der Heilsbringer öffentlich-rechtlicher Unterhaltungsshow-Nostalgiker zu sein? Ein letztes Mal Top, die Wette gilt! Schluss, Aus und Vorbei! Danke Thommy!

Mitnichten! Kurz darauf der große Coup; Gottschalk wechselt zur ARD, dort wo schon Jauch neuerdings angeheuert hatte um das Talkshow Konzept der ARD durchzumischen. Gottschalk macht jetzt (wieder) auf Talk. Da war doch was! Genau 1992-1995 machte Gottschalk den Letterman im Late Night Speckmantel auf RTL. Er versuchte es zumindest!

Denn damals lästerte die FAZ: „Es ist schon seltsam: Obwohl er alles wie immer macht, macht er doch – mit einem Mal – alles falsch. Der Witz ist schal geworden, der Charme zotig, das Tempo nur oberflächliche Dynamik.“

Und was sagten die Quoten damals? „Die Resonanz der Sendung beim Publikum war zunächst sehr gut. In den ersten Monaten schalteten bis zu 3,5 Millionen Zuschauer ein, was angesichts des späten Sendetermins eine beachtliche Zahl war. Später pendelte sich der Wert lange Zeit bei durchschnittlich 2 Millionen Zuschauern ein. Bei den letzten Folgen war die Zuschauerzahl teilweise auf nur noch rund 1,5 Millionen gesunken.

Und heute? „ein endlos salbadernder Gottschalk, der mit den Armen rudert. Die Gespräche: oberflächlich, die Witze: abgeschmackt und unlustig „Gottschalk Live“ ist ein großer Irrtum aller Beteiligten“

Und die Quoten heute? Wieder ordentlich mit 4,4 Millionen zur Premiere und dann nach nur 3 Sendewochen knapp über 1 Millionen… im Rekordtempo in den Quotenkeller.

Und täglich grüßt das Murmeltier, könnte man meinen. Wenn es doch nur nicht so traurig wäre. Oder vielleicht doch absehbar?

Wann bitte haben wir Gottschalk denn multimediaaffin wahrgenommen, der seine Facebook-Fans „liken“ lässt, oder aus der Hängematte die Twittergemeinde „betweetet“, um auf einmal der Multimediabeaftragte der unbespaßbaren Vorabend Wegseherschaft zu sein? Was nach Revolution im angestaubten ARD Vorruhestands Programm aussah, entpuppte sich schneller als unauthentische Mogelpackung, als manch ein hipper Redakteur „Hashtag“ tippen konnte.

Wann bitte haben wir denn Gottschalk als neugierigen, interessierten und vor Allem vorbereiteten TALKer erlebt? War es nicht Gottschalk, der seine Saalkandidaten von der großen Wettcouch verbannte, weil er eh nichts mit Normalsterblichen anzufangen weiß, oder im Superstar-Stakkato Wetten Dass…? zur Promischleuse mit Belanglos-Smalltalk gemacht hat?

Gottschalk hat den großen Bonus, dass er alle Top Stars Deutschland und darüber hinaus zu sich einlädt und diese mehrheitlich auch kommen. Wo gibt es sowas schon…und das v o r der Tagesschau! Aber was bringt es, wenn er nicht mal Kern Facts der Gäste drauf hat und diese sogar mehrfach mit falschem Namen anspricht? Wenn er immer wieder beweist wie nebensächlich doch groß angekündigte Social Media Elemente in dieser Show sind, wenn der Moderator Gottschalk heißt? Wenn er meint, dass die Verpackung Gottschalk den leeren Inhalt wett macht?

Und ob der offene Brief ans Fernsehvolk via Bild-Zeitung mit der Bitte um Geduld und Durchhaltewillen, freche Promo in eigener Sache bei Plasberg, oder zahlreiche Beschwichtigungen der Programmdirektion die Zuschauerherzen erweichen wird, bleibt fraglich.

Gottschalk hat den Fernseh-Olymp verlassen; ist wieder inmitten Normalsterblicher angelangt? Wie beruhigend!

e.

…zurückgebloggt!

Die Ohnmacht der Angela M. (von Thomas Walde/ZDF)

Präsidentenkür und verfehlte Kanzlermehrheit markieren eine Wende für die schwarz-gelbe Koalition. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben einen alten Schnack bestätigt: Eine Woche ist in der Politik eine lange Zeit. Angela Merkel, eben noch auf der Höhe der Macht und der Umfragewerte, meinte den Griechen strengere Sparauflagen verordnen und den Franzosen erzählen zu können, wen sie bitteschön zum Präsidenten zu wählen haben.

Die SPD-Führung verkündete, direkt Angriffe gegen Merkel erst einmal einzustellen. Dann musste der von Merkel einst durchgesetzte Bundespräsident Christian Wulff zurücktreten. Dann nutzte der kleine Koalitionspartner FDP den Nachfolgekandidat Joachim Gauck, um Merkel vorzuführen und sich gegen sie zu profilieren. Seit Tagen feiert der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler seinen kleinen Coup, was der Unionsführung schwer auf die Nerven geht.

Kurz vor der Abstimmung zum Griechenland-Rettungspaket war es dann der andere Koalitionspartner, der Merkel düpierte. Innenminister Friedrich von der CSU machte deutlich, dass trotz aller Hilfspakete die Zukunft der Griechen besser außerhalb der Eurozone liege. Und mehrere Christsoziale pflichteten ihm bei – auch das ein direkter Widerspruch zu allem, was Merkel bisher offiziell vertreten hat. Schon da wurde deutlich, dass die Zentrifugalkräfte in der Koalition immer größer werden. Und dann die (vorläufige) Krönung: Merkels Kanzlerinmehrheit steht nicht bei der so wichtigen Abstimmung über die Griechenlandhilfe. Die eigenen Reihen versagen die überzeugende Gefolgschaft  in dieser zentralen politischen Frage der Kanzlerschaft Merkels.

In der Politik gilt: nichts ist so erfolgreich wie der Erfolg. So lange man Zweiflern in den eigenen Reihen deutlich machen kann, dass man sich bei Wahlen, Abstimmungen und in Umfragen durchsetzt, so lange wird partei- oder koalitionsinterner Widerstand nicht offen ausgetragen. Jetzt setzt für Bundeskanzlerin Merkel die Kehrseite ein: Wenn Koalitionspartner erst einmal merken, dass man sich ungestraft gegen die Chefin profilieren kann, dann führt das zu Abstimmungsschlappen, und die führen zu lauter werdender Kritik. Misserfolge bringen neue Schwäche. Und die provoziert neue Misserfolge.

Im vergangenen Jahr hat die schwarz-gelbe Koalition auf Landesebene zahlreiche Wahlniederlagen erlebt. Die Führungsstärke von Angela Merkel hat Widerstände in den eigenen Reihen auf Bundesebene erstickt. Jetzt reicht die Führungskraft nicht mehr aus, um Zweifel an den immer neuen Hilfen für Griechenland zu ersticken.

Der Soziologe Max Weber hat Macht einmal als die Möglichkeit definiert, eigene Interessen gegen Widerstände durchzusetzen. In den vergangenen Wochen hat Bundeskanzlerin Merkel mehrfach die Grenzen ihrer Macht erkennen müssen. Den Widerstand in den eigenen Reihen hinnehmen müssen. Innerkoalitionäre Kritiker werden sich ermuntert fühlen. Eine Woche kann in der Politik eine lange Zeit sein.

(ZDF) Thomas Walde

Wenn man bedenkt, wie wenig Parlamentarier im Detail über das Ganze (700 Seiten!!!) informiert sind finde ich es vertretbar, dass man bei Unbehagen sich der Stimme enthält, oder eben sagt, dem kann ich nach meinem Erkenntnisstand NICHT zustimmen!

Überraschend ist halt nur, dass das so auch umgesetzt wird…letztlich hat sich Frau Merkel ja sicher auch mit Altmeier, Kauder und Gröhe n Abwehrbollwerk aus nibelungentreuen Parteisoldaten installiert, was jede Kritik oft schon im Kern erdrückt hat…so funktioniert das sicher…und so sichert man (Haus-) Macht!

Was mich vielmehr stört, ist dass die Opposition so zahm ist. Hier böten sich doch jederzeit Möglichkeiten Frau Merkel wirklich Probleme zu bereiten.

Muss man als Koalition nicht dagegen sein, wenn man andererseits die Kanzlerin so hart attackiert?

So gerät das Grollen letzlich nur dazu, dass man als Wähler keine Meinungsalternative hat und im Zweilel, dann eben das Original wählt und nicht die opppositionelle Kopie!
Eddi | 28. Februar 2012 | 11:47 | Antworten

Nachtrag:

es muss natürlich heißen:

Muss man als OPPOSITION!!! nicht dagegen sein, wenn man andererseits die Kanzlerin so hart attackiert?
Eddi | 28. Februar 2012 | 11:54 | Antworten

vishttp://blog.zdf.de/zdfdasblog/2012/02/28/die-ohnmacht-der-angela-m/